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Dafür fließen Millionen vom Freistaat in vier Oberland-Orte

Für Vorhaben in Wilthen, Sohland, Neukirch und Schirgiswalde-Kirschau gibt's jetzt 4,4 Millionen Euro. Und es steht noch mehr in Aussicht.

Von Timotheus Eimert
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Für diese Projekte gibt's Geld: das Bad in Wehrsdorf (o.l.); einen Neubau auf einer Fläche in Kirschau, vor der Andreas Oschika (l.) von der Caritas und Bürgermeister Sven Gabriel hier stehen (o.r.); das Rathaus Neukirch und Wilthens Trauerhalle
Für diese Projekte gibt's Geld: das Bad in Wehrsdorf (o.l.); einen Neubau auf einer Fläche in Kirschau, vor der Andreas Oschika (l.) von der Caritas und Bürgermeister Sven Gabriel hier stehen (o.r.); das Rathaus Neukirch und Wilthens Trauerhalle © SZ/Uwe Soeder, Steffen Unger (2), Wikimedia

Wilthen. Michael Herfort (CDU) hatte sich für diesen Termin besonders schick gemacht. „Ich finde es gut, dass sie extra für mich die Amtskette angelegt haben“, stellte Frank Pfeil, Staatssekretär für Regionalentwicklung, mit einem Augenzwinkern fest. „Wenn man so viel Geld erhält, dann darf man auch die Amtskette anlegen“, entgegnete der Bürgermeister der Stadt Wilthen.

So viel Geld heißt in diesem Fall: 4,4 Millionen Euro. Diese Summe ist für städtebauliche Projekte vorgesehen. Doch nicht nur Wilthen profitiert von dem Förderbescheid des Freistaates, den der Staatssekretär am Donnerstag im Wilthener Rathaus an Bürgermeister Michael Herfort übergeben hat. Auch die Stadt Schirgiswalde-Kirschau sowie die Gemeinden Neukirch/Lausitz und Sohland/Spree sind Teil einer gemeinsamen Bewerbung um die Fördermittel - und werden auch einen Teil davon bekommen.

Das Geld stammt aus dem Bund-Länder-Programm „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten“. Damit beteiligen sich Bund und Land zu je einem Drittel an den förderfähigen Ausgaben für städtebauliche Investitionen. Für das restliche Drittel müssen dann die Kommunen selbst aufkommen.

Staatssekretär Frank Pfeil (l.) übergibt an den Wilthener Bürgermeister Michael Herfort einen Förderbescheid in Höhe von 4,4 Millionen Euro. Das Geld ist für Vorhaben in vier Städten und Gemeinden vorgesehen.
Staatssekretär Frank Pfeil (l.) übergibt an den Wilthener Bürgermeister Michael Herfort einen Förderbescheid in Höhe von 4,4 Millionen Euro. Das Geld ist für Vorhaben in vier Städten und Gemeinden vorgesehen. © Steffen Unger

Das Programm zielt laut Frank Pfeil vor allem darauf ab, lebendige Nachbarschaften zu fördern und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. „Entwicklungen in der Fläche sind nur in Kooperationen möglich. Es soll nicht mehr ein Kirchturmdenken geben. In den vier Kommunen gibt es dieses gemeinsame Verständnis für gemeinsame Probleme.“, sagte er bei der Übergabe des Förderbescheids.

„Alleine hätten wir das Geld nicht bekommen“, vermutet Michael Herfort, dessen Verwaltung die Federführung bei der gemeinsamen Bewerbung übernommen hatte. „Wir hatten von vornherein erklärt, dass wir uns das vorstellen können. Wir liegen von den vier Kommunen in der Mitte und haben eine gute Verwaltung, die schon oft mit dem Thema Städtebauförderung zu tun hatte.“

Trauerhalle in Wilthen soll saniert werden

Bereits seit Längerem arbeiten Wilthen, Schirgiswalde-Kirschau, Neukirch/Lausitz und Sohland/Spree zusammen. „Wir haben schon 2015 dafür Vereinbarungen getroffen“, erläutert Herfort. Die Kooperation wurde damals mit einem Vertrag zur Bildung der Arbeitsgemeinschaft grundzentraler Verbund Oberland besiegelt. Im Vordergrund steht dabei die Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse.

Mit den 4,4 Millionen Euro sollen nun konkrete Bauprojekte zur Stadt- beziehungsweise Gemeindeentwicklung finanziert werden. In Wilthen ist geplant, im kommenden Jahr die Trauerhalle zu sanieren. „Dafür bereiten wir gerade den Einzelantrag vor“, sagt der Bürgermeister. Außerdem soll bis 2025 die Turnhalle an der Mönchswalder Straße erneuert werden. Ein weiteres Projekt ist das Haus Bergland, welches zu einem Vereinshaus umgebaut werden soll.

In Neukirch ist ein Neubau für den Hort geplant

In Schirgiswalde-Kirschau wird als Ersatz für den abgerissenen Gasthof „Goldener Stern“ ein soziokulturelles Zentrum entstehen. Gemeinsam mit dem Caritas-Sozialverband Oberlausitz soll an diesem Standort in Kirschau ein Betreuungsangebot für alte Menschen geschaffen werden. „Wir sind seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem geeigneten Objekt, kommen aber damit nicht so richtig voran“, sagte Andreas Oschika, Geschäftsführer der Caritas, im Juni, als die Idee bekannt wurde. Des Weiteren soll von dem Fördergeld in Kirschau die Körse-Halle energetisch saniert werden.

In Neukirch plant Bürgermeister Jens Zeiler (CDU) dagegen den Neubau eines Hortes. „Dieser soll in der Nähe der sanierten Grundschule entstehen.“ Wo genau, könne er aber noch nicht verraten. „Vorher müssen zunächst verschiedene Sachen geklärt werden.“ Außerdem sollen das Außengelände des Sportplatzes erneuert sowie das Rathaus und die Turnhalle neben der Grundschule saniert werden.

Bis 2030 könnten insgesamt 14,5 Millionen Euro fließen

Auch in Sohland sind umfangreiche Investitionen geplant. Im Ortsteil Wehrsdorf sei im Freibad die grundhafte Sanierung des Natursteinbeckens erforderlich. Darüber hinaus soll die Kindertagesstätte im Ortsteil Taubenheim energetisch saniert und funktional erweitert werden. Dort sollen auch die Außenanlagen erneuert werden.

Der Förderbescheid gilt bis zum Jahr 2025. „Wir wollen darauf achten, dass das Geld gleichmäßig an die Kommunen verteilt wird. Aber natürlich kann es sein, dass ein Projekt auch einmal mehr Geld kostet“, erklärt Michael Herfort. Deswegen plane man schon weiter: Mit dem jetzigen Bescheid seien bereits weitere 10,1 Millionen Euro avisiert.

Das heißt, es könnten insgesamt bis zu 14,5 Millionen Euro Fördermittel für städtebauliche Projekte an die vier Kommunen fließen. „Bis 2030 soll dann jede Kommune den gleichen Anteil bekommen haben“, verspricht Herfort.