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Bayern ärgern, aber CL kein Muss

Die Europa-Eroberer von RB wollen auch in der Bundesliga wieder für Furore sorgen. Gegen den Rekordmeister Bayern verspricht Coach Hasenhüttl „ein heißes Spiel“.

© Hendrik Schmidt/dpa

Von Frank Kastner

Leipzig. Alles kann, nichts muss. In diesem Tenor umschrieb Ralph Hasenhüttl das Ziel seiner ehrgeizigen Mannschaft, die sich zuletzt intern geschworen hat: Wir wollen wieder die direkte Teilnahme an der Champions League absichern. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir als Saisonziel die Champions League ausgegeben haben. Wir haben davon gesprochen, dass wir oder die Spieler dahin wollen“, meinte der Österreicher vor dem Duell am Sonntagabend (18.00/Sky) gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München.

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Im gleichen Atemzug schob er nach: „Wollen ist das eine, als Pflicht auszurufen das andere. Ich hab nie davon gesprochen, dass es für mich die alleinige Wohlfühloase ist, wenn wir nach der Saison wieder in die Champions League kommen.“ Die von außen hereingetragene Sichtweise, dass RB zwingend die erneute Qualifikation für die Königsklasse schaffen muss, will Hasenhüttl nicht gelten lassen.

So will er seinem jungen Team auch den Druck nehmen. „Ich versuche, den Jungs dieses Rucksack nicht umzuhängen und sie trotzdem zu Topleistungen zu bewegen“, betonte der 50-Jährige. Das gelinge wie in der Europa League mit dem Einzug ins Viertelfinale mal besser und mit der Doppelbelastung im Bundesliga-Alltag mal weniger gut. Der seit vier Ligaspielen sieglose Tabellen-Sechste könnte bei einer erneuten Niederlage gegen die Münchner im Kampf um die Champions-League-Plätze sogar weiter zurückfallen.

Doch das Starensemble um Cheftrainer Jupp Heynckes kommt gerade recht. Nach zwei knappen 4:5-Niederlagen in der Red Bull Arena muss Hasenhüttl seine Europa-Eroberer nicht motivieren. „Es ist ein Unterschied, ob ich den Spielern Szenen vom Tabellenletzten oder vom FC Bayern zeige. Ich verspreche ein heißes Spiel“, sagte Hasenhüttl.

Zu verlieren hat er nichts. Spielt RB doch als einziges Team neben dem designierten Meister weiter international. „Was sich dann nach der Saison als Erfolg anfühlt, dass kann dann jeder selbst beurteilen“, erklärte Hasenhüttl. Er wolle die Mannschaft in dem Lernprozess nicht „überfrachten. Ich stelle mich da bewusst vor der Mannschaft, das würde ich mir auch von anderer Stelle wünschen.“

Leistungsschwankungen bleiben da nicht aus, persönliche Rückschläge bei den jungen Spielern ebenso. Aber Timo Werner und Co., die in den letzten zwei Jahren ihre Marktwerte verdoppelt oder verdreifacht haben, haben teilweise gehobene Ansprüche. Inmitten seiner Bundesliga-Torkrise war die Ansage von Nationalstürmer Werner, auch nächste Saison in Leipzig zu spielen, ein Indiz für seinen Wohlfühlfaktor. Und für den Ehrgeiz der jungen RB-Truppe.

So soll das fünfte Duell gegen Bayern kein Selbstläufer für den Rekordmeister werden. „Wenn sie Meister werden wollen, müssen sie gegen uns gewinnen, das ist mir nicht egal“, sagte Hasenhüttl, der voller Respekt von Jupp Heynckes spricht. „Seit er das Sagen hat, marschieren sie wie aus einem Guss. Die Bayern haben mit Abstand den besten Kader, den sie je hatten.“

Er traue seiner Mannschaft daheim erneut ein enges Spiel zu, gerade weil er auch „frisches Personal“ bringen kann. Denn die internationalen Plätze bleiben im Fokus: „Wir sind nach wie vor auf Schlagdistanz zu den oberen Rängen.“ Und bayerische Jubelszenen - verbunden mit einer vorzeitigen Meisterkrönung - will Hasenhüttl nicht erleben.

Doch bislang unterlagen die Sachsen in vier Spielen viermal und kassierten dabei 15 Gegentore. Die letzte bittere Niederlage war das Aus in der zweiten Runde des DFB-Pokals im Elfmeterschießen. (dpa)