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Stadtbad, Schulen, Straße: Wo Wilthen investiert

Die Stadt will dieses Jahr unter anderem für einen Spielplatz und digitale Tafeln Geld ausgeben. Und es ist noch mehr geplant.

Zurzeit herrscht im Wilthener Stadtbad Winterruhe. Doch möglichst bald sollen Bauarbeiten beginnen. Unter anderem ist die Sanierung des Sozialgebäudes geplant, vor dem Bürgermeister Michael Herfort hier steht.
Zurzeit herrscht im Wilthener Stadtbad Winterruhe. Doch möglichst bald sollen Bauarbeiten beginnen. Unter anderem ist die Sanierung des Sozialgebäudes geplant, vor dem Bürgermeister Michael Herfort hier steht. © SZ/Uwe Soeder

Wilthen. An Freibadbesuche denken bei den winterlichen Temperaturen wohl derzeit nur die ganz Hartgesottenen - und Wilthens Bürgermeister Michael Herfort (CDU). Denn der plant gemeinsam mit Stadtrat und Verwaltung, das städtische Bad bis zum Beginn der neuen Badesaison für Einwohner und Besucher deutlich attraktiver zu gestalten.

Dabei wollen die Stadtoberen eine ganz klare Botschaft vermitteln: "Wir sind trotz der Mindereinnahmen infolge der Corona-Pandemie nicht untätig. Wir nehmen Geld in die Hand und versuchen, so viel wie möglich regional auszugeben", formuliert Michael Herfort die Zielvorgabe.

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Denn: Aus einer Krise könne man sich nicht heraussparen - auch dann nicht, wenn die finanzielle Lage keine einfache sei. Stattdessen müsse man optimistisch bleiben und agieren, fährt der Bürgermeister fort. Und agieren will die Stadt in diesem Jahr vor allem an drei Stellen. Bevor der Stadtrat im Februar in die Haushaltsklausur geht, gibt Michael Herfort einen ersten Überblick.

Stadtbad soll attraktiver werden

Im Stadtbad sollen gleich zwei Projekte umgesetzt werden - und das mit ambitionierter Zielvorgabe: Bereits zum Beginn der neuen Badsaison im Juni soll das Bad, das in den 1930er-Jahren als Betriebsbad gebaut und später enteignet wurde, mit einem modernen Sozialgebäude und einem neuen Spielplatz glänzen. Letzterer soll nicht nur den Badegästen vorbehalten bleiben, sondern durch zwei separate Zugänge fernab des Badbetriebs auch öffentlich nutzbar sein.

Das zweite große Vorhaben, das die Stadt im Bad angehen will, ist die Sanierung des Sozialgebäudes. Das war laut Michael Herfort in der Vergangenheit zwar "immer mal wieder renoviert worden", blieb aber von seinem Grundzustand her auf dem Standard der 30er-Jahre stehen und müsse nun dringend auf den neuesten Stand gebracht werden. Die komplette Kubatur des Gebäudes soll dafür geändert werden. Am Ende sollen hier "schicke neue Umkleiden und ein Büro für den Bademeister" entstehen, so Herfort.

Für beide Vorhaben werden 220.000 Euro investiert. Knapp die Hälfte der Summe, nämlich 100.000 Euro kommen dabei aus dem Leader-Förderprogramm des Freistaates. Den Rest steuert Wilthen als Eigenanteil bei.

Auch in Bezug auf die Personalie des Bademeisters hat der Bürgermeister Neuigkeiten: Nachdem der langjährige Schwimmmeister mit 71 Jahren nun in den verdienten Ruhestand geht, hat die Stadt bereits einen Nachfolger gefunden, der mit der neuen Badesaison seinen Dienst antritt und während der Wintermonate im Bauhof eingesetzt wird. Das Beste daran: "Er ist Badbetriebsleiter und darf auch Bademeister ausbilden, sodass er irgendwann seinen eigenen Nachfolger ausbilden kann", so Michael Herfort.

Er formuliert als Fazit aus der Gesamtheit der Maßnahmen: "Wir können den Badbetrieb sowohl materiell als auch personell in den kommenden Jahren aufrecht erhalten."

Digitalisierung des Schulzentrums abschließen

Bereits im vergangenen Jahr begann Wilthen, die Mittel aus dem Förderprogramm Digitalpakt Schule in die drei Schulen in Wilthens Schulzentrum zu investieren. Obwohl die Stadt bis 2024 Zeit hätte, um die Bildungseinrichtungen digital auf den neuesten Stand zu bringen, plant Herfort, die Mittel bis Ende dieses Jahres auszugeben und damit etwaigen Preissteigerungen zuvor zu kommen. Seit Mitte Januar werden alle Schulgebäude dafür mit neuen Elektro- und Ladekabeln versehen. "Wir wollen die Zeit des Lockdowns nutzen und bis zum Unterrichtsbeginn richtig Gas geben", so Herfort.

Im vergangenen Jahr wurden im Wilthener Schulzentrum die ersten vier digitalen Tafeln installiert. Jetzt sollen 56 weitere hinzu kommen.
Im vergangenen Jahr wurden im Wilthener Schulzentrum die ersten vier digitalen Tafeln installiert. Jetzt sollen 56 weitere hinzu kommen. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Zudem ist geplant, all jene Unterrichtszimmer, die die Schulen dafür vorgesehen haben, mit digitalen Tafeln auszustatten. Bereits im vergangenen Jahr waren die ersten vier Mustergeräte installiert worden. Die Rückmeldung der Lehrer sei hiernach deutlich positiv gewesen, berichtet Herfort: "Auch die älteren Kollegen haben richtig Spaß, sich mit der Technik und ihren Möglichkeiten zu beschäftigen." 56 weitere digitale Panels seien inzwischen bestellt. Jedes von ihnen kostet etwa 8.000 Euro. Bis Oktober dieses Jahres, so die Zielstellung des Bürgermeisters, sollen sie in Gymnasium, Grund- und Oberschule einsatzbereit sein.

Passstraße wird in Ordnung gebracht

Nur wenigen Kommunen stehen in diesem Jahr Mittel aus der Straßenbauförderung in Aussicht. Wilthen und Doberschau-Gaußig gehören dazu. Stadt und Gemeinde haben sich zusammengetan, um die Ortsverbindungsstraße zwischen Sora und Arnsdorf zu sanieren - ein Projekt mit einem Gesamtvolumen von immerhin 680.000 Euro. Gefördert wird die Maßnahme zu 80 Prozent. Wilthen verantwortet rund 200 der insgesamt etwa 600 Meter langen Strecke. Und deren Ausbau ist nicht trivial: "Der Bau von Bergstraßen ist immer speziell. Nicht jede Firma kann das", erklärt Michael Herfort die große Investitionssumme.

Außerdem plane man, eine Behelfsstraße neben der existierenden Fahrbahn einzurichten. "Wir können die Anwohner nicht vier Monate lang über das nahe Steinbruch-Gelände schicken, das geht nicht", so der Bürgermeister. Derzeit sei vorgesehen, die Einzelmaßnahmen in März und April auszuschreiben. Wenn das klappt, könnten die Arbeiten zwischen Juni und September stattfinden.

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