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Die Bayern nach dem Aus: Double als Ziel

Die Münchner haben vom FC Liverpool in der Champions League klar die Grenzen aufgezeigt bekommen. Doch der Trainer richtet sofort den Blick auf die nächsten Aufgaben.

Münchens Robert Lewandowski wird von Liverpools Trainer Jürgen Klopp nach der 1:3-Niederlage umarmt. © Peter Kneffel/dpa

München. Mit versteinerten Mienen mussten Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge den frühesten K.o. des FC Bayern München in der Champions League seit acht Jahren erst einmal verdauen. Das 1:3 (1:1) im Achtelfinale gegen Jürgen Klopp und den FC Liverpool zum Ende der aus Bundesliga-Sicht ernüchternden deutsch-englischen Fußball-Wochen zeigte auch dem deutschen Rekordmeister deutlich die Grenzen auf.

"Liverpool hat einfach besser gespielt und verdient gewonnen", sagte Präsident Hoeneß kurz und bündig und entschwand in die Nacht. 0:0 an der Anfield Road, jetzt die klare Heimniederlage - wie zuletzt 2011 war für die Münchner bereits in der ersten K.o.-Runde Endstation.

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Klopp ballte nach dem Rückspiel-Erfolg am Mittwochabend in der Münchner Arena total euphorisiert auf dem Rasen die Faust. "Alles", bedeute der Sieg, schwärmte der frühere Dortmunder Trainer. "Wir werden wahrgenommen als Topmannschaft, das freut mich sehr. So ein Ausrufezeichen zu setzen - das ist schon brutal gut", sagte Klopp. Ein bisschen Koketterie war da dabei: Immerhin stand seine internationale Startruppe im Vorjahr im Endspiel.

Der Traum vom Finale am 1. Juni in Madrid ist für den FC Bayern passé. Jetzt will er alle Kraft in die Bundesliga und den DFB-Pokal legen. Trainer Niko Kovac rief noch in der Nacht zum Donnerstag das Double als neues Trophäenprojekt für seine Premierensaison als Coach der Münchner aus.

"Unser Ziel ist es, die zwei Wettbewerbe zu gewinnen", sagte Kovac. "In der Bundesliga haben wir eine sehr gute Serie hinter uns und ich hoffe, dass noch eine vor uns ist. Wir dürfen nicht negativ sein. Wir müssen das schnell abschütteln." Am Sonntag sind die Münchner in der Bundesliga Gastgeber für den FSV Mainz 05. Zweitligist 1. FC Heidenheim ist Anfang April die Viertelfinal-Hürde im DFB-Pokal.

"Das sind zwei ganz wichtige Wettbewerbe für uns Bayern-Spieler", sagte Kapitän Manuel Neuer. Schnell versuchten er und seine Teamkollegen, das Aus in Europas Bestenliga abzuhaken. Dabei half die Erkenntnis, dass der Unterschied zwischen den Roten aus Deutschland und den Roten aus England letztlich zu klar war. In der Offensive fehlten den Münchnern Mut, Entschlossenheit und Mittel. Hinten leistete sich der Defensivverbund einige Fehler zu viel.

"Wir haben zu wenig Durchschlagskraft nach vorne gehabt", monierte Neuer. In seinem 100. Champions-League-Spiel unterlief ihm beim 0:1 durch Sadio Mané auch ein Fehler (25.). Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw stürmte er aus seinem Tor, konnte den Senegalesen aber nicht stoppen. "Die Entscheidung von Manuel war genau die richtige", nahm Kovac seinen Torwart jedoch in Schutz.

Liverpools Abwehrchef Virgil van Dijk (69.) und erneut Mané (84.) besiegelten mit ihren Kopfballtreffern den Bayern-K.o. Nach dem Achtelfinal-Aus der Münchner, des FC Schalke 04 und von Borussia Dortmund findet erstmals seit 2006 ein Königsklassen-Viertelfinale ohne deutsche Mannschaft statt. (dpa)