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Bayern baggern Dresdner Fahrrinne aus

Derzeit sorgen Wasserbauer im Dresdner Osten für die nötige Tiefe. Auf einem langen Streifen muss der Kies weichen.

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© SZ/Peter Hilbert

Von Peter Hilbert

Seit Mittwoch bietet sich vor Altwachwitz ein neues Bild. Schon seit den frühen Morgenstunden dreht sich ein Bagger, der auf einem Schiff in der Elbe schwimmt. Mit seinem großen Löffel holt er weit aus und hebt eine große Ladung Kies aus der Elbe. So geht es Schwung für Schwung. „Damit stellen wir dort die nötige Tiefe der Fahrrinne wieder her“, erklärt Ralf Korte. Als Leiter des Außenbezirks Dresden des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) ist er für den 70 Kilometer langen Elbe-Abschnitt zwischen der tschechischen Grenze und der Niederwarthaer Brücke zuständig.

An Stellen, wo sich Kies in der Fahrrinne abgelagert hat, wird er ausgebaggert und später ein Stück weiter in tieferen Bereichen wieder eingebaut, erklärt er das System. „So versuchen wir, eine gleichmäßige Tiefe der Fahrrinne zu erreichen.“ Selbst bei Niedrigwasser muss noch eine durchgängige Tiefe von 1,40 Metern gesichert werden. Das ist viel Arbeit für die Wasserbauer der Firma Domarin, die das WSA damit beauftragt hat. Sie kommen aus dem niederbayerischen Donaustädtchen Vilshofen bei Passau. Bereits seit Juli vergangenen Jahres ist das Schiff auf der Elbe im Einsatz. Insgesamt an 30 Baggerstellen müssen die Wasserbauer im Dresdner Elbe-Bezirk aktiv werden.

Die Vorarbeit leisten die WSA-Spezialisten. Alle zwei Wochen sind sie mit ihrem Peilboot, das mit einem Echolot ausgestattet ist, auf der Elbe unterwegs. „Mit Schallwellen wird damit die Elbsohle abgetastet und das Ganze elektronisch erfasst“, erläutert Korte. Die GPS-basierten Dateien bekommen dann die Wasserbauer. Damit weiß der Baggerführer, was zu tun ist. An seinem Monitor sieht er die vorgegebenen Flächen, auf denen Kies abzubaggern oder eben wieder zu verfüllen ist.

Eine typische Baggerstelle ist etwa 2 000 Quadratmeter groß. Dabei handelt es sich meist um einen Streifen, der 200 Meter lang und zehn Meter breit ist. Im Normalfall ist eine 20-Zentimeter-Schicht Kies abzubaggern. Vor Altwachwitz haben die niederbayerischen Wasserbauer mehr zu tun. Dort ist der abzutragende Kiesstreifen mit etwa 4 000 Quadratmetern etwa doppelt so groß. Doch die Domarin-Leute sind flotte Profis. Erst vor Kurzem haben sie für eine ausreichend tiefe Fahrrinne vor Heidenau und Pirna-Posta gesorgt. Etwa zweimal täglich wechseln sie den Standort, um den ausgebaggerten Kies an zu tiefen Stellen wieder aufzufüllen. Vor Altwachwitz geht es dabei 200 Meter elbabwärts. „So schaffen sie etwa 1 000 Kubikmeter am Tag“, sagt Korte. Mit ihrem jetzigen Tempo haben die Wasserbauer ihre Arbeit am derzeitigen Einsatzort noch vor dem Wochenende geschafft. „Dann geht es weiter an die nächste Baggerstelle nach Gohlis.“ Anfang März werden die Domarin-Leute ihren Dresdner Großeinsatz beenden. Sind in den nächsten Monaten Arbeiten an der Fahrrinne nötig, erledigt dies das Schifffahrtsamt mit eigenen Kräften.