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Sachsen weitet Schweinepest-Sperrzonen aus

Große Teile der Landkreise Bautzen und Görlitz sowie ein Teil von SOE gelten als gefährdetes Gebiet oder Pufferzone. Diese Regeln gelten dort jetzt.

Zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest wurden jetzt die Sperrzonen in den Landkreisen Bautzen und Görlitz ausgeweitet.
Zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest wurden jetzt die Sperrzonen in den Landkreisen Bautzen und Görlitz ausgeweitet. © Symbolfoto: dpa

Bautzen/Görlitz. Der Freistaat Sachsen erweitert die Gebiete, in denen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) spezielle Regeln gelten. Grund dafür sind Funde von infizierten Wildschweinen nahe des Schutzzaunes, informiert Juliane Morgenroth, Pressesprecherin des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Staatsministerin Petra Köpping erklärt: »Weil wir an Afrikanischer Schweinepest erkrankte Tiere in unmittelbarer Nähe der bisherigen Gebietsgrenze gefunden haben, waren wir zur Erweiterung der Zonen gezwungen." Es werde jetzt unverzüglich mit der Umzäunung des gefährdeten Gebietes begonnen. Für die Bekämpfung der Tierseuche sollen mehr finanzielle und personelle Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden.

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Diese Gebiete sind jetzt betroffen

Die "gefährdetes Gebiet" genannte innere Restriktionszone - nach neuem EU-Recht nunmehr Sperrzone II - umfasst jetzt außer dem gesamten nördlichen Bereich des Landkreises Görlitz auch Teile der Gemeinden Spreetal, Lohsa, Radibor und den größten Teil des Stadtgebietes Bautzen. Im Süden verläuft sie über eine Linie südlich der A 4 von Bautzen über Löbau bis nahe Ostritz an der Landesgrenze zu Polen.

© Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Ges

Die Pufferzone - Sperrzone I - verläuft mittig durch den Landkreis Bautzen bis zur Grenze des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und umfasst von dort gen Osten die gesamten Bereiche der Landkreise Bautzen und Görlitz.

Diese Regeln gelten im gefährdeten Gebiet

Im gefährdeten Gebiet wird die Jagd auf alle Tierarten erlaubt und eine verstärkte Jagd auf Schwarzwild ausdrücklich angewiesen. Erlegtes Wild, Wildbret und Wildschweinerzeugnisse dürfen das gefährdete Gebiet nicht verlassen. Für gesund oder krank erlegte Wildschweine sowie deren Beprobung wird zur unschädlichen Beseitigung eine Aufwandsentschädigung von 150 Euro gezahlt. Alternativ können die Jäger gesund erlegte Wildscheine selbst verwerten. Sie erhalten in dem Fall eine Aufwandsentschädigung in Höhe von zehn Euro je männlichem Wildschwein und 50 Euro je weiblichem Wildschwein.

Für die Halter von Hausschweinen sind Auslauf- und Freilandhaltung im gefährdeten Gebiet sowie das Verbringen von Schweinen und Schweineprodukten verboten. Außerdem dürfen sie Schweine und Schweineprodukte nicht aus diesem Gebiet bringen.

Im betroffenen Gebiet müssen Hunde an der Leine geführt werden. Für Land- und Forstwirtschaft bestehen keine allgemeinen Beschränkungen. Sie können im Einzelfall aber erlassen werden.

Das ist in der Pufferzone zu beachten

In der Pufferzone, die das gefährdete Gebiet von Gebieten ohne Ausbrüche trennen soll, sind Drückjagden und der Einsatz von Jagdhunden, die das Wild beunruhigen können, grundsätzlich untersagt - Genehmigungen im Einzelfall jedoch möglichen. Auch weitergehende Jagdverbote können erlassen werden.

Es ist verboten, lebende und erlegten Wildschweine, Wildschweinefleisch und Wildschweinefleischerzeugnissen innerhalb oder aus der Pufferzone heraus zu verbringen. Eine Ausnahme bildet der Transport vom Erlegungsort zur Entsorgung oder direkt in eine Wildkammer. Nach Vorlage eines negativen ASP-Befundes für das erlegte Tier können die Landratsämter Ausnahmen von diesen Verboten genehmigen.

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Alle Betriebe zur Haltung und Zucht von Hausschweinen in den Restriktionszonen sind zur Einhaltung strenger Sicherheitsmaßnahmen verpflichtet. Hausschweine aus der Pufferzone dürfen innerhalb der Bundesrepublik Deutschland genehmigungsfrei transportiert werden. Schweine aus dieser Zone ins Ausland zu bringen, bedarf einer Genehmigung durch das zuständige Landratsamt.

Eine interaktive Kartendarstellung beider Restriktionszonen gibt es hier.

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