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Bautzen: Werden Weihnachtsbäume teurer?

Die Preise steigen, sagt der zuständige Bundesverband und nennt einen logischen Grund. Doch nicht alle Anbieter in der Oberlausitz sehen das so.

Gärtner Thomas Klaus zeigt eine Koreatanne bei der Baumschule Sämann in Bautzen. Der Familienbetrieb will seine Preise für Weihnachtsbäume nicht erhöhen, aber andere Anbieter planen das.
Gärtner Thomas Klaus zeigt eine Koreatanne bei der Baumschule Sämann in Bautzen. Der Familienbetrieb will seine Preise für Weihnachtsbäume nicht erhöhen, aber andere Anbieter planen das. © Steffen Unger

Bautzen. Auch wenn bei den gegenwärtigen Temperaturen und in diesem Jahr ohnehin vielen Menschen noch nicht weihnachtlich zumute ist, naht das Fest. Und damit auch die Entscheidung, welcher Weihnachtsbaum die Familie erfreuen soll. In etwa jeder dritten deutschen Wohnung steht mittlerweile ein Künstlicher.

Das heißt aber auch: Zwei von drei Haushalten besorgen sich für die Festtage und die erste Zeit danach ein Stück Natur. Laut Statistischem Bundesamt kauften die Deutschen in den vergangenen beiden Jahren jeweils rund 29,8 Millionen Weihnachtsbäume. 80 Prozent davon waren Nordmanntannen.

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Die ersten Bäume gibt es ab kommende Woche

Und ob uns nun nach Weihnachten zumute ist oder nicht - die ersten Bäume gibt es in der kommenden Woche. Bei der Baumschule Sämann in Bautzen zum Beispiel startet der Verkauf am 25. November. "Die Bäume werden bei uns am Spittelwiesenweg in einer weitläufigen Halle verkauft", kündigt Martin Sämann an. Und versichert damit auch, dass  die wegen Corona nötigen Abstände eingehalten werden können.

Sämanns müssen weder mehr Platz anmieten noch zusätzliches Personal bezahlen. Deshalb würden auch die Preise im Vergleich zum Vorjahr nicht steigen, erklärt der Mit-Geschäftsführer. Im Gegenteil - die Bäume seien in diesem Jahr sogar etwas günstiger, dank der um drei Prozent gesenkten Mehrwertsteuer.

Niedrigere Preise als im Vorjahr werden eher die Ausnahme bleiben, ahnt der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger. 2020 müssten die Händler Hygienekonzepte erstellen, mehr Platz vorhalten und möglicherweise mehr Personal einsetzen, was sich auf den Preis auswirke. Geschäftsführer Martin Rometsch geht davon aus, dass für eine durchschnittlich große Nordmanntanne in bester Qualität in diesem Jahr zwischen 20 und 27 Euro fällig werden. Im vergangenen Jahr hatte die Preisspanne bei 18 bis 23 Euro gelegen.

Getopfte Bäume liegen im Trend

Jörg Kohout, Chef der gleichnamigen Baumschule mit Gartencenter in Elstra, geht von zwei bis drei Euro mehr für einen Weihnachtsbaum aus. "Corona verursachte einen generellen Einbruch bei der Produktion von landwirtschaftlichen Produkten, egal ob bei den Spargelbauern im Frühjahr, bei den Obstbauern oder in den Baumschulkulturen", erklärt Kohout. Die gesunkenen Produktionszahlen bei steigenden Energie-, Pflege- und Transportkosten ließen auch die Preise für Weihnachtsbäume ansteigen.

Schon vor Corona hätten die Elstraer Fachleute einen Trend festgestellt: weg vom gesägten Weihnachtsbaum, hin zum lebenden. Diese Bäume würden erst kurz vor Weihnachten eingetopft und blieben die ganze Zeit über frisch. "Bäume sind Lebewesen, die nicht für einen kurzen Moment geschlagen werden sollten", findet Jörg Kohout.

Doch noch immer wollen die meisten Käufer einen abgesägten Baum, zum Beispiel aus dem Sachsenforst. Etwa 20.000 Weihnachtsbäume verkauft der Staatsbetrieb jährlich, berichtet Pressesprecher Renke Cordes. "Aufgrund zusätzlicher Kosten durch Infektionsschutzbestimmungen ist ein Anstieg des Marktpreises für Weihnachtsbäume in diesem Jahr nicht ausgeschlossen. Gegenwärtig gehen wir aber noch von einem Preisniveau wie im Vorjahr aus." Sachsenforst bietet Weihnachtsbäume  überwiegend zum Selbstschlagen an, auch im Forstbezirk Oberlausitz. Noch steht nicht fest, wo und wann.

Noch keine Entscheidung zum Bautzener Stadtwald

Bäume zum Selbstschlagen gab es in den vergangenen Jahren immer auch aus dem Bautzener Stadtwald. Ob das auch 2020 so sein wird, ist laut Stadtsprecherin Laura Ziegler noch nicht entschieden. Und damit lässt sich auch noch nichts zu den  Preisen sagen.

Fest steht indes, dass das Tannengut Belger in Niedercunnersdorf bei Löbau bei den Preisen vom Vorjahr bleiben möchte, auch wenn Corona "ein berechtigtes Argument für steigende Preise" wäre. Belgers verkaufen ihre Bäume regelmäßig auch in Bautzen, zum Beispiel vor Aldi am Gesundbrunnenring und am Dänischen Bettenlager. Im Moment, so Uta und Heiko Belger, wisse noch niemand, welche Vorgaben für den Verkauf es im Dezember geben wird. Und auf der eigenen Plantage sei genug Platz, dass sich alle aus dem Wege gehen können. "Insgesamt wollen wir trotz Corona alles so normal wie möglich gestalten, denn danach sehnen sich die Menschen."

Kaufland bietet Weihnachtsbäume ab 20. November auch online an, informiert Unternehmenssprecherin Andrea Kübler. Die Bäume würden nach Hause geliefert. Vor den Kaufland-Märkten beginnt der Verkauf am 3. Dezember. Die billigste Nordmanntanne soll 12,75 Euro kosten, die teuerste - online - 42,19 Euro. Einen Preisvergleich zum Vorjahr zog die Sprecherin nicht.

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