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Bautzen: SPD-Kreisrat kritisiert Ausländerbehörde

Kurz vor Ablauf ihrer Aufenthaltserlaubnis weiß eine syrische Familie nicht, wie es für sie weitergeht. Diese Handlungsweise ist nicht akzeptabel, findet Roland Fleischer.

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Kritisiert die Ausländerbehörde des Landkreises Bautzen: SPD-Kreisrat Roland Fleischer.
Kritisiert die Ausländerbehörde des Landkreises Bautzen: SPD-Kreisrat Roland Fleischer. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Die Bautzener SPD hat mit Unverständnis und Sorge auf einen Bericht von Sächsische.de über den Fall einer syrischen Familie reagiert, die kurz vor Weihnachten befürchtet, abgeschoben zu werden. Die Aufenthaltserlaubnis endet am 24. Dezember. Ob sie wie bisher schon um weitere drei Jahre verlängert wird, dazu hat die Familie von der Ausländerbehörde noch keine Auskunft erhalten.

Diese Handlungsweise lasse wenig Empathie und Flexibilität erkennen, kritisiert SPD-Kreisrat Roland Fleischer. "Menschen, die aus Kriegsgebieten kommen, eine Duldungserlaubnis haben, sich mit der gesamten Familie in Deutschland integriert haben, bis sieben Tage vor dem Ende der Erlaubnis im Unklaren zu lassen, ist unsozial, unchristlich und nicht von Weitsicht geprägt."

Wenn es sich - wie das Landratsamt gegenüber Sächsische.de erklärt hatte - bei diesem Fall um den üblichen Verfahrensablauf handele, "muss sich schnellstens was ändern", fordert Fleischer. Die menschliche Sichtweise müsse Priorität haben. Hier habe auch der Landrat als oberster Dienstherr der Behörde eine wichtige politische Aufgabe.

Fleischer verweist in diesem Zusammenhang auch darauf, dass Deutschland ausländische Arbeitskräfte brauche, um das gesellschaftliche Leben aufrecht zu erhalten. Das betreffe viele verschiedene Berufsfelder, so auch Kliniken und Pflegeheime. (SZ)