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Sorbisches Wegkreuz in Salzenforst saniert

Die Arbeiten an dem religiösen Denkmal wurden vom Freistaat finanziert. Eine Partnerstadt Bautzens schenkt noch etwas für Pilger dazu.

Der katholische Dompfarrer und Domkapitular Veit Scapan weihte das sanierte Wegkreuz in Salzenforst gemeinsam mit einem Vertreter der evangelischen Kirche und dem sorbischen Superintendenten.
Der katholische Dompfarrer und Domkapitular Veit Scapan weihte das sanierte Wegkreuz in Salzenforst gemeinsam mit einem Vertreter der evangelischen Kirche und dem sorbischen Superintendenten. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Im Bautzener Ortsteil Salzenforst ist jetzt ein sorbisches Wegkreuz saniert und feierlich geweiht worden. Das teilte die Stadtverwaltung Bautzen mit. Im Rahmen der Weihe am Freitagabend sagte Ortsvorsteher Manfred Kieschnik, dass der Ort mit dem Pilgerkreuz ein Stück seiner Identität zurückbekomme. „Ich freue mich außerordentlich, dass Bürgermeister Robert Böhmer es ermöglicht hat, das Kruzifix und den gesamten Platz im Ortszentrum wieder herrichten zu lassen.“

Auf dem Areal an der Kreuzung Handrij-Zejler-Straße/Schwalbenweg/Bergweg wurden der Granitsockel, das Kruzifix und die Inschrift komplett überarbeitet. Demnächst soll noch eine überdachte Holzbank als Pilgerrast aufgestellt werden. Das Wegkreuz steht in unmittelbarer Nähe zum ökumenischen Pilgerweg durch die Oberlausitz an der alten Via Regia.

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Wegkreuz wird ökumenisch geweiht

Neben dem Ortsvorsteher und Bautzens Finanzbürgermeister Robert Böhmer waren auch der evangelische Pfarrer Andreas Höhne von Sankt Michael, der sorbische Superintendent Christoph Rummel sowie der katholische Dompfarrer und Domkapitular Veit Scapan vor Ort, die das Kreuz ökumenisch weihten.

Das habe mit der Geschichte des Ortes zu tun, erklärte die Stadtverwaltung. Demnach gehörten die Salzenforster einerseits als Untertanen des Domstifts St. Petri der katholischen Gemeinde in der Stadt an. Andererseits waren sie als Teil des sorbischen dörflichen Umlands der Stadt auch Mitglied der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde St. Michael. Beide Konfessionen hätten so im Laufe der Jahrhunderte das Zusammenleben im Dorf geprägt.

Sockel war verwittert, Kruzifix verrostet

Das jetzige Wegkreuz sei zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet worden und zeuge laut Stadtverwaltung von der Identität des alten Bautzener Domstiftsdorfes Salzenforst/Słona Boršć. „Vermutlich stand an dieser Stelle seit alters her ein katholisches Wegkreuz. Zur 660-Jahr-Feier des Ortes im Jahr 2019 ist dieses Denkmal freigelegt und zumindest wieder sichtbar gemacht worden“, heißt es in der Mitteilung. Der Steinsockel sei jedoch verwittert und das Kruzifix stark vom Rost angegriffen gewesen. Die Inschrift des Sockels „Pokoj budź z Wami!“ (Friede sei mit Euch) habe man nur noch in Teilen lesen können. Zudem sei es von Sträuchern umwachsen und von der Witterung stark gezeichnet gewesen.

Finanziert wurde die Sanierung des Wegkreuzes mit Mitteln aus dem Pauschalengesetz des Freistaates Sachsen zur Stärkung des ländlichen Raumes. Der Ortsteil Salzenforst-Bolbritz erhielt 7.500 Euro, womit neben der Sanierung des Kreuzes auch die Pflasterarbeiten finanziert werden konnten.

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Bautzens Finanzbürgermeister Robert Böhmer sagte: „Auch, wenn vom unabänderlichen Lauf der Zeiten scheinbar vieles verschlungen wird – dieses sichtbare Zeichen, dieses Wegkreuz, das unsere Vorfahren setzten, bleibt. Wir sind für unsere Stadt sehr dankbar, erstmals auch den kulturellen Erhalt eines solchen religiösen Kleindenkmals finanziert zu haben.“ Die überdachte Pilgerraststätte ist laut Stadtverwaltung ein Geschenk der Partnerstadt Heidelberg zum 30-jährigen Bestehen der Partnerschaft. (SZ)

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