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Bauverzug an der Fichteschule

Die Sanierung des Gebäudes in Bautzen dauert länger als erwartet und kostet mehr Geld. Das hat Folgen für die Schüler und Lehrer.

© Uwe Soeder

Von Madeleine Arndt

Schlechte Nachrichten für die Lehrer und Schüler der Johann-Gottlieb-Fichte-Grundschule: Sie werden nicht wie geplant nach den Sommerferien aus dem Ausweichquartier Gagarinschule im Stadtteil Gesundbrunnen in ihr saniertes Schulhaus am Protschenberg zurückkönnen. Wie die Bautzener Stadtverwaltung mitteilt, werden die Bauarbeiten im Altbau der Schule deutlich länger dauern als angedacht, auch werden die Kosten steigen.

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Für die höheren Baukosten gibt es mehrere Gründe. Wie die Baubürgermeisterin Juliane Naumann (parteilos) berichtet, ging man beim Brandschutzkonzept ursprünglich davon aus, dass Teile der Fußböden und Decken des Altbaus erhalten bleiben können. Um den Schulbetrieb nicht zu stören, hatte man die Decken und Böden erst geöffnet, nachdem die Lehrer und Kinder die Gagarinschule in Gesundbrunnen als Zwischenquartier bezogen hatten. „Mit der Herstellung der Brandschutztüren und der damit verbundenen Freilegung von Decken und Fußböden wurde der Umfang der notwendigen Arbeiten zur brandschutztechnischen Ertüchtigung erst deutlich“, erklärt Juliane Naumann.

Zaun um den gesamten Schulkomplex

Des Weiteren wurde auf Anweisung der Denkmalbehörde der Innenbereich des Altbaus hinsichtlich historischer Malerarbeiten untersucht. „Daraus ergaben sich Farbbefunde, die nun genutzt werden, um Bereiche im Eingangs- und Treppenbereich entsprechend der historischen Wandgestaltung neu und damit ansprechender zu gestalten“, erklärt die Baubürgermeisterin.

Neue Anforderungen an die Möbel und Geräteausstattung ergaben sich außerdem in Abstimmung mit dem Schulamt. So erhalten die Horträume jetzt Miniküchen, zudem ist einiges an altem Mobiliar nicht mehr verwendbar und muss ersetzt werden. Als letzten Punkt, der die Kosten erhöht, wird die Fichteschule einen Zaun rund um ihren gesamten Schulkomplex erhalten. Anfangs war nur eine teilweise Einfriedung des Geländes geplant gewesen.

Die Verzögerungen im Bauablauf ergeben sich aufgrund der nun notwendigen Beschlüsse, die die Stadtverwaltung für die zusätzlich benötigten Gelder auf den Weg bringen muss. Dadurch verschieben sich auch die Bestellfristen für Möbel und Ausstattung. Wie Juliane Naumann informiert, sind zusätzlich zur eigentlichen Baumaßnahme noch weitere Maler- und Renovierungsarbeiten im Altbau erforderlich. Auch der Bauverzug an der Curie-Grundschule wirkt nach. Die ausgediente Gagarinschule wurde einige Monate länger als geplant von der Curie-Schule als Ausweichquartier genutzt. Der Baubeginn an der Fichteschule verspätete sich dadurch.

Speiseraum nicht mehr im Keller

Seit gut einem Jahr laufen die Bauarbeiten an der Fichte-Grundschule. Sie wird für mehr als dreieinhalb Millionen Euro – davon 1,26 Millionen Euro Fördermittel – modernisiert und erweitert. Von dem Geld wurden rund zwei Millionen Euro in einen zweigeschossigen Anbau für den Hort investiert. Mit diesem entfällt eine Doppelnutzung der Klassenräume für Hort und Unterricht. Eine weitere Verbesserung ist die Verlegung des Speiseraums aus dem Keller des alten Schulgebäudes in den Neubau. Großflächige Fenster und ein Oberlicht sorgen im neuen Essenraum für eine angenehme Atmosphäre. Das Außengelände der Schule erhält außerdem neue Sitzbereiche und Spielflächen. In dem mehr als hundertjährigen Altbau der Fichteschule, der zuletzt in den 1990er-Jahren saniert wurde, muss in erster Linie der Brandschutz verbessert werden. Das bedeutet, dass hier die leicht brennbaren Holzbalkendecken durch feuerfeste Stahlbetondecken ersetzt und neue Brandschutztüren eingebaut werden. Außerdem wird die Holztreppe des zweiten Fluchtweges durch eine feuerfeste Variante ausgetauscht. Im Altbau wurden außerdem die feuchten Kellerräume trockengelegt und ausgebaut.

Eigentlich sollte die Sanierung des Schulgebäudes pünktlich zu Beginn des neuen Schuljahres 2017/18 abgeschlossen sein. Nur die Außenanlagen hätte man bei laufendem Betrieb fertig gestaltet. Nun wird sich der Umzug voraussichtlich um einige Monate verzögern. Wann genau die Fichteschüler aus der Gagarinschule wieder in ihr angestammtes Haus ziehen können, ist im Moment unklar. „Derzeit bereitet das Planungsbüro einen neuen Bauablaufplan vor. Die zusätzlichen Malerarbeiten werden noch aufgemessen. Da noch nicht alle Vorleistungen getroffen sind, ist eine Zeitplanung heute spekulativ“, erklärt Juliane Naumann.