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Bautzen

Individuelles Gedenken an NS-Opfer

Wegen Corona gibt es diesmal am 27. Januar keine offiziellen Veranstaltungen. Der Linken-Kreisverband Bautzen und die Stadt Kamenz bieten Alternativen an.

Am 27. Januar ist Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Veranstaltungen sind in diesem Jahr wegen Corona nicht möglich, doch es gibt Alternativen.
Am 27. Januar ist Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Veranstaltungen sind in diesem Jahr wegen Corona nicht möglich, doch es gibt Alternativen. © Archivfoto: Steffen Unger

Bautzen/Kamenz. Der Bautzener Kreisverband der Partei Die Linke ruft für den 27. Januar zum einzelnen, stillen Gedenken auf. Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie könne man leider am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus nicht wie sonst zusammenkommen. "Wir rufen aber dazu auf, an diesem Tag einzeln im Rahmen eines Spazierganges an den Gedenkorten in der Nähe vorbeizugehen, vielleicht eine Blume niederzulegen und kurz innezuhalten", heißt es in einer Mitteilung des Kreisverbandes.

Unter anderem kann die offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt Kamenz nicht stattfinden. "Auch in dieser Hinsicht muss Zurückhaltung geübt werden", teilt Stadtsprecher Thomas Käppler mit. Die Stadt werde aber selbstverständlich dafür Sorge tragen, dass - stellvertretend für die Bürgerschaft - auch in diesem Jahr ein Kranzgebinde am Ehrenmal am Robert-Koch-Platz niederlegt wird. Damit soll auch in diesen Zeiten der Opfer des Nationalsozialismus gedacht werden.

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Damit der 27. Januar auch auf andere Weise wahrgenommen wird, gibt es auf der Internetseite der Stadt Kamenz Wortmeldungen und Positionen anlässlich dieses Gedenktages. Sie können ab dem 26. Januar abgerufen werden.

Linken-Kreisvorsitzender Silvio Lang sagt zum Gedenktag: "Das Erinnern an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft sollte niemals unterbrochen oder weggelassen werden." Angesichts der aktuellen Lage verzichte man aber auf den Aufruf zu Versammlungen an den Gedenkorten. Man hoffe, dass möglichst viele Menschen bei einem Spazierganges im Laufe des 27. Januar - einzeln oder nur mit dem eigenen Hausstand - an einer Gedenkstätte in ihrer Nachbarschaft kurz innehalten, eine Blume niederlegen und den Opfern von nationalsozialistischem Terror und Krieg ihren Respekt zollen.

Gelegenheit dafür gibt es zum Beispiel in Bautzen an der Neuschen Promenade, wo sich einst eine Außenstelle des KZ Groß-Rosen befand, in Kamenz am Mahn- und Ehrenmal Poststraße/Robert-Koch-Platz oder in Bischofswerda am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus an der Kirchstraße. Auch Stolpersteine sind für das individuelle, stille Gedenken gut geeignet.

Der damalige Bundespräsident Roman Herzog hatte 1996 den 27. Januar zum Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus erklärt. "Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen", hieß es in der Proklamation. Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. (SZ)

Der Beitrag wurde am 22. Januar um 15 Uhr um die Informationen der Stadt Kamenz ergänzt.

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