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Stadt Bautzen einigt sich mit Tagesmüttern

Während der Corona-Schließzeit hatten Tagesmütter weniger Geld bekommen. Sie wehrten sich gegen dieses Vorgehen der Verwaltung - mit Erfolg.

Im Streit um gekürzte Gelder für Tagesmütter in Bautzen wurde jetzt eine Einigung erzielt.
Im Streit um gekürzte Gelder für Tagesmütter in Bautzen wurde jetzt eine Einigung erzielt. © Uwe Anspach/dpa

Bautzen. Die Stadtverwaltung wird ausstehende Gelder an Bautzener Tagesmütter überweisen. Das bestätigt eine Tagesmutter gegenüber Sächsische.de. „Das Geld wird noch ausgezahlt, und wir Tagesmütter sind froh, dass es diesen Konsens gibt“, sagt sie.

Anfang September hatte sie gemeinsam mit vier Kolleginnen an einem Gespräch mit Thomas Groß teilgenommen. Der Leiter des städtischen Amtes für Bildung und Soziales ist für die Verträge mit den Kindertagespflegepersonen, so die bürokratische Bezeichnung für Tagesmütter und -väter, verantwortlich. In dem Gespräch ging es um Leistungen, die den Tagesmüttern seitens der Stadt gekürzt wurden.

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Wie die Stadtverwaltung mitteilt, hatte sich eine Tagesmutter angemeldet, gekommen seien fünf. „Dabei kamen neue Fakten zur Sprache, die der Verwaltung bislang nicht bekannt waren.“ Man wollte im Anschluss entsprechende Einwände der Tagesmütter prüfen.

Diese sollten im Gegenzug alle Nachweise für die Betreuung von Kindern unter Corona-Bedingungen erbringen. „Wir gehen davon aus, dass es am Ende zu einer einvernehmlichen Lösung kommen wird“, teilt die Stadtverwaltung weiter mit. Aus datenschutzrechtlichen Gründen werde man aber keine weiteren Verhandlungsdetails veröffentlichen. Die Lösung ist nun offenbar erfolgt.

Ministerium kritisierte die Stadt

Auslöser für die Unzufriedenheit der Tagesmütter war die corona-bedingte Kürzung von Geldleistungen durch die Stadt Bautzen zwischen Mitte März und Anfang Mai, wie Finanzbürgermeister Robert Böhmer im Juli auf Anfrage mitteilte. Die betroffenen sieben Tagesmütter hätten demnach ohne finanzielle Einbußen auskommen können, „wenn sie dafür drei Fortbildungstage und bis zu zwölf Urlaubstage einsetzen. Andernfalls wird die Geldleistung für jene Tage, an denen sie keine Betreuungsleistung erbracht haben, um diese Tage gekürzt.“

Die betroffenen Tagesmütter mussten jetzt nachweisen, dass sie im Frühjahr theoretisch Kinder hätten betreuen können, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Auch wenn es Tage gab, an denen sie keine Kinder betreut haben, hätte das jederzeit passieren können. Die Tagesmütter befanden sich in einer Art Bereitschaft, wie Sachsens  Kultusministerium bereits im Sommer erklärte. „Wurde eine Notbetreuung erforderlich, haben die Tageseltern diese Betreuungsplätze vorgehalten und so zur Bewältigung der Krise beigetragen“, sagte Ministeriumssprecherin Susann Meerheim. 

Tagesmüttern fehlt Wertschätzung

Das Ministerium hatte damals die Bautzener Stadtverwaltung wegen ihrer Vorgehensweise gegenüber den Tagesmüttern kritisiert. Es sei vereinbart worden, „dass eine verbindliche Weiterfinanzierung der Gehälter in den Kitas sowie der laufenden Geldleistung an die Kindertagespflegepersonen erforderlich ist“ und dass der Freistaat ausgefallene Elternbeiträge übernehme. Es habe demnach keine Veranlassung bestanden, laufende Geldleistungen auszusetzen, zu kürzen oder von Kindertagespflegepersonen dafür Fortbildungs- oder Urlaubstage zu fordern.

Die Tagesmütter fühlten sich durch das Verhalten der Stadt Bautzen verunsichert, sagt jene, die bei dem Gespräch mit dem Amtsleiter dabei war. „Es war ein langer Weg, und wir mussten argumentieren ohne Ende. Ich hätte mir ein anderes Vorgehen der Stadt gewünscht.“ Da die Angelegenheit durch das Kultusministerium eigentlich geregelt war, habe sie der Sonderweg der Stadt überrascht. „Wir sollten Daten an die Stadt senden, die nur für das Kultusministerium oder das Gesundheitsamt des Landkreises vorgesehen waren.“

Zudem hätten sich die Tagesmütter immer wieder rechtfertigen müssen, obwohl sie nur berechtigte Forderungen gestellt hätten. „Wir haben ohnehin keine Lobby, und dann fehlt auch noch die Wertschätzung der Stadt Bautzen.“

Öffentlich war die Thematik in der Stadtratssitzung Mitte Juli geworden. Dort hatte Stadtrat Tobias Schilling (CDU) wissen wollen, ob es diese Kürzungen bei Tagesmüttern tatsächlich gab. „Wenn es jetzt Zufriedenheit bei den Tagesmüttern gibt, hat sich der Einsatz gelohnt“, sagt Schilling. 

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