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Bautzen: Was das Partyverbot für Clubs bedeutet

Wegen Corona darf auch weiterhin nicht getanzt werden. Club-Betreiber suchen nach Alternativen.

Allein in der Disko: Olaf und Cora Kittan vom Bautzener Club Shakespeare dürfen wegen Corona seit März nicht öffnen. Jedenfalls nicht zum Tanzen.
Allein in der Disko: Olaf und Cora Kittan vom Bautzener Club Shakespeare dürfen wegen Corona seit März nicht öffnen. Jedenfalls nicht zum Tanzen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Geschlossen. Verschoben. Abgesagt. Clubs und Diskotheken wie das  „Shakespeare“ in Bautzen erleben eine sehr schwierige Zeit. Seit dem Frühjahr hat der Großteil von ihnen geschlossen - und das könnte bei vielen auch noch eine Weile so bleiben. Denn obwohl mit der neuen Corona-Schutzverordnung seit dem 1. September weitere Lockerungen wirksam wurden, bleiben einige wenige Dinge verboten: etwa Diskotheken zu öffnen oder „Tanzlustbarkeiten in geschlossenen Räumen“ zu veranstalten.

Da die aktuelle Verordnung bis zum 2. November gilt, können Clubs das Geschäftsjahr 2020 fast abhaken - oder nach Alternativen suchen. Das probiert Olaf Kittan gerade, er ist Inhaber des „Shakespeare“ in der Bautzener Altstadt. „Da wir zurzeit null Einnahmen durch Tanzveranstaltungen haben, versuchen wir jetzt, unsere Räume für Geburtstage und private Feiern zu vermieten.“ Schließlich seien solche Veranstaltungen erlaubt, laut Verordnung „in Gaststätten oder von Dritten überlassenen voneinander abgetrennten Räumlichkeiten“. An Familienfeiern dürfen 100, an Firmenveranstaltungen 50 Personen teilnehmen.

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Tanz bei Hochzeiten, aber nicht in Clubs?

Und das wirft bei Olaf Kittan Fragen auf. „Diese Familienfeiern wie Hochzeiten sind erlaubt und da wird doch auch getanzt. Wieso können wir dann nicht 100 Gäste reinlassen und deren Personalien hinterlegen? Die Nachverfolgung wäre damit gegeben.“ Eigentlich seien doch Orte wie das „Shakespeare“ und andere dazu da, die Menschen in Bautzen zu unterhalten, aber wie soll das gehen, wenn man nicht öffnen darf. Immerhin habe er einen kulanten Vermieter, sagt Kittan. „Das ist unser Vorteil. Er ist uns entgegengekommen und gesprächsbereit.“ So werde man bis Ende des Jahres schauen, wie es läuft, und dann alles Weitere besprechen.

Auch das Kesselhauslager in Singwitz musste jetzt eine Veranstaltung absagen. Am Sonnabend sollte hier eigentlich ein DJ vor allem Gothic und Dark Music spielen, erklärt Betreiber Andreas Greiner-Bär. „Die Anhänger solcher Musik tanzen ja ohnehin mit drei bis fünf Metern Abstand zueinander. Da müsste man Tanz erstmal definieren, bevor man ihn verbietet.“ Abgesehen davon sei das Kesselhauslager noch gut dran, weil es öffnen darf und in der Regel keine Tanzveranstaltungen, sondern Konzerte anbietet.

Auch bei Konzerten sind weniger Gäste erlaubt

Trotzdem gibt es Einschränkungen durch die Folgen der Corona-Pandemie. So könnten viele Künstler aus Übersee nicht aus- oder einreisen, und diese Konzerte müssen dann abgesagt oder ersetzt werden. „Es ist schwierig, diese Lücken zu füllen.“ Zudem seien derzeit statt der maximal möglichen 330 nur 150 Gäste erlaubt. „Das ist eine Gratwanderung, um manche Gagen überhaupt zu finanzieren“, so Andreas Greiner-Bär.

Das DJ-Team Firletanz hätte in den vergangenen Monaten gern bei verschiedenen Veranstaltungen aufgelegt, erklärt Mitglied Michael Jacob. Nicht nur das Team, sondern auch die Leute würden etwas vermissen. „Finanziell ist es für uns relativ entspannt. Wir machen das aus freien Stücken, es ist nicht unsere Haupteinnahmequelle. Bis auf die Fixkosten halten sich unsere Ausgaben im Rahmen.“ Die Corona-Schutzmaßnahmen seien aus gesundheitlichen Gründen richtig. „Wenn wir davon leben müssten, würden wir das vielleicht anders bewerten.“

DJs bieten Livestreams als Ersatz

Immerhin konnten die Firletanz-DJs den Kontakt zu ihren Fans ein wenig pflegen, etwa Ende Mai oder am 21. August, denn ihre Sets im Steinhaus und in der Sundowner Bar an der Friedensbrücke waren live im Netz zu verfolgen. Bei letzterem unter freiem Himmel hätten sogar Leute von der Friedensbrücke aus zugeschaut und Fotos gemacht. Applaus kam von Gästen vor Ort.

Auch im Mono auf der Bautzener Steinstraße darf seit dem Frühjahr nicht getanzt werden. Auf der Facebookseite des Clubs ist die nächste Veranstaltung mit einem DJ-Duo für den 30. Oktober angekündigt, also drei Tage vor Ablauf der aktuellen Corona-Schutzverordnung. Die Gästezahl sei begrenzt, heißt es dort. So optimistisch ist Olaf Kittan vom „Shakespeare“ nicht. „Ich bezweifle, dass nach dem 2. November gelockert wird.“

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