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Hochkirch: Wo Jung und Alt sich treffen

Die Gemeinde hat einen zentralen Platz auf Vordermann gebracht. Der wird den Bedürfnissen aller Generationen gerecht.

Der Neid der jungen Hochkircher ist Bürgermeister Norbert Wolf (r.) und Projektkoordinator Jens Sterzel gewiss: Der neugestaltete Platz hinterm Gemeindeamt ist noch gesperrt, aber die beiden durften schon mal schaukeln.
Der Neid der jungen Hochkircher ist Bürgermeister Norbert Wolf (r.) und Projektkoordinator Jens Sterzel gewiss: Der neugestaltete Platz hinterm Gemeindeamt ist noch gesperrt, aber die beiden durften schon mal schaukeln. © SZ/Uwe Soeder

Hochkirch. Sehnsüchtig steht ein kleiner Junge am Mittwochvormittag mit seiner Mutter vor dem rot-weißen Bauzaun hinter dem Hochkircher Gemeindeamt. Jenseits der für ihn unüberwindbaren Grenze locken ein neuer Spielturm mit Rutsche, ein Sandkasten, eine Schaukel. Warum er noch nicht hier spielen darf, will er wissen.

Der frische Rasen muss noch ein bisschen wachsen, erklärt Jens Sterzel. Wie lange das noch dauert, will der junge Abenteurer wissen. Jens Sterzel wiegt mit dem Kopf. Das kommt auf das Wetter an, erwidert der Projektkoordinator und Geschäftsführer der Firma Kogis aus Bautzen. Dann formuliert er doch ein Ziel, das in greifbarer Nähe liegt: Ende November, wenn alles gutgeht, darf der kleine Mann die rund 300 Quadratmeter große Fläche endlich erkunden.

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Auf der befindet sich schon seit 20 Jahren ein Spielplatz. Alt und verschlissen war der vor der Neugestaltung, erinnert sich Hochkirchs Bürgermeister Norbert Wolf (parteilos). Stark frequentiert sei er aber dennoch gewesen, obwohl er nicht einmal über eine Rutsche verfügte.

Aus dem zentralen Ort - die Gemeindeverwaltung, das Ballhaus, das auch für private Veranstaltungen vermietet wird, und  ein Haus für altersgerechtes Wohnen befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft - soll nun wieder ein ansehnlicher Dorf-Mittelpunkt werden. Den hat die Gemeinde mit dem schönen Namen Rendezvousplatz überschrieben. Er soll etliche Funktionen erfüllen, wie Norbert Wolf aufzählt: "Bei Feiern im Ballhaus kann hier draußen auch mal ein Grill aufgestellt werden, die Senioren können von den Bänken aus den Kindern beim Spielen zuschauen, und die jungen Familien haben einen Ort, an dem sie sich treffen können."

Bedarf an öffentlichen Treffpunkten steigt

Dorfplätze wie dieser entstehen derzeit in vielen Orten der Region. In Malschwitz wurde gerade der Grundstein für einen gelegt, und  im Großdubrauer Ortsteil Brehmen wird schon gebaut. Woran diese Entwicklung liegt, kann auch Norbert Wolf nicht ohne Zweifel begründen. Zwei Theorien hat er aber doch: "Seit ungefähr drei Jahren gibt es vernünftige Förderprogramme, mit denen auch Kleinstprojekte für die Gemeinden umsetzbar werden."

Mit Mitteln aus einem solchen Förderprogramm, dem Sächsischen Mitmach-Fonds, wurde auch der Rendezvousplatz in Hochkirch finanziert. Und noch eine Erklärung nennt Norbert Wolf: "Es gibt Gemeinden, die sich derzeit drastisch verjüngen. Das geht einher mit steigenden Bedarfen von Kindern und Jugendlichen." Solche Plätze, so der Bürgermeister, seien einfach wieder stärker gewollt - und inzwischen auch möglich.

Mit seiner Beratungsfirma Kogis hat Jens Sterzel die Umsetzung des Projektes für die Gemeinde koordiniert. Er verweist auf das Dach des Spielturms, bei dessen Gestaltung das Weißenberger Unternehmen "Der Spielplatzbauer" freie Hand hatte. Es soll an den Hochkircher Kirchturm erinnern.

Der Spielturm entstand jedoch deutlich schneller als sein großes Vorbild: Im März wurde die 100prozentige Förderung beantragt. Im Juni flatterte die Bewilligung der Gelder auf den Tisch des Bürgermeisters. Im September begann der Bau, seit Oktober warten die jüngsten Hochkircher nur noch auf das Anwachsen des Rollrasens. Gekostet hat das Vorhaben knapp 32.000 Euro - rund 2.000 Euro mehr als ursprünglich veranschlagt. Den fehlenden Rest steuerte die Gemeinde bei, die auch für den Unterhalt der Anlage aufkommt.

Alte Spielgeräte werden wiederverwendet

Auffällig an dem neu gestalteten Rendezvousplatz ist auch der Fallschutz, der Spielturm und Schaukel umgibt. Statt auf herkömmlichen Sand setzten die Planer auf Hackschnitzel - die in diesem Fall aus geschältem Holz ohne Rinde bestehen. Das hat gleich mehrere Vorteile: "Zum einen eignet es sich weniger als Katzenklo, außerdem schont es sogar das Holz, denn auch das leidet, wenn immer wieder sandige Schuhe darauf herumtoben", erklärt Jens Sterzel.

Noch mehr Gelegenheit zum Toben bietet sich auch bald auf der Freizeitanlage beim Pump-Track neben der Hochkircher Sporthalle. Denn während die alten Balancierbalken nicht mehr zu retten waren, werden zwei Federwipper und ein Geschicklichkeitssitz vom alten Spielplatz dort ihren neuen Standort finden. Derzeit werden sie vom Bauhof der Gemeinde auf Vordermann gebracht. Das ist auch für die alte Bank vorgesehen, die sich auf dem jetzigen Rendezvousplatz um einen Baum schmiegt und sich deutlich von den modernen Sitzelementen unterscheidet, die hier schon bald zum Verweilen einladen.

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