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Wird Bautzen Corona-Modellstadt?

Im Stadtrat hat der Oberbürgermeister den Wunsch danach geäußert. Aber es gibt zwei Haken an der Sache.

Bautzens OB wünscht sich mehr Öffnungen im Gegenzug für negative Corona-Testergebnisse - damit die Innenstadt wieder belebt wird.
Bautzens OB wünscht sich mehr Öffnungen im Gegenzug für negative Corona-Testergebnisse - damit die Innenstadt wieder belebt wird. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) wünscht sich, dass Bautzen Corona-Modellstadt wird. Das hat er bei der vergangenen Stadtratssitzung mitgeteilt. Er wünscht sich die Öffnungen von Theater, Gastronomie und Kino – im Gegenzug für negative Schnelltestergebnisse. Ähnlich, wie es gerade in Augustusburg bei Chemnitz gehandhabt wird.

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Modellprojekte wie diese müssen laut Sächsischer Corona-Schutz-Verordnung beim Landratsamt angemeldet und wissenschaftlich begleitet werden. Bislang hat die Stadt Bautzen laut Landratsamt noch keine Bewerbung eingereicht.

Projekt scheitert vorerst an den Kosten

„Ich hatte mich darum bemüht, dass wir ein Modellprojekt nach dem Vorbild Augustusburg bekommen“, sagte Alexander Ahrens. Ein Testzentrum könnte er sich zum Beispiel in der Krone vorstellen. Er habe auch schon Kontakt zu einem Partner von Augustusburg gehabt, der die Teststrukturen bieten könnte.

Oberbürgermeister Alexander Ahrens hat den Wunsch, dass Bautzen Corona-Modellstadt wird und unter anderem Theater, Gastronomie sowie Kino wieder öffnen können - für Besucher mit negativem Testergebnis.
Oberbürgermeister Alexander Ahrens hat den Wunsch, dass Bautzen Corona-Modellstadt wird und unter anderem Theater, Gastronomie sowie Kino wieder öffnen können - für Besucher mit negativem Testergebnis. © Archivfoto: Steffen Unger

Allerdings gibt es zwei Haken an der Sache. Den einen hat Bautzens Oberbürgermeister bereits selber verkündet: die Kosten. „Das mit der Immobilie, das mit der Firma, die IT – das hätte man alles stemmen können“, sagte er. „So ein Test kostet aber Pi mal Daumen 20 Euro. Bei 3.000 Tests am Tag kann man sich leicht ausrechnen, was das für Bautzen bedeutet“, sagte er. Und es sei unklar, ob es dafür Fördertöpfe vom Land gibt. Auf eine erste Nachfrage vom Freistaat habe es geheißen, dass das Projekt in Augustusburg günstiger sei, weil die Stadt weniger Einwohner hat. „Ich werde an dem Thema dranbleiben“, sagte Ahrens.

Zahl der Intensivbetten wird zum Problem

Tatsächlich erklärt Manja Kelch, stellvertretende Pressesprecherin des zuständigen Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK), dass noch in Beratung ist, ob es eine Förderung für Modellprojekte wie diese geben wird. Wann die Entscheidung fällt, ist offen.

Und das SMWK verweist auf den zweiten Haken an der Sache: die Zahl der belegten Krankenhausbetten. Denn Modellprojekte wie diese sind nur zulässig, wenn „das festgelegte Maximum an belegten Krankenhausbetten durch Covid-19-Erkrankte in der Normalstation von 1.300 Betten in Sachsen nicht überschritten wird“, heißt es. Am Mittwoch lag die Zahl in Sachsen bereits bei 1.094 belegten Betten.

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