merken
PLUS Bautzen

Spreebrücke: Aus für das favorisierte Modell

Eine Fachwerkbrücke war bisher Bautzens Vorzugsvariante für die geplante neue Spreequerung. Die ist vom Tisch - und die Suche nach neuen Ideen eröffnet.

Gescheiterte Vision für eine neue Spreequerung in Bautzen: Lange Zeit war das Modell einer Fachwerkbrücke der Favorit der Stadt. Doch nun ist es vom Tisch.
Gescheiterte Vision für eine neue Spreequerung in Bautzen: Lange Zeit war das Modell einer Fachwerkbrücke der Favorit der Stadt. Doch nun ist es vom Tisch. © Visualisierung: Architekturbüro Ehrlich

Bautzen. Debatten um die Spreebrücke hatte es erst vor Kurzem im Bautzener Stadtrat gegeben. 180.000 Euro sieht die Stadt im Haushalt für dieses Jahr vor, um die Planungen voranzutreiben – während an anderer Stelle finanziell der Schuh drückt. So sehr, dass Bauprojekte verschoben und sozialen Trägern die Mittel gekürzt wurden. Dennoch beschloss der Stadtrat am Ende den Haushalt; die Summe für die Brücke blieb drin.

LandMAXX - Baumärkte und Baustoffzentren
Mitten in Sachsen, ganz nah am Menschen
Mitten in Sachsen, ganz nah am Menschen

LandMAXX ist der freundliche, kreative und innovative Nahversorger für alle, die in Haus, Hof und Garten gern selbst anpacken.

An diesem Montag stand das Thema Spreebrücke nun erneut auf der Tagesordnung. Die Stadt hatte extra eine Sondersitzung des Bauausschusses einberufen, um die weiteren Planungsleistungen für die Brücke bei einem Unternehmen in Auftrag zu geben. Eine Formsache, möchte man meinen. Doch am Rande der Sitzung verriet Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) spannende Details.

Auftrag an ein "international renommiertes" Büro

Aber von vorne. Wem sie den Auftrag für die Planung erteilt hat, verrät die Stadt noch nicht – weil es noch eine Widerspruchsfrist von zwei Wochen gibt. Erst danach will sie Näheres bekanntgeben. Nur so viel lässt Bautzens OB bereits durchblicken: Drei Planer haben sich beworben. Die Bautzener Firma Hentschke Bau sei nicht darunter gewesen. Eines der drei Unternehmen habe die formalen Voraussetzungen für die Teilnahme an der Ausschreibung nicht erfüllt. Unter den beiden anderen habe die Stadt einen Bieter für den besten erachtet. „Ein international renommiertes und erfahrenes Planungsbüro“, ist Alexander Ahrens überzeugt.

Schließlich sind die Planungen auch einem durchaus starken Spannungsfeld ausgesetzt. „Es geht um Naturschutz, um das Stadtbild, um Denkmalschutz“, ordnet der OB ein. Aber das nun beauftragte Büro habe viele Rückfragen gut beantworten können. Sollte die Brücke gebaut werden, könnte das Unternehmen die Planungen bis zum Ende führen – jetzt sollen die Pläne erstmal auf einen Stand gebracht werden, mit dem ein Grundsatzbeschluss möglich ist. Also die Entscheidung, ob die Brücke nun gebaut wird oder nicht – durch den Stadtrat oder in Form eines Bürgerentscheids.

OB rechnet Ende des Jahres mit Planungsergebnissen

Wenn das Planungsbüro seine Arbeit getan hat, dann „wissen wir, wie lang die Brücke wird, wie hoch, wie breit sie ist“, erklärt Ahrens. Er rechnet Ende des Jahres mit diesem Stand. Auch wie die Brücke am Ende aussehen wird – oder besser wie sie nicht aussehen wird, soll dann feststehen.

Doch bereits jetzt gibt es dazu neue Informationen. Als handele es sich um eine Nebensache, nennt Bautzens Oberbürgermeister am Rande der Bauausschuss-Sitzung auf Nachfragen neue Details. Demnach ist mittlerweile der Entwurf einer Fachwerkbrücke vom Tisch. Diese Variante war bisher der Favorit der Stadtverwaltung und auch vieler Stadtratsfraktionen.

Das Modell sah eine zweigeschossige Brücke vor. Die untere Etage sollte wettergeschützt sein und beispielsweise verglast oder vergittert. Doch daraus wird nichts. „Das will der Denkmalschutz nicht“, erklärt Alexander Ahrens. Generell wolle das Landesamt für Denkmalpflege kein Brückenmodell, das überdacht ist. Auch eine Glaswand sei nicht gewünscht.

Landesdenkmalamt hat alle drei Modelle abgelehnt

Drei verschiedene Brückenmodelle hatte das Bautzener Architekturbüro Ehrlich vergangenes Jahr vorgestellt: eine Fachwerk-, eine Bogen- und eine Hängebrücke. Auch drei verschiedene Ankunftsszenarien hatte das Architekturbüro entworfen. So sah es als Ankunftsort für die Fachwerkbrücke zunächst den Burgwasserturm vor, für die Bogenbrücke das Langhaus und für die Hängebrücke den Burghof.

Mehrere Modelle waren beizeiten wieder verworfen worden, unter anderem weil der Landeskonservator eine mächtig wirkende Bogenbrücke ablehnt – ebenso wie ein großes Portal als Ankunftsort im Burgwasserturm. Das Modell einer Fachwerkbrücke mit Ankunft im Langhaus war dann für Architekturbüro und Stadtverwaltung mehr als nur ein Kompromiss aus zwei Modellen.

„Wir waren durchaus überrascht“, sagt Alexander Ahrens in Bezug auf die Absage auch dieses Modells durch das Landesdenkmalamt. Das Amt sei von keiner der Visualisierungen angetan gewesen. Was für ein Modell die nun beauftragten Planer stattdessen entwerfen werden, sei noch völlig offen. „Es muss eine neue Lösung geben“, betont Ahrens.

Oberste Priorität habe dabei vor allem eines: Die Brücke müsse filigran und unauffällig sein. Im Gespräch sei deshalb derzeit eine Lösung, für die ein Brückenpfeiler errichtet werden muss. Dieser könnte auf der Protschenbergseite in einem Waldstück stehen. „So könnte die Spannweite des längeren Brückenteils auf 70 Meter verkürzt werden“, erklärt Ahrens. Das würde eine filigranere Gestaltung der Brücke erlauben. Vieles sei aber noch unklar. „Das wird jetzt alles erörtert werden.“

Was ist heute im Landkreis Bautzen wichtig? Das erfahren sie täglich mit unserem kostenlosen Newsletter. Jetzt anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bautzen