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Bautzen

Warnstreik bei Alstom in Bautzen

Mitarbeiter des Waggonbauwerkes haben am Dienstagvormittag die Arbeit niedergelegt. Diese Ziele verfolgen sie damit.

Bei Alstom in Bautzen gab es am Dienstagvormittag einen Warnstreik. Laut Angaben der IG Metall, die dazu aufgerufen hatte, beteiligten sich rund 300 Beschäftigte an der Aktion.
Bei Alstom in Bautzen gab es am Dienstagvormittag einen Warnstreik. Laut Angaben der IG Metall, die dazu aufgerufen hatte, beteiligten sich rund 300 Beschäftigte an der Aktion. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Rund 300 Beschäftigte von Alstom - ehemals Bombardier - in Bautzen haben am Dienstagvormittag die Arbeit niedergelegt. Sie wollen damit ihren Forderungen in der laufenden Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie Nachdruck verleihen. "Der mehrstündige Warnstreik verlief gemäß der geltenden Infektionsschutzbestimmungen und Abstandsregeln", berichtet Eileen Müller, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Ostsachsen mit Sitz in Bautzen.

Nach Aussagen der Gewerkschaft ist der Unmut bei den Beschäftigten groß. Die Übernahme der beiden sächsischen Bombardier-Standorte in Bautzen und Görlitz durch den französischen Konzern Alstom war Ende Januar abgeschlossen. In Bautzen arbeiten rund 1.000 Menschen. Seit 2018 haben sie laut IG Metall keine Entgelterhöhungen erhalten, und die Zukunft nach der Übernahme sei alles andere als gesichert – trotz prall gefüllter Auftragsbücher.

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Otto: Schienenfahrzeugbau wichtig für Energiewende

„Statt sich mit unseren Forderungen auseinanderzusetzen und sich an einer konstruktiven Debatte um die Zukunft und die Beschäftigungssicherung der Industriestandorte in Ostsachsen einzusetzen, bringen die Arbeitgeber in der Tarifrunde den Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Verlängerungen der Arbeitszeit ins Spiel“, kritisierte Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen. Seit Beginn der Verhandlungen im Dezember habe es von den Arbeitgeber vor allem eines gegeben: Absagen an die Tarifforderungen der IG Metall. „Sie wollen am liebsten eine Nullrunde und so wenig wie möglich zurückzahlen“, sagte Jan Otto. In der Pandemie hätten die Kollegen und Kolleginnen in vielen Betrieben unvermindert weiter produziert, teilweise unter erschwerten Bedingungen. Dafür erwarte man Wertschätzung.

„Wir als IG Metall wollen die Zukunft der Industrie jetzt aktiv gemeinsam mit den Unternehmen gestalten – hierbei erwarten wir aber eine Akzeptanz unserer Vorschläge und Ideen auf Augenhöhe. Gerade im Bereich des Schienenfahrzeubaus gibt es auch politisch erheblichen Nachholbedarf. Alle reden von der Energiewende und wollen den Klimawandel verhindern: Dies wird aber ohne Verkehr auf der Schiene nicht funktionieren“, so Ja Otto.

IG Metall fordert bundesweit vier Prozent mehr Lohn

Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Ostsachsen hält die aktuelle Tarifrunde für die wichtigste der letzten 40 Jahre. „Wir müssen jetzt die Errungenschaften der IG Metall verteidigen, sonst droht eine nachhaltige Verschlechterung der Arbeitsbedingungen.“ Zudem gehe es bei besonders bei Alstom auch darum, den neuen Eigentümern zu zeigen, "dass wir gute und geltende Tarifverträge haben, die die Kollegen auch geschlossen verteidigen werden“.

Die IG Metall fordert in den aktuellen Tarifverhandlungen bundesweit vier Prozent mehr Lohn. Außerdem sind betriebliche Zukunftstarifverträge und die Verbesserung der Übernahmeregelungen für Auszubildende Thema in den Verhandlungen. Nachdem am 26. Februar die dritte Runde mit dem Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie ergebnislos verlaufen ist, hatte die IG Metall ab 2. März zu Warnstreiks aufgerufen. Dem folgten unter anderem Beschäftigte des Fahrzeugteilehersteller Walterscheid in Sohland/Spree. Dort legten am Dienstag vergangener Woche rund 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihre Arbeit nieder. (SZ)

Der Beitrag wurde am 9. März um 11.55 Uhr aktualisiert.

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