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Darum muss der Wenzelsmarkt umziehen

Der Bautzener Weihnachtsmarkt findet statt, allerdings nicht in der Innenstadt. Sächsische.de erklärt, was das für Besucher und Händler bedeutet.

Diesen Anblick wird es in diesem Jahr nicht geben: Der Bautzener Wenzelsmarkt findet wegen Corona nicht in der Innenstadt statt, sondern auf dem Schützenplatz.
Diesen Anblick wird es in diesem Jahr nicht geben: Der Bautzener Wenzelsmarkt findet wegen Corona nicht in der Innenstadt statt, sondern auf dem Schützenplatz. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen.  Als Markus Gießler die Nachricht am Mittwochnachmittag im Bautzener Stadtrat verkündete, sorgte das sofort für Diskussionen. Der Bautzener Wenzelsmarkt wird zum ersten Mal in seiner mehr als 600-jährigen Geschichte nicht in der Altstadt stattfinden, sondern auf dem Schützenplatz. Der Grund: die Corona-Auflagen.

Vor allem bei Facebook kommentierten zahlreiche Bautzener die Entscheidung der Stadt. Neben Verständnis gab es viele kritische Anmerkungen - zum Beispiel zu den Folgen für die Händler und zu den Auflagen für die Besucher. Auch der Wegfall von Parkplätzen auf dem Schützenplatz bewegt viele Menschen.

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Sächsische.de fragte bei der Stadtverwaltung zu den wichtigsten Punkten nach.

Warum zieht der Wenzelsmarkt um?

Der Hauptgrund sind laut Stadtverwaltung die corona-bedingten Vorgaben des Freistaates Sachsen. Diese ließen sich in der Innenstadt nicht umsetzen. So müsse der Markt unter anderem abgesperrt sein und der Zugang begrenzt werden. "Reichenstraße und Hauptmarkt sind dafür zu klein", erläutert Amtsleiter Gießler. Dort hätten jeweils nur ganz wenige Menschen auf einmal eingelassen werden können. Die einzige Lösung sei, mit dem Wenzelsmarkt auf einen größeren Platz auszuweichen. Unabhängig von möglichen Einschränkungen soll der Markt wie geplant vom 27. November bis zum 22. Dezember stattfinden.

Dietmar Stange, Vorsitzender des Bautzener Tourismusvereins, begrüßt den Umzug. „Natürlich wird es nicht so ein Wenzelsmarkt wie gewohnt, aber es ist besser als nichts.“ Er freue sich, dass die Stadt die Initiative ergreift. „Es zeigt, dass die Stadt Bautzen noch da ist, das ist in Zeiten der Corona-Pandemie ein gutes Zeichen.“

Was bedeutet das für die Besucher?

Das Hygienekonzept der Stadtverwaltung wird derzeit vom Gesundheitsamt geprüft. Man sei aber optimistisch, demnächst eine Antwort zu bekommen. Im Konzept sind eine Besucherzahl von maximal 999 Personen und separate Ein- und Ausgänge vorgesehen. Man wolle die gesamte Zeit über wissen, wie viele Menschen sich gerade auf dem Markt befinden. „Am Eingang sollen die Besucher ihre Kontaktdaten hinterlassen, um eine Nachverfolgung zu ermöglichen“, erklärt Markus Gießler.

Eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist nicht vorgesehen. Wie im vergangenen Jahr soll es wieder eine Eisbahn geben, allerdings nicht auf dem Schützenplatz, sondern auf dem Kornmarkt. Der Weihnachtsbaum werde wie gewohnt auf dem Hauptmarkt stehen und am 9. November aufgestellt.

Was bedeutet das für die Händler?

Die Stadt Bautzen rechnet mit etwa 90 Händlern, Gastronomen und Schaustellern. „Wir sind dabei, in den nächsten Wochen die Verträge zu schließen", sagte Markus Gießler am Mittwoch im Stadtrat. Am Abend fügte er via Facebook hinzu, dass sich eine Vielzahl von Händlern an die Stadt gewandt und darum gebeten habe, „den Weihnachtsmarkt unter allen Umständen stattfinden zu lassen, da dies zum Teil die einzige Einnahmequelle in diesem Jahr ist“.

Die Stromversorgung sei auf dem Schützenplatz ausreichend vorhanden. Das Gesundheitsamt möchte zwar gern der Empfehlung des Freistaates folgen und wünscht sich für alle Gastronomie-Stände eine eigene Kontaktverfolgung, aber die Stadt versuche, das mit der zentralen Erfassung am Eingang zu entkräften.

Bernd Bimmrich, Vorsitzender des Innenstadtvereins Bautzen, findet es gut, dass der Markt stattfindet, aber er befürchtet Nachteile für die Händler auf der Reichenstraße sowie der näheren Umgebung. „Ohne einen Weihnachtsmarkt zwischen Korn- und Hauptmarkt könnte dort großer Umsatz verloren gehen.“ Gerade an den Werktagen während des rund dreiwöchigen Wenzelsmarktes hätten die lokalen Geschäfte sonst immer profitiert.

Was passiert mit den Parkplätzen?

Bereits in der Stadtratssitzung kam die Frage nach den Parkplätzen auf, die während des Marktes auf dem Schützenplatz nicht zur Verfügung stehen werden. CDU-Fraktionschef Rolf-Alexander Scholze begrüßte den „guten und lösungsorientierten Gedanken“ zum Umzug des Wenzelmarktes, fragte aber, wo dann die Reisebusse stehen sollen.

Markus Gießler sieht das nicht als Problem, da die meisten Busse erfahrungsgemäß aus Polen und Tschechien kämen. Corona-bedingt würden diese in diesem Jahr nicht oder nur in geringer Zahl kommen. „Wir werden aber schauen, wo wir Busse unterbringen können.“

Abgesehen davon stünden für die Besucher ausreichend Parkplätze zur Verfügung, so Gießler - etwa im Krankenhaus-Parkhaus, im Parkhaus am Theater sowie auf dem Schlieben- und dem Krone-Parkplatz. „Ja, die Parkplätze kosten zum Teil Geld, aber das Denken, nichts für Parkplätze zu bezahlen, muss eben in Ausnahmesituationen wie die Corona-Pandemie auch mal zurückstehen“, bekräftigt er.

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