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Neues Label will Feiervolk in die Oberlausitz holen

Zwei junge Männer aus der Region planen gemeinsam etwas Großes. Ihr Geheimrezept: spezielle Musik an besonderen Orten.

Haben zusammen ein Label für Elektromusik gegründet: Frederik Nebrich, der Junior-Chef vom Kirschauer Hotel Bei Schumann (l.), und Nino Neumann, DJ aus Ebersbach-Neugersdorf.
Haben zusammen ein Label für Elektromusik gegründet: Frederik Nebrich, der Junior-Chef vom Kirschauer Hotel Bei Schumann (l.), und Nino Neumann, DJ aus Ebersbach-Neugersdorf. © Steffen Unger

Kirschau/Ebersbach-Neugersdorf. Nino Neumann und Frederik Nebrich erlauben sich zu träumen: von der Basteibrücke in der Sächsischen Schweiz, vom MDR-Tower in Leipzig, von der Festung Königstein und dem Kloster Oybin. Anders, als man zunächst vermuten könnte, ist die Leidenschaft der beiden Männer - von denen der eine ein 17-jähriger Schüler aus Ebersbach-Neugersdorf, der andere der Juniorchef des Hotels Bei Schumann in Kirschau ist - nicht etwa der Besuch markanter sächsischer Sehenswürdigkeiten. Beide eint vielmehr die Liebe zur Musik - genauer: die zu den verschiedenen Musikstilen des Elektro. Deren gemeinsames Merkmal ist die Komposition von Klängen mithilfe elektronischer Klangerzeuger.

Aber was hat das mit der Basteibrücke zu tun? Eine ganze Menge, findet Frederik Nebrich und erklärt, was ihm und Nino Neumann vorschwebt. Das ist nicht weniger als die Gründung eines neuen Labels zur Vermarktung hiesiger Künstler: "Unser Ziel ist es, einen Mix zu schaffen aus einem Label aus Sachsen und Veranstaltungsorten, die nicht unbedingt mit Elektromusik in Verbindung gebracht werden, aber in der Kombination damit eine ganz besondere Wirkung entfalten", erklärt Nebrich. Entstehen soll daraus eine Neuheit auf dem Musikmarkt, kündigen beide an.

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Events, die sich von der Masse abheben

Deren Notwendigkeit - insbesondere im Oberlausitzer Raum - kennen die jungen Männer aus dem eigenen Erleben: "Gerade in unserer Ecke gibt es im Bereich der Elektromusik keine hochwertigen Veranstaltungen. Mit unseren Events wollen wir uns von der Masse abheben", sagt Nebrich und meint spektakuläre Optiken vor eingängigem Bass.

Das klingt groß und ist es auch. Vor ihren Ansagen haben die beiden aber keine Angst, denn sie bringen Erfahrung mit. Die Arbeitsaufteilung von Neumann und Nebrich funktioniert aktuell so: Durch Ausbildung und beruflichen Werdegang kann Frederik Nebrich gut mit Menschen kommunizieren, Projekte und Infrastruktur organisieren. Nino Neumann bringt das musikalische Know-How mit in das Projekt. Er soll künftig den Vertrieb steuern; außerdem DJs, Künstler und Veranstaltungsorte zusammenführen.

BWL studieren - und als Produzent Geld verdienen

Bereits seit drei Jahren tritt der 17-Jährige als DJ auf. Die Liebe zur Musik lernte er per Keyboard kennen. Sein erstes Live-Set spielte er auf der Veranstaltung "Tuner mit Herz" 2017 am Bautzener Stausee. Seither tourt er vor allem durch regionale Clubs und über Festival-Areale.

Die Veranstaltungsausfälle durch Corona beflügelten den Schüler zu neuen Projekten: Im vergangenen Jahr gründete er sein eigenes Label. Er plant, nach seinem Abitur in zwei Jahren ein BWL-Studium zu beginnen, und will künftig außerdem von seiner Tätigkeit als Produzent leben. "Wenn man einen Chartsong veröffentlicht, der vier Millionen Streams hat, verdient man schon mal 4.000 Euro", rechnet Neumann vor. Dabei helfen soll "3Tunes", das gemeinsame Label von Neumann und Nebrich, das sich derzeit in Gründung befindet.

Stream aus der Dresdner Yendize

Eine große Auftaktveranstaltung ließen die Bestimmungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bislang nicht zu. Für Nebrich und Neumann ist das kein Grund zu warten. Ende Mai spielte Nino Neumann in der Kuppel der ehemaligen Dresdner Tabakfabrik Yenidze sein erstes Live-Set unter neuem Label. Mangels Publikum wurde die Veranstaltung aufgenommen - mit Kamerafahrten und Drohnenflügen. Derzeit werden die Aufnahmen geschnitten und voraussichtlich kommende Woche auf dem Videoportal YouTube kostenfrei veröffentlicht. Klang und Optik kommen so in die heimischen Wohnzimmer.

Sein erstes Set in der Dresdner Yenidze spielte Nino Neumann wegen der Corona-Pandemie ohne Publikum.
Sein erstes Set in der Dresdner Yenidze spielte Nino Neumann wegen der Corona-Pandemie ohne Publikum. © Markeyoni Production/Marko Svili

Fakt ist: Neumann und Nebrich meinen es ernst, denken langfristig. Sie haben eine GbR gegründet, planen an exklusiven Partys und eigenen Veröffentlichungen. Sogar ein Three-Tunes-Festival, das die beiden gern inmitten der Oberlausitz veranstalten wollen, ist im Gespräch - "frühestens in fünf Jahren", kündigt Nebrich an.

Unterstützungsaktion fürs erste Event gestartet

Was beiden noch fehlt, sind vor diesem Horizont Kleinigkeiten: professionelles DJ-Equipment und das nötige Kleingeld, um das erste größere Event zu organisieren. Die beiden denken für ihre Auftaktveranstaltung an ein bis drei DJs, einen Videografen und ein paar Werbeprodukte. 4.000 Euro, schätzen sie, brauchen sie, um loszulegen. Das ist im Vergleich mit ähnlich gelagerten Projekten wenig. Eine entsprechende Unterstützungsaktion läuft über die Crowdfunding-Plattform Startnext.

Denn die weitere Arbeit wie den Aufbau eines DJ-Netzwerkes bis hin zu nationalen Veranstaltungsorten wollen die beiden aus eigener Kraft auf die Beine stellen. "Wir kommen gut miteinander klar", sagt Nino Neumann. Frederik Nebrich wird noch deutlicher: "Aus der gemeinsamen Energie von uns beiden kann etwas Großes werden", verspricht er.

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