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Verband wirft Bautzener Spielzeug-Händler raus

Rechte Bücher im Schaufenster und das Schild "Ohne Maske willkommen": Ein bundesweiter Händlerverband will das nicht hinnehmen.

"Ohne Maske willkommen" - ein solches Schild hängt auch am Spielzeug-Geschäft von Veit Gähler in Bautzen.
"Ohne Maske willkommen" - ein solches Schild hängt auch am Spielzeug-Geschäft von Veit Gähler in Bautzen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Der Arbeitskreis Richtiges Spielzeug (ARS) hat den Bautzener Spielzeughändler Veit Gähler ausgeschlossen. Das bestätigte ARS-Geschäftsführer Philipp Dresel gegenüber Sächsische.de. Gähler war seit 2012 als ehrenamtliches Vorstandsmitglied in dem Fachverband aktiv, war zudem für zwei Jahre im Aufsichtsrat tätig.

Grund für den Rausschmiss „war die Darstellung des Mitglieds in der Sendung Monitor als Corona-Leugner", zusätzlich habe Gähler „bedenkliche politische Literatur im Schaufenster aufgestellt “ gehabt, so Dresel. „Wir haben direkt sehr viele besorgte Rückfragen unserer Mitglieder erhalten.“ Der ARS sorge sich, dass Gählers Positionen auf die Mitglieder zurückfallen könnten – dies wolle er vermeiden.

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Politikmagazin Monitor berichtete über Gählers Geschäft

Dresel bezieht sich dabei auf eine Sendung des Politikmagazins des WDR, die Anfang des Monats ausgestrahlt worden ist. Darin berichten die Monitor-Reporter über Bautzen als Corona-Hotspot und „Hochburg der Verschwörungsmythen“. Zu sehen ist unter anderem das Spielzeug-Geschäft von Veit Gähler in der Bautzener Innenstadt. Monitor zeigt ein Schild an dem Geschäft, dass Kunden „ohne Maske willkommen“ heißt. Das Schild ist auf die Klagepaten zurückzuführen. Hinter denen steckt der Leipziger Rechtsanwalt Ralf Ludwig, ein Szene-Anwalt der Corona-kritischen „Querdenken“-Bewegung.

Monitor zeigt in dem Beitrag aber auch ein Schaufenster Gählers, in dem unter anderem ein Buch des rechten Kopp-Verlags ausgestellt wird; die Bundeszentrale für politische Bildung ordnet den Verlag als „verschwörungsorientiert“ ein. Das Buch ist dekoriert mit einer Spielzeugpistole.

Gähler hat das Schaufenster umdekoriert

Sein Schaufenster hat Veit Gähler inzwischen umdekoriert. Das Buch und die Spielzeugwaffe sind verschwunden. Das Schild, das Leute ohne Maske willkommen heißt, hängt noch.

Richtig viel sagen will Gähler zu den Vorwürfen nicht. Ob es stimmt, dass er – wie die Süddeutsche Zeitung berichtete – gegen den Rauswurf vorgehen will? „Unter bestimmten Voraussetzungen ist das korrekt“, weicht er aus. Mehr sagt er nicht. Auch zu den Vorwürfen antwortet er nur spärlich. Er wolle „gegen die Verleumdung vorgehen“, sagt er. Was oder wen er meint? „Den Monitorbericht, einzelne Personen.“ Generell wolle er aber gegen alle vorgehen, die ihm vorwerfen, rechtsextremes Material zu verbreiten, sagt er. Und die Verschwörungserzählungen? „Ich wüsste nicht, was das sein soll; das ist nicht definiert.“ Dann erklärt er, er habe keine Lust mehr zu reden.

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