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Körse-Therme öffnet wieder

Nach Monaten der Schließung darf im Hallenbad in Kirschau bald wieder gebadet werden. Um seine Zukunft zu sichern, sind aber noch viele Fragen zu klären.

Auch nach Lockerung der Corona-Schutzbestimmungen blieb die Körse-Therme geschlossen. Finanzielle Probleme waren der Grund. Die sind zwar noch nicht von Tisch, baden soll man hier dennoch bald wieder dürfen.
Auch nach Lockerung der Corona-Schutzbestimmungen blieb die Körse-Therme geschlossen. Finanzielle Probleme waren der Grund. Die sind zwar noch nicht von Tisch, baden soll man hier dennoch bald wieder dürfen. © Archivbild: SZ/Uwe Soeder

Schirgiswalde-Kirschau. Die Körse-Therme soll ab November wieder ihre Türen für Besucher öffnen. Das verkündete Sven Gabriel (FDP), Bürgermeister von Schirgiswalde-Kirschau und Vorsitzender des Zweckverbandes, der die Körse-Therme betreibt, nach einer Versammlung der Verbandsmitglieder am Mittwochvormittag. Das Landratsamt Bautzen bestätigte diese Meldung am Nachmittag: "Momentan ist das Ziel der Bemühungen des Landrates eine mögliche Wiedereröffnung am 1. November 2020", heißt es von dort.

Beiden Akteuren zufolge laufen nach intensiver Abstimmung zwischen dem Landkreis und den vier Gemeinden, die bislang für die Finanzierung des Freizeit- und Gesundheitsbades verantwortlich waren, nunmehr die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung an. Dabei gelte es derzeit vor allem, die technischen Voraussetzungen für die Badöffnung zu prüfen. Ist das erledigt, wird es erneut mehrere Wochen  dauern, bis die Anlagen und die über 20 Jahre alten Einrichtungen gewartet und wieder einsatzbereit sind. Darüber hinaus muss ein Hygiene-Konzept zum Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus erarbeitet werden. "Der Zweckverband hat einen Projektsteuerer beauftragt, der die Wiederinbetriebnahme der Körse-Therme plant und koordiniert", so Sven Gabriel. Durch den Einsatz des Fachmannes soll verhindert werden, dass der Termin zur Wiedereröffnung doch noch durch unvorhergesehene Ereignisse gefährdet wird.

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Für die rund 30 Angestellten der Körse-Therme endet damit die coronabedingte Kurzarbeit. Man wolle mit der Wiedereröffnung der hohen Nachfrage aus der Bevölkerung gerecht werden, erklärt Gabriel die überraschende Wendung. Die Mitarbeiter wurden bereits über die neuen Pläne informiert: "Unsere Kurzarbeit geht noch bis Ende September. Uns wurde Ende August gesagt, dass wir uns ab Oktober bereithalten sollen, weil wir dann möglicherweise die Wiedereröffnung vorbereiten sollen", äußerte eine Angestellte der Körse-Therme, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, gegenüber Sächsische.de. Ihr ist aber auch bekannt, dass diese guten Neuigkeiten erst wirksam werden, wenn der Kreistag sich in seiner Sitzung am 28. September mehrheitlich dafür ausspricht, die Finanzierung des Badbetriebes abzusichern.

Kostenfrage ist nicht geklärt

Denn gelöst ist das Problem um den Weiterbetrieb des stark defizitären Hallenbades noch längst nicht. Weil die Stadt Schirgiswalde-Kirschau und die Gemeinden Sohland, Obergurig und Beiersdorf infolge der Corona-Pandemie in den umsatzstarken Monaten hohe finanzielle Einbußen im ohnehin nicht wirtschaftlichen Badbetrieb hinnehmen mussten, hatten sie sich dazu entschieden, die Körse-Therme nicht wieder zu öffnen, bis der Landkreis fest zusagt, die Kosten für den Unterhalt des Bades zu übernehmen. Seit Monaten ringen die Gemeinden und der Landkreis gemeinsam mit dem Freistaat um eine Lösung. 

Folglich äußerten sich am Mittwoch weder der Landkreis, noch der Zweckverband  zu der Frage, ob die Finanzierung der Wiedereröffnung zwischenzeitlich geklärt werden konnte. Auch die Höhe der Aufwendungen lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Rund 30.000 Euro fallen allein für die Wartung der technischen Anlagen an, die turnusmäßig jedes Jahr durchgeführt werden müssen. Welche zusätzlichen Mittel abgerufen werden müssen, um das Bad wieder in Betrieb zu nehmen, lässt sich derzeit noch nicht beziffern: "Wir müssen erst feststellen, was wir zusätzlich brauchen - ob es etwa defekte Pumpen gibt oder kaputte Fliesen", so Gabriel weiter.

Sanierung rückt in die Ferne

Verstärkt wird das Problem noch durch die notwendige Sanierung. Zwischen zehn und 20 Millionen Euro wird es kosten, die technischen Anlagen zu erneuern und das Bad zeitgemäß auszustatten. Ursprünglich war das Vorhaben für das Frühjahr kommenden Jahres geplant. Daraus wird definitiv nichts: "Der Starttermin der umfangreichen Arbeiten ist aufgrund der Entwicklungen der letzten Monate nicht mehr zu halten", heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Noch wurde für die Kreistagssitzung am 28. September keine Tagesordnung veröffentlicht. Es ist also derzeit noch völlig unklar, ob die Räte an diesem Tag über den Antrag der vier Zweckverbandsmitglieder entscheiden oder ob ein Änderungsantrag vorgelegt wird. Vor der Sommerpause des Kreistages hatten Schirgiswalde-Kirschau, Sohland, Obergurig und Beiersdorf einen gemeinsamen Antrag eingereicht, der die volle Übernahme der Körse-Therme durch den Landkreis fordert.

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