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Kamenzer THW hilft im Katastrophengebiet

Am Montag sind zehn Einsatzkräfte nach Rheinland-Pfalz aufgebrochen. Auch das Bautzener THW ist im Hochwassereinsatz - hatte aber eine kürzere Anreise.

Kamenzer THW-Helfer sind derzeit im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz im Einsatz - sie verpflegen dort andere Einsatzkräfte.
Kamenzer THW-Helfer sind derzeit im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz im Einsatz - sie verpflegen dort andere Einsatzkräfte. © THW Kamenz

Kamenz/Bautzen. Die Fachgruppe "Logistik Verpflegung" des Technischen Hilfswerks (THW) Kamenz ist seit Dienstag in Bad Neuenahr-Ahrweiler im schwer von der Hochwasser-Katastrophe betroffenen Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Gemeinsam mit einer anderen „Logistik Verpflegung“ -Truppe aus dem baden-württembergischen Achern verpflegen die Kamenzer die Einsatzkräfte vor Ort.

Zehn Einsatzkräfte waren dafür am Montagmittag mit vier Fahrzeugen in Kamenz aufgebrochen. „Wir wurden um 4.30 Uhr über die Rufbereitschaft der Regionalstelle informiert, haben alles gepackt, Lebensmittel und Getränke eingekauft und verladen. Abfahrt war gegen 12.30 Uhr“, sagte Ortsbeauftragter Ringo Berg, der selbst in Kamenz geblieben ist, am Montagnachmittag gegenüber Sächsische.de.

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Er rechnete damit, dass die Helfer gegen 19 Uhr am Einsatzort eintreffen. Tatsächlich kamen sie aber erst gegen Mitternacht an. Dann wurde noch bis 2.30 Uhr aufgebaut. Voraussichtlich am Sonntag werden die Kamenzer THW-Helfer nach Hause zurückkehren.

Bautzener THW in Bad Schandau im Einsatz

Auch der Bautzener Ortsverband des THW ist im Hochwassereinsatz, hatte aber eine weitaus kürzere Anreise. Seit Mittwochmorgen befreien 15 Helfer in Bad Schandau einen Flutgraben von Geröll. „Der 40 Meter lange unterirdische Flutgraben ist auf den letzten zehn Metern durch Geröll zugeschüttet worden. Wir räumen den Durchgang jetzt wieder frei“, erklärt THW-Sprecher André Stickel. Das sei wichtig, damit das Wasser wieder ungehindert durchfließen kann. Derzeit gebe es einen Durchlass von lediglich 50 Zentimetern.

Der unterirdische Graben ist laut Stickel etwa 1,60 Meter hoch und etwa zwei Meter breit. Die Helfer müssen sich demnach mit Licht, einem Notstromaggregat sowie Handwerkszeug in gebückter Haltung 30 Meter bis zum Einsatzort bewegen, um dort das Geröll per Hand zu beräumen. „Das ist schwere Arbeit und sicher nichts für Menschen mit Klaustrophobie“, führt André Stickel weiter aus.

Das Geröll werde durch einen Gully sowie durch ein Loch in dem Graben und auf Schleiftragen nach draußen transportiert. Danach müsse das Loch im Graben durch die Straßenmeisterei geschlossen werden. Der THW-Sprecher hofft, dass der Einsatz noch an diesem Mittwoch beendet werden kann. Ein zweiter Tag sei aber vorsorglich mit eingeplant.

Das THW Bautzen war erst am vergangenen Wochenende bei den Überschwemmungen in Neukirch im Einsatz und befand sich in Alarmbereitschaft für einen möglichen Einsatz im Westen Deutschlands. Der Ortsverband rechnete da aber schon mit einem Einsatz in der Sächsischen Schweiz. Sowohl in Bad Schandau als auch anderen Orten ist es am vergangenen Wochenende ebenfalls zu Überschwemmungen gekommen, die schwere Schäden verursacht haben.

Die Bautzener Ortsgruppe des Technischen Hilfswerks ist derzeit in Bad Schandau im Hochwassereinsatz. Das Foto zeigt den Leiter Stab, Andreas Heinrich (l.) und Andre Stickel, der für die Pressearbeit zuständig ist.
Die Bautzener Ortsgruppe des Technischen Hilfswerks ist derzeit in Bad Schandau im Hochwassereinsatz. Das Foto zeigt den Leiter Stab, Andreas Heinrich (l.) und Andre Stickel, der für die Pressearbeit zuständig ist. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Noch verheerender sind die Schäden, die das Hochwasser in der vergangenen Woche vor allem im Westen Deutschlands angerichtet hat. Durch den Dauerregen wurden ganze Landstriche überflutet. Häuser stürzten ein, Straßen wurden unterspült. Mehr als 170 Menschen verloren ihr Leben.

Landkreis Bautzen hat Spendenkonto eingerichtet

Bautzens Landrat Michael Harig (CDU) hatte bereits kurz danach über den Partnerlandkreis Alzey-Worms (Rheinland-Pfalz) Hilfe bei der Bewältigung der Hochwasserkatastrophe angeboten.

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Für Betroffene in den Hochwassergebieten hat das Landratsamt zudem ein Spendenkonto eingerichtet:

Kontoinhaber: Landratsamt Bautzen
IBAN: DE 73 855 500 00 100 480 2800
Verwendungszweck: Hochwasserhilfe 2021

Der Beitrag wurde am 21. Juli 2021 um 15 Uhr aktualisiert.

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