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Wer tritt 2022 in Bautzen zur OB-Wahl an?

Im nächsten Jahr wählen die Bautzener die neue Stadtspitze. Neben dem Amtsinhaber gibt's jetzt einen zweiten Kandidaten. Ein dritter überlegt noch.

Bringen sich für die OB-Wahl 2022 in Bautzen in Stellung: Amtsinhaber Alexander Ahrens (SPD/l.) und Stadtführer Andreas Thronicker (parteilos/Mitte) haben bereits erklärt, dass sie kandidieren wollen. Karsten Vogt (CDU) überlegt noch.
Bringen sich für die OB-Wahl 2022 in Bautzen in Stellung: Amtsinhaber Alexander Ahrens (SPD/l.) und Stadtführer Andreas Thronicker (parteilos/Mitte) haben bereits erklärt, dass sie kandidieren wollen. Karsten Vogt (CDU) überlegt noch. © Archivfotos: SZ/Uwe Soeder (2), privat

Bautzen. Ob die Stadt Bautzen einen neuen Oberbürgermeister bekommt oder nicht, entscheidet sich im nächsten Jahr. Im Juni 2022 steht die Bürgermeisterwahl an. Noch ist offen, unter wie vielen Namen auf dem Stimmzettel die Bautzener dann auswählen können. Bisher haben zwei angekündigt, dass sie antreten wollen.

Bereits im Sommer erklärte gegenüber Sächsische.de Amtsinhaber Alexander Ahrens (SPD), der die Wahl 2015 im zweiten Wahlgang mit knapp 50 Prozent gewonnen hatte, erneut kandidieren zu wollen. Er könne „auf eine Reihe von Erfolgen zurückblicken und auf weitere Projekte, die angeschoben sind und auf Umsetzung warten“. Das seien Gründe dafür, wieder anzutreten.

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Jetzt hat sich der zweite Kandidat öffentlich zu Wort gemeldet. In einem Facebook-Video erklärte Stadtführer Andreas Thronicker am späten Montagabend, sich nach 2015 im kommenden Jahr erneut zur Wahl zu stellen. Sein Credo werde „Ich liebe Bautzen“ sein. Im Video steht Andreas Thronicker, der in Bautzen auch als Lauentürmer bekannt ist, auf dem Hauptmarkt vor dem Rathaus, er trägt ein blaues T-Shirt. Darauf ist ebendieser Satz in deutscher und sorbischer Sprache zu lesen.

Er wolle im Vorfeld der Wahl und danach mit Händlern, Vereinen und Institutionen ins Gespräch kommen, um „alles zu tun, damit das, was gut ist, gut bleibt und das, was verbesserungswürdig ist, verbessert wird“. Im weiteren Verlauf des Videos besucht der Stadtführer ein Geschäft in der Bautzener Altstadt und unterhält sich mit der Inhaberin.

Zuvor spricht Thronicker auch über sein Wahlziel, wenngleich mit deutlichem Augenzwinkern. Statt der 4,6 Prozent wie bei der vergangenen OB-Wahl - damals traten sechs Kandidaten an - wolle er diesmal 70 Prozent der Stimmen erreichen. Das Video sei der erste Teil einer Reihe, die nun nach Möglichkeit wöchentlich bis zur OB-Wahl fortgesetzt werden solle.

Beim Telefonat mit Sächsische.de erklärt Andreas Thronicker, dass die 70 Prozent natürlich nicht ganz ernst gemeint und zu hoch gegriffen sind. Seine Kandidatur sei aber keine Scherzaktion. Bei der Wahl 2015 sei er unerfahren gewesen. Diesmal wolle er eine echte Alternative bieten.

Thronicker will den Tourismus stärken

In den kommenden Wochen und Monaten werde er sich zu bundespolitischen und lokalen Themen äußern. Dies betreffe etwa die Arbeit der Stadtverwaltung, die Thronicker an verschiedenen Punkten kritisch sieht, etwa bei der Wirtschaftsförderung oder dem Tourismus.

Dieser würde ohne die ehrenamtliche Arbeit nicht stattfinden. Deshalb wolle er den Tourismus in Bautzen stark machen und die wichtige ehrenamtliche Arbeit professionell unterstützen. Dafür benötige man ein Leitbild. So wie sich für Görlitz wegen der häufigen Dreharbeiten mittlerweile der Begriff „Görliwood“ etabliert habe, brauche man ein Leitbild für Bautzen. Das könne „Stadt der Türme“ sein. Er wolle sich auch dafür einsetzen, dass das Projekt Güterbahnhof verwirklicht wird.

So wie es derzeit aussieht, werden Alexander Ahrens und Andreas Thronicker zur Wahl wahrscheinlich mindestens einen weiteren Konkurrenten um den OB-Posten bekommen. Das könnte Karsten Vogt für die CDU sein. „Ich denke darüber nach, mich zur Wahl zu stellen“, sagt der Leiter des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums gegenüber Sächsische.de. Für diese Entscheidung seien aber noch einige Dinge zu klären und Ideen konkret zu formulieren.

Sollte sich Karsten Vogt entschließen zu kandidieren, könnte er am 20. November nominiert werden. An diesem Tag kommt der CDU-Stadtverband Bautzen zusammen, wie dessen Vorsitzender Christoph Mehnert bestätigt.

FDP favorisiert gemeinsamen Kandidaten

Ob auch die AfD einen Bewerber für die OB-Wahl nominieren wird, steht laut Sieghard Albert, dem Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, noch nicht fest. Er erklärt, dass es dazu seitens seiner Partei noch keine Entscheidung gebe. Auch die Fraktionen der Grünen und der Linken haben sich noch nicht dazu verständigt, ob es eigene Kandidaten geben soll oder ob andere unterstützt werden.

Das ist auch bei der FDP noch offen. Klar sei für seine Partei aber, dass Bautzen einen neuen OB braucht, sagt Fraktionsvorsitzender Mike Hauschild. „Wir haben jetzt seit sechs Jahren Stillstand und Rückschritte. So darf es nicht weitergehen.“ Er plädiere für einen gemeinsamen Kandidaten der bürgerlichen Kräfte in Bautzen. Dafür seien aber noch Gespräche nötig. „Ein guter OB benötigt die Unterstützung der Stadträte. Die hat Alexander Ahrens nicht.“ Damit auch die Wähler wissen, mit wem sie es zu tun haben, sollte die Entscheidung für einen solchen gemeinsamen Kandidaten noch vor dem Frühjahr fallen, so Hauschild.

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