merken
PLUS Bautzen

Wilthen: Wanderweg für Mut-Sucher

Spaziergänger können ab Sonntag einen besonderen Themenweg am Fuß des Mönchswalder Berges erkunden. Aber nur für kurze Zeit.

Wilthens Gemeindepädagoge Holger Pötschke lädt ab Sonntag auf den von ihm erdachten Mut-Weg an den Fuß des Mönchswalder Berges.
Wilthens Gemeindepädagoge Holger Pötschke lädt ab Sonntag auf den von ihm erdachten Mut-Weg an den Fuß des Mönchswalder Berges. © Steffen Unger

Wilthen. Ist es echter Mut, auf einen hohen Baum zu steigen oder ohne Fahrkarte in die Bahn? Ist es mutig zuzugeben, wenn man etwas kaputtgemacht hat? In Wilthen widmet sich jetzt ein neues Projekt solchen Fragen und versucht, insbesondere Kindern auf spielerische Art verschiedene Wege zum eigenen Mut zu vermitteln. Ab Sonntag kann auf einem Themenweg spaziert werden.

An dessen letzten Feinheiten tüftelt Gemeindepädagoge Holger Pötschke am Mittwoch noch in seinem "Chaoszimmer" im Wilthener Kirchgemeindehaus. Auf den Tischen türmen sich aufklappbare Holztafeln, laminierte Schriftstücke und Kisten voller Hölzer, Seile, Fläschchen.

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

All jene Bauteile sollen einen rund 3,5 Kilometer langen Weg vervollständigen, auf dem sich kleine und große Menschen beim corona-konformen Wandern und Spazierengehen mit dem Thema Mut auseinandersetzen können.

"Chaoszimmer" nennt Holger Pötschke den Raum im Kirchgemeindehaus, in dem er derzeit die letzten Feinheiten für seinen Themenweg erledigt.
"Chaoszimmer" nennt Holger Pötschke den Raum im Kirchgemeindehaus, in dem er derzeit die letzten Feinheiten für seinen Themenweg erledigt. © Steffen Unger

Erdacht und konzipiert hat den Weg der Gemeindepädagoge selbst, weil ihm bei der Arbeit im Homeoffice die Decke auf den Kopf zu fallen drohte - und weil seinen ersten Themenweg, der sich während der Weihnachtsfeiertage 2020 mit der biblischen Weihnachtsgeschichte beschäftigte, mindestens 550 Leute besuchten.

Das war Pötschkes Versuch, auch jene zu erreichen, die wegen des Coronavirus diesmal auf den weihnachtlichen Kirchenbesuch lieber verzichteten. Der Versuch gelang. Holger Pötschke begann zu Jahresbeginn mit den Planungen für Themenweg Nummer zwei.

Spaziergänger sollten zwei Stunden Zeit einplanen

Nun also Mut als Thema. Auch das eine Idee, die sich aus dem pandemiebedingten Zeitgeist ergibt? Holger Pötschke schüttelt den Kopf. "Mut braucht man doch immer", sagt er und beginnt zu erklären: Auf der Rundtour, die an der Wilthener Kirche beginnt und endet, geht man in Richtung Frühlingsberg und gelangt schließlich bis zum Wanderparkplatz am Mönchswalder Berg. Von dort geht es über den alten Kirchsteig wieder hinab zum Eichenwäldchen und schließlich zum Ausgangspunkt der Wanderung. Etwa zwei Stunden sollte man sich für die Strecke einplanen, schätzt Pötschke, und in der Dämmerung eine Taschenlampe mitnehmen.

Denn entlang des Weges, der für Ortsfremde ausgeschildert ist, hat Holger Pötschke sieben Stationen erdacht, die vor allem kleinen Mut-Wanderern Vergnügen bereiten dürften: Da soll mit geschlossenen Augen an einer Schnur entlang in den Wald gegangen oder eine schmale Strickleiter hinaufgeklettert werden. Jedes Detail, so scheint es, ist mit Hintersinn ausgesucht. Wenn es etwa darum geht, aus kleinen, kantigen Steinen den höchsten Turm zu bauen, sagt Pötschke: "Mut ist keine Sache von den lauten, waghalsigen Typen, sondern von den Besonnenen."

Inspiration für die Stationen aus dem Internet

Auf die Frage nach den Gründen für seine Themenwahl hat er eine klare Antwort: "Weil wir als Kirche dazu etwas zu sagen haben." Und auch seine eigene Botschaft verrät er: "Man kann über Mut viel nachdenken, aber letztlich muss man die Schritte gehen." Sein Werk beurteilt Holger Pötschke bescheiden. Bei den Inhalten der einzelnen Stationen habe er sich im Internet inspirieren lassen, die Gestaltung stammt von ihm. "Ich bin gelernter Modellbauer", sagt er. Deswegen habe das alles auch nicht viel gekostet.

Voraussichtlich bis zum 7. März soll der Mut-Weg aufgebaut bleiben. Der Vorraum der Kirche bleibt während dieser Zeit länger geöffnet als gewöhnlich. Und danach? Wird die Serie fortgesetzt? Holger Pötschke schmunzelt und sagt: "Ein Schritt nach dem anderen." Aber, das verrät er dann doch, die eine oder andere Idee hätte er schon.

Was ist heute im Landkreis Bautzen wichtig? Das erfahren sie täglich mit unserem kostenlosen Newsletter. Jetzt anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bautzen