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Oberlausitz: Droht wieder mehr Kurzarbeit?

Im Oktober ging die Zahl der Arbeitslosen und der Kurzarbeiter in den Kreisen Bautzen und Görlitz zurück. Doch für den November sieht die Prognose anders aus.

Chefin Kathrin Groschwald sieht die Bautzener Arbeitsagentur gut gerüstet für den Fall, dass sich im November wieder mehr Menschen arbeitslos melden oder Firmen Kurzarbeit signalisieren.
Chefin Kathrin Groschwald sieht die Bautzener Arbeitsagentur gut gerüstet für den Fall, dass sich im November wieder mehr Menschen arbeitslos melden oder Firmen Kurzarbeit signalisieren. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Von einem "Blick in die Glaskugel" spricht Kathrin Groschwald, wenn sie auf den bevorstehenden November schaut. Mit genauen Vorhersagen hält sich die Chefin der Bautzener Arbeitsagentur zurück, aber eine ungute Vorahnung beschleicht sie schon: Durch die neuerliche Corona-Zwangspause für einige Branchen könnten die Zahlen der Arbeitslosen und der Kurzarbeiter in der Oberlausitz wieder steigen.

In den vergangenen Monaten waren die Zahlen stetig zurückgegangen. Der Oktober verabschiedet sich mit 17.883 Arbeitslosen, 416 weniger als im September. Im Vergleich zum Oktober 2019 sind diesmal jedoch 1.805 Arbeitslose mehr zu verzeichnen. Dennoch, so Kathrin Groschwald, liege die Arbeitslosenquote aktuell auf dem Niveau der letzten Zeit vor der Corona-Krise.

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Gastgewerbe braucht weniger Arbeitskräfte

"Wir hatten eine Herbstbelebung wie jedes Jahr", resümiert die Agenturchefin. Viele Stellen wurden neu besetzt, Schul- und Studienabgänger vom Sommer starteten ins Berufsleben.

Firmen und Behörden meldeten dem Arbeitgeber-Service der Bautzener Agentur im Oktober insgesamt 994 freie Stellen. Das waren zwar 42 weniger als im September, aber 61 mehr als vor zwölf Monaten. Gegenüber dem Vormonat stieg die Nachfrage nach Arbeitskräften im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie in der Zeitarbeit und im Gesundheits- und Sozialwesen. Dagegen ging die Nachfrage vor allem im verarbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe zurück.

Fast 76.000 Personen für Kurzarbeit angemeldet

Aktuell können die Mitarbeiter der Arbeitsagentur auf insgesamt 4.924 freie Jobs  zurückgreifen. Das ist ein Plus von 228 Stellen gegenüber September und ein Zuwachs um 257 im Vergleich zu Oktober 2019. "Der Arbeitsmarkt in der Region ist aufnahmefähig", resümiert die Agenturchefin.

Nicht nur die Zahl der Arbeitslosen ging im Lauf des Jahres wieder zurück, auch die Kurzarbeit nahm ab. Von März bis September wurden im Agenturbezirk Bautzen 6.776 Anzeigen über Kurzarbeit gestellt und geprüft. Hinter diesen geprüften Anzeigen standen  insgesamt 75.693 Arbeitnehmer. Im Oktober wurden weitere 47 Anzeigen mit insgesamt 606 Arbeitnehmern geprüft.

Die meisten Kurzarbeiter gab es im April

Aber erst, wenn in einem Betrieb oder einer Behörde tatsächlich kurzgearbeitet wird, kann der Arbeitgeber innerhalb von drei Monaten die erforderliche Abrechnungsliste einreichen. Erst danach liegen endgültige Daten dazu vor, wie viele Personen tatsächlich in Kurzarbeit waren, in welcher Branche dies war und wie groß der Arbeitsausfall war.

Die aktuellen Daten reichen bis Juni, als für 20.079 Arbeitnehmer in 2.324 Unternehmen Kurzarbeitergeld gezahlt wurde. Im Mai waren es 27.091 Kurzarbeiter in 3.264 Unternehmen gewesen. Die meisten Kurzarbeiter gab es im April: 33.180 Arbeitnehmer in 4.107 Unternehmen. Im März, dem ersten Corona-Monat, betraf dies 15.713 Personen in 2.362 Firmen oder Behörden.

Persönliche Gespräche nur nach Anmeldung

Sollten sich im November wieder mehr Menschen arbeitslos melden oder Firmen Kurzarbeit signalisieren, sieht sich die Agentur dafür personell gut gerüstet. "Wir sind jederzeit in der Lage, Mitarbeiter innerhalb der Agentur umzusetzen, damit eingehende Anträge möglichst schnell bearbeitet werden können", versichert die Chefin.

Seit Ende September bietet die Agentur auf Anmeldung auch wieder persönliche Beratungen an, nachdem der Geschäftsbetrieb über Monate wegen Corona fast ausschließlich per Telefon und Internet abgewickelt wurde. Bei den direkten Kontakten soll es auch im November bleiben - aber, so Kathrin Groschwald, nur nach vorheriger Anmeldung.

Terminvereinbarungen: Telefon 03591 662222 

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