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Wilthens Gymnasium hat einen neuen Schulleiter

Markus Straube ist jetzt Chef des Immanuel-Kant-Gymnasiums. Er übernahm die Leitung unter erschwerten Bedingungen - und hat große Pläne.

Seit Schuljahresbeginn leitet Markus Straube als neuer Rektor das Immanuel-Kant-Gymnasium in Wilthen, nachdem die Stelle ein Jahr lang nur kommissarisch besetzt war.
Seit Schuljahresbeginn leitet Markus Straube als neuer Rektor das Immanuel-Kant-Gymnasium in Wilthen, nachdem die Stelle ein Jahr lang nur kommissarisch besetzt war. © SZ/Uwe Soeder

Wilthen. Es waren herausfordernde Bedingungen, unter denen Markus Straube zu Beginn dieses Schuljahres seine neue Stelle als Direktor des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Wilthen angetreten hat: Da wäre die Corona-Pandemie, die Schülern und Lehrern einiges an Flexibilität abverlangt hat und weiterhin abverlangt. Hinzu kommen die umfangreichen Renovierungsarbeiten, die das Schulhaus optisch aufwerten und an neue Anforderungen anpassen sollen. Zu guter Letzt gilt es derzeit, Gebäude, Schüler und Lehrpersonal auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorzubereiten.

Darüber hinaus hat Markus Straube noch viele eigene Pläne: Mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres soll auch in den unteren Klassenstufen das Doppelstundenmodell eingeführt werden - zunächst als Test, auf den eine Evaluation folgen soll. "Wir müssen offen an die Geschichte rangehen. Das Kollegium ist dem Vorhaben gegenüber aufgeschlossen, hat aber auch Respekt vor dem Plan und erwartet, im Anschluss an die Testphase die gemachten Erfahrungen ordentlich zu reflektieren", so der neue Rektor.

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Allerhand organisatorische Neuerungen

Aus Sicht von Markus Straube hat das Vorhaben gleich mehrere Vorteile: Das Gepäck in den Ranzen der Schüler verringert sich, zudem müssen sich die Lernenden genau wie die Lehrenden auf weniger Fächer pro Tag vorbereiten, können somit mehr Aufmerksamkeit auf einen Fachbereich lenken. Im selben Atemzug sollen kooperative Lernformen getestet werden.

Markus Straube erklärt: "Dabei handelt es sich um Methoden, bei denen die Schüler miteinander und voneinander lernen können." Im Mittelpunkt stehe dann weniger die Benotung der Leistung, sondern viel mehr die Frage, wie gut das Gelernte dauerhaft behalten werden kann. Nicht zuletzt steigere diese Form des Lernens auch die Kooperationsfähigkeit der Schüler.

Überhaupt sieht Markus Straube in der individuellen Ansprache der einzelnen Schüler, genau wie in der Vermittlung von Nachhaltigkeit als ganzheitlichem Ansatz die großen Herausforderungen in der Schule der Zukunft. Die Schule, so Straube, müsse in Zukunft ihre Vorbildfunktion noch stärker ausbauen. Zudem sieht er eine noch stärkere Tendenz in Richtung der Ganztagsschule mit ihren Möglichkeiten zur talentorientierten Förderung.

In den Sommerferien wurde am Kant-Gymnasium unter anderem der Sonnenschutz an der Südfassade erneuert. Derzeit laufen Malerarbeiten im Inneren des Gebäudes.
In den Sommerferien wurde am Kant-Gymnasium unter anderem der Sonnenschutz an der Südfassade erneuert. Derzeit laufen Malerarbeiten im Inneren des Gebäudes. © SZ/Uwe Soeder

Kurzum: Alles neu in Wilthens Gymnasium? Nicht ganz. In seiner Herangehensweise folgt Markus Straube einem ehernen Prinzip: "Ich möchte Altbewährtes am Laufen halten und Raum schaffen für Innovationen." Viele Neuerungen, die der 37-Jährige in Wilthen testweise einführen will, kennt er von seiner jüngsten Arbeitsstelle. Gemeinsam mit seiner Frau, die ebenfalls Lehrerin ist, lehrte Straube von 2014 bis 2019 am Erwin-Strittmatter-Gymnasium in Spremberg. 

Dort kam das Doppelstunden-Modell bereits zum Einsatz. "Es gab dazu sehr viel positives Feedback. Unter anderem, weil das Blockmodell den Alltag entschleunigt, weil es die Zahl der Raumwechsel verringert und bessere Erholungs- und Austauschzeiten bietet", so Straube.

Großer Zuspruch aus dem Kollegium

Im Februar 2019 wechselte Straube, der mit seiner Familie in Bautzen wohnt, von Spremberg nach Wilthen, übernahm als Klassenlehrer eine achte Klasse, unterrichtete seither die Fächerkombination Gemeinschaftskunde, Wirtschaft, Recht (GRW) und Sport. In die Schulleitung zu gehen, hatte er zwar perspektivisch ohnehin vor - dass es aber so schnell ging, hat ihn selbst überrascht.

Nachdem der ehemalige Schulleiter Armin Bartz, der Ende September überraschend verstorben ist, sein Amt zum Ende des Schuljahres 2018/19 niedergelegt hatte, gab es am Kant-Gymnasium zunächst eine kommissarische Leitung. "Ich wurde zur Bewerbung als Schulleiter ermutigt", sagt Straube, der nach seiner Ernennung schweren Herzens seine Klasse abgeben musste. In der Lehre ist er aber noch immer tätig: Zehn Stunden pro Woche steht er noch vor einer Klasse, unterrichtet heute häufiger GRW als Sport. "Das würde ich mir auch auf keinen Fall nehmen lassen", betont er.

An seinem neuen Arbeitsplatz in Wilthen findet der Pädagoge private und berufliche Vorteile gleichermaßen: In der breit aufgestellten Schulleitung, die neben ihm aus der stellvertretenden Direktorin, der Oberstufenberaterin und drei Fachleiterinnen besteht, findet Straube nach eigener Aussage breiten Rückhalt. 

Zudem sei die Schule nicht ganz so groß: 46 Lehrkräfte unterrichten hier etwa 500 Schüler. Das Kant-Gymnasium ist in den meisten Klassenstufen dreizügig, die durchschnittliche Klassengröße sind 24 Schüler. "Wir haben hier kurze Kommunikationswege und flache Hierarchien", so Straube. Darüber hinaus sei man gut am Standort, zu dem auch noch die Grundschule und die Goethe-Oberschule zählen, vernetzt und pflege eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Wilthen als Schulträger.

Endlich Ferien mit der Familie

Und privat? Auch in Bezug hierauf hat sich der Wechsel nach Wilthen für den jungen Schulleiter als Glücksgriff herausgestellt. Gemeinsam mit seiner Frau, die nun am Philipp-Melanchthon-Gymnasium in Bautzen lehrt, wechselte er beruflich zurück in die Heimat und sagt: "Unsere Kinder gingen schon vorher in Bautzen zur Schule. Jetzt endlich haben wir den glücklichen Umstand, dass sich unsere Ferienzeiten überschneiden. Da Spremberg in Brandenburg liegt, war das in der Vergangenheit nicht immer der Fall."

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