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Kreis Bautzen: So steht's um die Weihnachtsmärkte

Im vorigen Jahr fielen die Märkte wegen Corona aus. Diesmal sollen sie stattfinden. Die Veranstalter hoffen auf Lockerungen.

Im vergangenen Jahr musste der Wenzelsmarkt in Bautzen coronabedingt ausfallen. Diesmal soll er aber stattfinden.
Im vergangenen Jahr musste der Wenzelsmarkt in Bautzen coronabedingt ausfallen. Diesmal soll er aber stattfinden. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. In den Einkaufsmärkten wird Lebkuchen bereits seit ein paar Wochen verkauft, auch Spekulatius ist erhältlich. Doch so richtige Weihnachtsstimmung herrscht noch nicht. Bis Heiligabend sind es auch noch deutlich mehr als 70 Tage, und bis zum ersten Advent dauert es noch mehr als sieben Wochen. Trotzdem: Für die Vorbereitung von Advents- und Weihnachtsmärkten ist es höchste Zeit. Doch noch ist unklar, wie sich bis dahin die Corona-Zahlen entwickeln und unter welchen Bedingungen die Märkte dann stattfinden können.

Vor einem Jahr um diese Zeit wurde der Wenzelsmarkt in Bautzen abgesagt. Hintergrund waren die gestiegenen Corona-Infektionszahlen im Landkreis. Die hatten laut Stadtverwaltung zu deutlich schärferen Hygieneauflagen geführt, als zunächst absehbar war. Und es hätte bei weiter steigenden Corona-Zahlen jederzeit eine Schließung des Marktes gedroht. Unter diesen Umständen, erklärte die Bautzener Stadtverwaltung damals, sei die Absage alternativlos gewesen.

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Weihnachtsmärkte ohne 3G und Kontaktverfolgung?

Auch jetzt liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Bautzen wieder um die 100. Der Pulsnitzer Pfefferkuchenmarkt wurde wegen der ungewissen Situation schon zum zweiten Mal abgesagt. Die Weihnachtsmärkte sollen aber trotz der steigenden Zahl an Corona-Infektionen stattfinden.

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) hat das am Montag nach einer Videoschalte mit rund 30 kommunalen und privaten Veranstaltern angekündigt. „Allen Partnern ist bewusst, dass wir uns noch immer in der Pandemie befinden. Dennoch ist unser gemeinsames Ziel, dass Weihnachtsmärkte und Bergparaden stattfinden und dies möglichst praktikabel ohne aufwändige Kontrollen von 3G-Nachweisen oder Kontaktnachverfolgung“, wird Klepsch in einer Pressemitteilung zitiert.

Die Veranstalter benötigten Planungssicherheit und dabei Rahmenbedingungen, die auch in der Praxis umsetzbar seien. „Hessen ist diesen Schritt bereits gegangen und hat Einschränkungen für Volksfeste und Weihnachtsmärkte aufgehoben“, sagt die Ministerin. Sie wolle für die nächste Corona-Schutz-Verordnung ab dem 21. Oktober Regeln vorschlagen.

Wenzelsmarkt soll am 26. November eröffnen

In Bautzen laufen die Planungen für den Wenzelsmarkt. Wie Pressesprecherin Josephine Brinkel mitteilt, steht die Stadtverwaltung schon jetzt im engen Kontakt mit dem Gesundheitsamt. Es würden die verschiedenen Szenarien durchgespielt. „Die aktuell angedachten Einschränkungen wie Kontakterfassung und Abgrenzung sind eigentlich unmöglich umzusetzen“, sagt Brinkel auf Nachfrage.

Dennoch soll Deutschlands ältester Weihnachtsmarkt in diesem Jahr wieder stattfinden. Vom 26. November bis zum 22. Dezember werden auf dem Haupt- und dem Kornmarkt wie vor Corona verschiedene Händler ihre Waren anbieten. Es soll auch wieder den beliebten Adventskalender geben, bei dem jeden Tag Kinder ein Türchen öffnen können. „Außerdem erwarten die Besucher Filmaufführungen, Puppenspiel und Musik-Acts“, teilt Brinkel mit. Das vollständige Programm soll demnächst auf der Internetseite des Wenzelsmarktes abrufbar sein.

Auch in Kamenz soll das Advents-Spectaculum stattfinden. „Eine Absage ist keine Option“, sagt Ines Müller-Spindler vom Museum der Westlausitz, das von Beginn an das Spectaculum mitorganisiert. Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos) sieht das genauso: „Das Spectaculum soll auch unter Bedingungen der Corona-Zeit durchgeführt werden.“ Dazu laufen derzeit die Planungen.

Bischofswerda sucht noch Händler

In Bischofswerda ist man schon weiter. Hier soll der Weihnachtsmarkt vom 3. bis zum 5. Dezember stattfinden. „Eine Begrenzung der Besucherzahl wird es nicht geben. Denn erfahrungsgemäß werden wir nicht die Grenze zu einer Großveranstaltung mit über 5.000 Besuchern gleichzeitig überschreiten, was 3G-Regeln und Kontaktverfolgung zur Folge hätte“, teilt Sascha Hache, Referent des Oberbürgermeisters, mit.

Der Weihnachtsmarkt werde unter den dann geltenden Bestimmungen der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung ablaufen. „Wie diese im Dezember aussehen, kann heute noch keiner sagen“, sagt Hache. Eine Einzäunung des Altmarktes werde es aber definitiv nicht geben. „Das ist aus logistischen und rechtlichen Gründen nicht möglich, aber vor allem nicht von uns gewollt“, sagt der Stadtsprecher.

Ein genaues Programm gibt es aber noch nicht, denn bis zum 13. Oktober können sich Händler noch um einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt bewerben. Gesucht werden besonders Händler, die Speisen oder Kunsthandwerk aus der Region anbieten.

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In Radeberg ist dagegen völlig offen, ob der Weihnachtsmarkt zwischen Kirche und Markt in diesem Jahr stattfinden kann oder wieder ausfallen muss. „Die Kollegen sind derzeit noch in der Entscheidungsfindung“, teilt Elisa George, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, mit. Wann die Entscheidung fällt, ist noch unklar. „Aber ich denke, in einem Monat sind wir weiter“, sagt George. Dann herrscht vielleicht schon ein wenig mehr Weihnachtsstimmung.

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