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Die Ausbildung konzentrieren - das ergibt schon Sinn

Bautzen soll die Bäckerlehre an Görlitz verlieren, weil die Schülerzahlen sinken. Das ist keine gute, aber immerhin nur die zweitschlechteste Lösung. Ein Kommentar.

Dass die Bäckerausbildung nach Görlitz geht, ist nicht die schlechteste Lösung, findet SZ-Redakteur Tilo Berger.
Dass die Bäckerausbildung nach Görlitz geht, ist nicht die schlechteste Lösung, findet SZ-Redakteur Tilo Berger. © Steffen Unger

Bautzen. Der Landkreis Bautzen soll die Ausbildung von Bäckern nach Görlitz abgeben - und die Aufregung ist groß. Sie gilt gar nicht mal so sehr den maximal zehn jungen Leuten, die jährlich in Bautzen ihre Ausbildung beginnen. Sondern es geht ums Prinzip: Da wird etwas weggenommen, was immer hier war.

Ja, das ist ärgerlich. Noch ärgerlicher ist das Wie: Der Landkreis hat Nein gesagt, aber das Kultusministerium wischt das selbstherrlich vom Tisch. Der Minister hätte ja auch mal in den Bautzener Kreistag kommen und hier das Ganze ruhig erklären können.

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Denn die Argumente des Ministeriums sind ja nicht aus der Luft gegriffen. Die Schülerzahlen gehen zurück, und es muss schlichtweg nicht sein, dass ein Lehrer vor zehn Berufsschülern in Bautzen steht, ein anderer vor 15 in Görlitz - und beide erzählen das Gleiche. Da macht es schon Sinn, die Lehre an einem Ort zu konzentrieren - wofür aus Bautzener Sicht natürlich die Spreestadt geeigneter wäre.

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Aber mal über den Kuchentellerrand geblickt, ist Görlitz immer noch die zweitschlechteste Lösung. So bleibt die Bäckerlehre immerhin in der Oberlausitz. Noch ärgerlicher wäre gewesen, das übermächtige Dresden hätte auch noch diese Ausbildung aufgesogen. Es sind schon so genug junge Leute, die jeden Tag zur Lehre in die Landeshauptstadt fahren.

Es kann umgekehrt nicht schaden, wenn ab Herbst junge Techniker auch von Dresden, Meißen oder Pirna zur Lehre nach Bautzen kommen. Sie finden hier beste Bedingungen vor und lernen eine Stadt kennen, die auch ohne Bäckerlehrlinge lebenswert ist.

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