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Bautzen: Braucht Rattwitz mehr Hochwasserschutz?

Die Stadt hat für den Ortsteil bereits Maßnahmen für rund zwei Millionen Euro eingeplant. Der Ortschaftsrat schlägt aber noch mehr vor.

Von der Rattwitzer Straße in Bautzen geht der Blick übers Feld zur A 4. Von dort kommt bei Starkregen allerdings viel Wasser, was Probleme macht.
Von der Rattwitzer Straße in Bautzen geht der Blick übers Feld zur A 4. Von dort kommt bei Starkregen allerdings viel Wasser, was Probleme macht. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Bei Starkregen wird es problematisch im Bautzener Ortsteil Rattwitz. Dann kommt Wasser etwa durch die Rohre unter der Autobahn, aber auch aus Richtung Dreistern, erklärt der Stiebitzer Ortsvorsteher Torsten Höhne. Immer wieder macht er auf diese Problematik aufmerksam. Durch das Gefälle zwischen Dreistern und Bautzen sammele sich dort Wasser und fließe nördlich der Dresdener Straße in den Jordanbach. Südlich davon nehme der Stiebitzbach das Wasser auf.

Die Stadt Bautzen und der Ortschaftsrat Stiebitz wollen nun gemeinsam über mögliche weitere Lösungen für den Hochwasserschutz westlich des Jordanbachs beraten. Dazu soll es noch in diesem Jahr ein Treffen mit weiteren Beteiligten eines Ingenieurbüros, dem Landesamt für Umweltschutz, Geologie und Landwirtschaft, der unteren Wasserbehörde des Landkreises Bautzen sowie betroffenen Landwirten geben.

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Gespräch mit Experten soll zeigen, was möglich ist

Das bestätigt Bautzens Baubürgermeisterin Juliane Naumann. Sie betont, dass dieses Treffen aber unabhängig von den bereits getroffenen und geplanten Maßnahmen zum Hochwasserschutz rund um den Jordanbach stattfinden werde. „Der Bereich westlich von Rattwitz ist bereits eingerechnet.“

Der Ortschaftsrat Stiebitz hatte dieses Treffen angeregt, um „über Maßnahmen nachzudenken“, wie Ortsvorsteher Torsten Höhne sagt. Der Ausgang sei aber „ergebnisoffen“. Laut Juliane Naumann könnte auch herauskommen, dass nichts getan werden müsse. Das werde sich im Gespräch mit den beteiligten Experten zeigen. Ohnehin könne die Stadt nur dort etwas unternehmen, wo sie auch Besitzerin der Flächen sei oder Zustimmung der jeweiligen Eigentümer erhalte.

Für Rattwitz hat die Stadt Bautzen bereits Hochwasserschutz am Jordanbach in ihrem aktuellen Haushaltsentwurf eingeplant. Wie das Hoch- und Tiefbauamt auf Anfrage mitteilt, sind eine Entwässerungsmulde für 320.000 Euro sowie für insgesamt 250.000 Euro bauliche Änderungen am Rattwitzer Teich und des Durchlasses am Hofweg geplant, wobei der Jordanbach teilweise offengelegt werden soll.

Zudem soll für 1,3 Millionen Euro ein Hochwasserrückhaltebecken zwischen Rattwitz und der Seidau an der ehemaligen Bahnstrecke Bautzen-Hoyerswerda gebaut werden. Ziel sei es, die notwendigen Arbeiten 2022 auszuschreiben und mit dem Bau zu beginnen.

Neues Rückhaltebecken soll Jordanbach entlasten

Die Baubürgermeisterin weist darauf hin, dass es bereits jetzt Verwallungen in Rattwitz gebe, die aber nicht vor Hochwasser, sondern vor Bodenerosion schützen sollen. Das Problem sei hier der Schlamm - und der soll aufgehalten werden. Zu große Wassermengen, die von den Feldern westlich des Jordanbaches kommen und sich in diesen ergießen, sollen künftig etwa durch das neue Hochwasserrückhaltebecken aufgefangen werden. Dadurch werde am Ende auch die Seidau geschützt, durch die der Jordanbach fließt und in die Spree mündet.

Am Stiebitzbach selbst dagegen sei der Hochwasserschutz durch den Ausbau des Flussbettes und weitere Maßnahmen fertig. Nun sollen laut Haushaltsplan der Stadt Bautzen noch zwei Rückhaltebecken hinzukommen: 2022 am Stiebitzer Ortsausgang in Richtung Neukirch rechts der Fahrbahn sowie 2023 nordöstlich der Herrenteichsiedlung.

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