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Wilthen: Das ist neu im Schulzentrum

Eine moderne Lehrküche, zusätzliche Fachkabinette, digitale Tafeln: Die Stadt hat 1,3 Millionen Euro in ihre drei Schulen investiert - und noch mehr vor.

120.000 Euro hat die Stadt Wilthen in die neue Lehrküche der Oberschule investiert. 20 Jahre soll sie nach Ansicht von Bürgermeister Michael Herfort mindestens genutzt werden.
120.000 Euro hat die Stadt Wilthen in die neue Lehrküche der Oberschule investiert. 20 Jahre soll sie nach Ansicht von Bürgermeister Michael Herfort mindestens genutzt werden. © SZ/Uwe Soeder

Wilthen. "Das ist ein ganz schön teures Klassenzimmer", sagt Wilthens Bürgermeister Michael Herfort (CDU), als er durch die neue Lehrküche in der Goethe-Oberschule führt. 120.000 Euro hat die Ausstattung des 60 Quadratmeter großen Raumes gekostet. Sechs Schüler-Arbeitsplätze stehen nun dort zur Verfügung, dazu ein Beamer und als besondere Zugabe eine geschenkte Lautsprecheranlage. Ergänzt wird all das durch eine Hochleistungsspülmaschine und großzügige Kühlmöglichkeiten. Dominiert wird die Küche von Edelstahl in Gastronomie-Qualität.

Finanziert hat die Stadt das Koch-Paradies allein. "Hier sind null Prozent Fördermittel geflossen", sagt Michael Herfort mit unverkennbarem Stolz. Aber er hat auch Erwartungen an die neuen Unterrichtsbedingungen: "Die alte Lehrküche war von 1993. Zwei Jahrzehnte muss die neue mindestens halten."

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Edelstahl dominiert den 60 Quadratmeter großen Raum, in dem die Wilthener Oberschüler seit Schuljahresbeginn ihren Hauswirtschaftsunterricht haben.
Edelstahl dominiert den 60 Quadratmeter großen Raum, in dem die Wilthener Oberschüler seit Schuljahresbeginn ihren Hauswirtschaftsunterricht haben. © SZ/Uwe Soeder

Die Investition in die moderne Ausstattung für den Hauswirtschaftsunterricht ist nicht die einzige Ausgabe, die die Stadt während der Sommerferien getätigt hat, um das Wilthener Schulzentrum, das aus Grund- und Oberschule sowie Gymnasium besteht, auf die veränderten Anforderungen und die erwartete Entwicklung der Schülerzahlen vorzubereiten.

Die offensichtlichste Neuerung befindet sich auf dem ehemaligen Sammelplatz des Schulzentrums, ziemlich genau zwischen Oberschule und Kantinengebäude. Hier entstanden in Containern vier Fachkabinette für Musik, Kunst, Biologie und Physik. Treppenhaus und Sanitärbereiche komplettieren die Ausweichmöglichkeit, mit der die Stadt als Schulträger auf die gestiegenen Schülerzahlen reagiert.

"Wir haben einen Zaun um die Anlage errichtet, den Grund asphaltiert und per Richtfunk eine Funkverbindung eingerichtet. Die Containerschule funktioniert autark, im Inneren hat man das Gefühl, man befindet sich in einem vollwertigen Schulgebäude", sagt Michael Herfort.

Am Dienstag montierten Techniker in der neuen Containerschule digitale Tafeln. Ganz auf Kreide müssen die Lehrer aber auch künftig nicht verzichten.
Am Dienstag montierten Techniker in der neuen Containerschule digitale Tafeln. Ganz auf Kreide müssen die Lehrer aber auch künftig nicht verzichten. © SZ/Uwe Soeder

Um den Unterrichtsablauf zeitgemäß gestalten zu können, montieren am Dienstag Techniker digitale Tafeln in den Räumen. 65 Zoll sind die Monitore groß. Ergänzt werden sie durch jeweils zwei Flügel, die die herkömmliche Tafelnutzung mit Kreide weiterhin erlauben. Bedienbar sind die neuen High-Tech-Tafeln per eingebautem Rechner, aber auch ein Laptop lässt sich dort anschließen. Ganz neue Unterrichtsformen seien durch die Technik möglich, verspricht Michael Herfort, unter einer Voraussetzung: "Das Entscheidende ist, dass die Lehrer mit der neuen Software klarkommen."

Sonnen- und Brandschutz im Gymnasium verbessert

Investiert hat Wilthen aber nicht nur in die Oberschule. So hat etwa das Immanuel-Kant-Gymnasium neuen Sonnenschutz, neue Brandschutz- und Klassenzimmertüren erhalten. Ein schmaler Glaseinsatz in den Türen ermöglicht inzwischen den Blick in nahezu jeden Unterrichtsraum. Fortgesetzt werden die Arbeiten am Gymnasium in den Herbstferien. Noch stehen Malerarbeiten im Treppenhaus und in den Gängen aus.

Was mit den alten Lehrbildern an den Wänden im Anbau passieren soll, in dem sich die Fachkabinette befinden, wird noch entschieden. Aus Michael Herforts Sicht sprechen zwei Argumente für den Erhalt: "Das sind gewachsene Arbeiten, die hilfreich für die Schüler sind. Darüber hinaus spart es uns ein bisschen Geld, wenn wir sie nicht übermalen."

Einige Meter weiter, im Gebäude an der Schulstraße 19, das sich der Hort, Vereine und die Außenstelle der Kreismusikschule teilen, wurden neue Sanitäranlagen installiert.

Zahl der Schüler steigt von Jahr zu Jahr

1,3 Millionen Euro haben alle Arbeiten insgesamt gekostet. 800.000 Euro hat die Stadt aus Eigenmitteln beigesteuert. 500.000 Euro kamen an Fördermitteln hinzu. 300.000 Euro mehr, als ursprünglich veranschlagt, hat das Vorhaben gekostet. "Dafür haben wir auch mehr gemacht", sagt Herfort ohne Groll.

Er sieht die Gelder als Investition in die Zukunft des Schulstandortes und rechnet vor: "Anhand der jetzigen Zahl der Erstklässer in der Region und dem bisherigen Anmeldeverhalten an den weiterführenden Schulen gehen wir davon aus, dass die Schülerzahlen in Wilthen künftig um etwa zehn Prozent steigen werden." Wo derzeit 1.034 Schüler lernen, rechnet Herfort 2025 mit 1.150 bis 1.200 Schülern. Danach werde sich die Zahl wohl konsolidieren. Die Containerschule, denkt er, werde daher nur für drei bis fünf Jahre gebraucht. Dann kann sie wieder abgebaut werden.

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