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Kreis Bautzen: Wo Firmen 2021 investieren

Corona lässt derzeit manche Unternehmer beim Geldausgeben zögern. Viele Chefs im Landkreis Bautzen tun es dennoch - aus ganz verschiedenen Gründen.

Werkleiter Marian Simmleit steht auf der Baustelle für eine neue Produktionshalle der Kunststoffwerke Neuteichnitz Baier GmbH in Bautzen. Auch andere Firmen im Landkreis investieren 2021 in neue Gebäude und Technik.
Werkleiter Marian Simmleit steht auf der Baustelle für eine neue Produktionshalle der Kunststoffwerke Neuteichnitz Baier GmbH in Bautzen. Auch andere Firmen im Landkreis investieren 2021 in neue Gebäude und Technik. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Ohne Corona-Krise würden sächsische Unternehmen wahrscheinlich viel mehr Geld in neue Technik stecken, geht aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden hervor. Doch trotz der allgemeinen Zurückhaltung bei Investitionen: Kein Betrieb will seine Ausgaben auf Null zurückfahren. Sächsische.de hörte sich im Landkreis Bautzen um.

Bombardier Bautzen: Neue Technik für Fahrzeugausbau

Auch wenn das Bautzener Waggonbauwerk voraussichtlich Ende dieses Monats neue Besitzer bekommt, haben die kanadischen Noch-Inhaber eine Millionen-Investition angeschoben. Die künftigen Chefs vom französischen Alstom-Konzern wollen Projekte von Bombardier weiterführen. Dazu gehört die Spezialisierung der Werke. Da Görlitz jetzt der Spezialist für Rohbauten ist, wandert in diesem Jahr Technik von einer 6.000 Quadratmeter großen Fertigungsfläche in Bautzen an die Neiße. Die Fläche in Bautzen wird ertüchtigt für den Fahrzeugausbau, worauf sich das Werk an der Spree konzentriert.

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Accumotive Kamenz: Investprogramm geht weiter

Die Mercedes-Benz AG setzt in diesem Jahr das Investitionsprogramm in ihr Tochterunternehmen Deutsche Accumotive in Kamenz fort. Bisher steckte der Autobauer bereits rund 500 Millionen Euro in einen neuen Werksteil, der seit 2020 Batteriesysteme für vollelektrische Mercedes-Fahrzeuge produziert. Laut Unternehmenssprecherin Madeleine Herdlitschka arbeitet der neue Werksteil kohlendioxid-neutral, indem er neben einem Blockheizkraftwerk auch Solarenergie und Geothermie nutzt.

Sachsenmilch Leppersdorf: Schon 50 neue Mitarbeiter

Sachsenmilch in Leppersdorf investiert in diesem Jahr in eine neue Block-Butterei sowie in den Ausbau im Bereich Frischeprodukte. 50 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden in diesem Januar bereits eingestellt, berichtet Carolin Linseis von der Theo-Müller-Muttergesellschaft in Freising bei München.

Hentschke Bau: Neue Technik zur Holzbearbeitung

Die Hentschke Bau GmbH in Bautzen rüstet in diesem Jahr eine neue Stahlbau-Fertigungshalle mit der nötigen Technik aus, außerdem beschafft das Unternehmen eine CNC-Holzbearbeitungsanlage und kauft fünf Mobilbagger. Die Entscheidung dazu fiel bereits 2020, berichtet Geschäftsführer Thomas Alscher. "Mit dem sehr hohen Investitionsvolumen der letzten Jahre konnten wir unsere Technik und Ausrüstung auf neustem Stand halten und darüber hinaus auch noch deutlich ausbauen."

Purtec Königswartha: Lackiererei entsteht

Förder- und Hebetechnik kommt von der Königswarthaer Firma Purtec. Wie der Geschäftsführende Gesellschafter Roland Lange ankündigt, investiert Purtec aktuell in die Sanierung der Werkhallen sowie in den Aus- und Neubau einer Lackierung und einer neuen Halle. "Leider verfügen wir nicht über ausreichend Grund und Boden, um Zukunftsinvestitionen voranzubringen", bedauert Lange.

Pewo Elsterheide: Viel Geld für die Digitalisierung

Pewo Energietechnik in Elsterheide bei Hoyerswerda steckt in diesem Jahr viel Geld in die Digitalisierung der Arbeit und in die Qualifizierung der Mitarbeiter für diese Technik. Geschäftsführer Robin Petrick kündigt außerdem weitere Investitionen in Produktion und Logistik an. "Verschiedene Möglichkeiten zur Erweiterung der Produktionskapazität werden geprüft."

Heinrichsthaler Milchwerke: Betrieb will Strom erzeugen

Die Heinrichsthaler Milchwerke in Radeberg investieren viel Geld in das Thema Nachhaltigkeit. 2020 hat das Unternehmen einen Mischwald angelegt und Bienenvölker angesiedelt, berichtet Geschäftsführer Uwe Lammeck. "Als weiteren Schritt wollen wir nun in die Eigenstromversorgung investieren und weitere Abteilungen überholen. Unser Ziel ist es, 500 Kilowattstunden Strom weniger zu verbrauchen und weitere 500 Kilowattstunden über Absorptionsanlagen selbst zu erzeugen."

Kunststoffwerk Neuteichnitz: Platz für große Maschinen

Auf Wachstumskurs befindet sich das KNB Kunststoffwerk Neuteichnitz Baier in Bautzen. Ein Erweiterungsbau schafft 5.500 Quadratmeter mehr Platz für Produktion und Lager, erklärt Geschäftsführer Marc G. Baier. "Der Erweiterungsbau ist insbesondere für Großmaschinen ausgelegt, wozu ein 50-Tonnen-Kran zum Heben der Werkzeuge installiert wird. Die ersten drei Maschinen sind bereits bestellt und werden im Mai angeliefert." Bis Jahresende investiere KNB rund 15 Millionen Euro - aus der eigenen Tasche, ohne Fördermittel oder Kredite.

Brauereien: Neue Abfüll-Linie und Online-Buchungssystem

Aber auch kleinere Unternehmen im Landkreis Bautzen wollen investieren, zum Beispiel die Pulsnitzer Lebkuchenfabrik. Sie plant Investitionen in Computer, Software und Kassensystem, sagt Geschäftsführerin Ines Frenzel. Namensvetter Tobias Frenzel von der Brauerei Frenzel-Bräu in Bautzen bezeichnet die Erweiterung der Abfüll-Linie als größte Investition des Jahres.

Branchenprimus Radeberger möchte so schnell wie möglich wieder Besichtigungen anbieten und kauft dazu laut Pressesprecherin Jana Kreuziger ein Buchungs- und Kassensystems, welches das bisherige Anmeldeverfahren auf digitaler Basis zeitgemäß unterstützen soll. Das Jägermeister-Werk in Kamenz investiert in seine Verpackungsanlagen, sagt Unternehmenssprecher Andreas Lehmann am Stammsitz in Wolfenbüttel.

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