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Steinigtwolmsdorf: Das will die neue Bürgermeisterin

Kathrin Gessel sagt im Interview, was sie jetzt anpacken will, wie sie zu ihrem Kontrahenten steht - und worüber sie sich am Wahlabend geärgert hat.

Kathrin Gessel zieht als neue Bürgermeisterin in die Gemeindeverwaltung von Steinigtwolmsdorf ein.
Kathrin Gessel zieht als neue Bürgermeisterin in die Gemeindeverwaltung von Steinigtwolmsdorf ein. © SZ/Uwe Soeder

Steinigtwolmsdorf. Seit vergangenem Sonntag ist klar, dass Kathrin Gessel neue Bürgermeisterin in Steinigtwolmsdorf wird. Die Gemeinderätin war als gemeinsame Kandidatin für CDU und das Bürgerbündnis angetreten. Die 55-Jährige aus dem Ortsteil Weifa konnte sich im zweiten Wahlgang gegen David Wolf vom Verein Dorfkultur durchsetzen – mit gerade einmal 16 Stimmen Vorsprung.

Auch den ersten Wahlgang am 20. September hatte Kathrin Gessel knapp vor David Wolf und deutlich vor dem AfD-Kandidaten Alexander Zapke gewonnen. Dieser war beim zweiten Wahlgang nicht mehr angetreten.

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Aktuell ist die Diplom-Ingenieurin für Verfahrenstechnik noch als Gebietsleiterin bei der Melle Gallhöfer Dach GmbH beschäftigt. Das Unternehmen aus Neuss bietet Leistungen rund um den Dach- und Fassadenbau an.

Das jetzt überhaupt eine Bürgermeisterwahl in Steinigtwolmsdorf stattgefunden hat, hängt mit der Erkrankung von Lutz Förster (Bürgerbewegung) zusammen. Er hatte nach einem Schlaganfall zum 29. Februar seinen Rücktritt eingereicht. Er war als Bürgermeister nur ein halbes Jahr im Amt. Seitdem leitet Guntram Steglich als Amtsverweser die Gemeinde. Er war 14 Jahre lang Bürgermeister in Steinigtwolmsdorf, zur Wahl im vorigen Jahr aber nicht mehr angetreten. 

Frau Gessel, herzlichen Glückwunsch zur gewonnen Bürgermeisterwahl in Steinigtwolmsdorf. Ist die 16 jetzt Ihre Glückszahl?

Dankeschön. Nein, wieso?

So viele Stimmen Vorsprung vor David Wolf hatten Sie am vergangenen Sonntag.

Damit habe ich mich eigentlich nicht beschäftigt. Dass es einen knappen Ausgang geben wird, habe ich erwartet. Das war ja im ersten Wahlgang schon ersichtlich (25 Stimmen Vorsprung, Anm. d. Red.).

Wie haben Sie den Wahltag erlebt?

Sehr emotional. Bis zur Auszählung aller Stimmen war der Ausgang offen. Umso mehr habe ich mich dann gefreut, auch über die zahlreichen Glückwünsche und persönlichen Gratulanten. Ich möchte mich auch hier bei meiner Familie und meinen Unterstützern ganz herzlich bedanken, die bedingungslos an mich geglaubt haben. Ein bisschen überrascht war ich aber, dass mir Amtsverweser Guntram Steglich nicht mal gratuliert hat, obwohl wir uns bei der Wahlauswertung gesehen haben. Er hatte sich für den anderen Kandidaten öffentlich ausgesprochen und war sicher enttäuscht.

Wie stehen Sie zu Ihrem ärgsten Rivalen?

Ich freue mich für David Wolf, dass er so viele Stimmen geholt hat, und würde es begrüßen, wenn er sich weiter in die Gemeindearbeit einbringt, auch ohne Gemeinderat zu sein. Das hat er in seinem Wahlprogramm ja versprochen. Ich heiße ihn schon jetzt als „sachkundigen Bürger“ zu unserer Gemeindearbeit herzlich willkommen. 

Wann treten Sie Ihr neues Amt als Bürgermeisterin an?

Das wird gerade von verschiedenen Stellen geprüft. Mein Wunsch ist es natürlich, so schnell wie möglich zu beginnen. Mein Arbeitgeber war über meine Kandidatur informiert, und jetzt müssen wir Lösungen für die Nachfolge meiner Stelle als Gebietsleiterin finden.

Was werden Ihre ersten und wichtigsten Aufgaben sein?

Es geht in allererster Linie darum, wieder Harmonie und eine Einheit in der Gemeinde herzustellen. Die Gemeindeverwaltung, der Gemeinderat, die Ortschaftsräte und ich als Bürgermeisterin müssen unbedingt auf Augenhöhe und respektvoll miteinander arbeiten. Wir wollen schnellstmöglich zum Tagesgeschäft übergehen, denn es gibt viel zu tun. Seit der ehemalige Bürgermeister Lutz Förster sein Amt Ende Februar krankheitsbedingt aufgeben musste, kam es zum Stillstand. Ich reiche auch all denen die Hand, die mich nicht gewählt haben. Nur gemeinsam können wir für die Gemeinde etwas erreichen.

Andere Themen aus Ihrem Wahlkampf bleiben aber bestehen, oder?

Es gibt ganz viele Dinge, die wir anpacken müssen, zum Beispiel den Sportplatzbau, Gemeindeobjekte, die Sicherung baufälliger Gebäude in allen drei Ortsteilen, Straßenbau, Themen bei der Feuerwehr und in den Vereinen. Wir müssen mit den Einwohnern im Gespräch bleiben. Welche Wünsche und Bedürfnisse sind aktuell? Wir wollen dazu Einwohnerversammlungen veranstalten und Befragungen durchführen. Ich freue mich darauf.

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