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Bautzen

Bautzener ließ Haustiere verwahrlosen

Das Wasser im Aquarium seiner Schildkröte soll schwarz verfärbt gewesen sein. Nun fällte das Gericht ein Urteil.

© dpa

Bautzen. Ein Bautzener musste sich am Mittwoch wegen eines Vergehens nach dem Tierschutzgesetz vor dem Bautzener Amtsgericht verantworten. In einer Wohnung in Bautzen soll der 34-Jährige gemeinsam mit seiner 29-jährigen Freundin mehrere Haustiere gehalten haben – und zwar unter unwürdigen Bedingungen. Bei einem Hausbesuch im Oktober 2017 fanden Kontrolleure die Tiere in einem verwahrlosten Zustand vor.

So sollen die gemeinsamen beiden Katzen mangelernährt gewesen sein und kein Futter gehabt haben, das Klo der Tiere soll verdreckt gewesen sein. Auch für die Schildkröte soll es in der gesamten Wohnung kein Futter gegeben haben. Das Tier, das in einem Aquarium lebte, soll in derart dreckigem Wasser geschwommen sein, dass die Flüssigkeit schwarz verfärbt war und Blasen warf.

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Eigentlich hätten sich am Mittwoch sowohl der 34-Jährige als auch die 29-Jährige den Fragen des Richters stellen müssen. Weil sich die Frau jedoch krank gemeldet hatte, wurde das Verfahren abgetrennt. Gegen sie wird nun gesondert vorgegangen.

Gemeinnützige Arbeit als Auflage

Nicht nur wegen des Vergehens gegen das Tierschutzgesetz stand der Mann vor Gericht; die Staatsanwaltschaft warf dem Österreicher auch noch zwei Diebstähle vor. So soll der Mann ein Fahrrad, ein Handy und ein Portemonnaie mit 80 Euro Bargeld gestohlen haben. Sein Pech: Die Frau, der das Handy gehörte, entdeckte das Gerät im Netz auf einem Verkaufsportal und stellte dem Mann eine Falle. Sie sagte, sie wolle das Handy kaufen – und schickte die Polizei zum Treffpunkt.

Weil sich im Prozess herausstellte, dass das Fahrrad kaum noch etwas wert war, stellte das Gericht das Verfahren wegen dieses Diebstahls ein. Auch das Verfahren wegen der Katzen stellte das Gericht ein: Am Ende sei nicht klar gewesen, ob es sich dabei tatsächlich um eine Misshandlung der Tiere gehandelt habe. Ganz glimpflich kam der Mann trotzdem nicht davon: Weil er bereits vorbestraft ist, wurde er wegen des Diebstahls des Handys und der Geldbörse ebenso verurteilt, wie wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetzes durch das Wasser im Schildkröten-Aquarium. Der Mann bleibt zwar vorerst auf Bewährung in Freiheit – wird er auffällig, muss aber eine siebenmonatige Freiheitsstrafe verbüßen. Außerdem muss er 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und bekommt einen Bewährungshelfer gestellt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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