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Bayern starten mit Pflichtsieg

Die Münchner heben sich in der Champions League gegen Roter Stern Belgrad das Beste bis zum Schluss auf. Ein Profi überzeugt besonders.

Robert Lewandowski bejubelt erst sein 2:0 und dann den Erfolg.
Robert Lewandowski bejubelt erst sein 2:0 und dann den Erfolg. © dpa/Matthias Balk

München. Pflicht erfüllt, Serie ausgebaut: Angeführt von einem starken Philippe Coutinho hat Bayern München die neue Saison in der Champions League standesgemäß mit einem Erfolg begonnen. Dank der Tore von Kingsley Coman in der 34. Minute, Robert Lewandowski (80.) und Thomas Müller (90.+1) kam der deutsche Fußball-Rekordmeister gegen Roter Stern Belgrad zu einem allerdings wenig überzeugenden 3:0 (1:0) und übernahm dadurch auch die Tabellenführung in der Gruppe B. Bereits zum 16. Mal hintereinander gewann er sein Auftaktspiel in der Königsklasse. Zum siebenten Mal in Folge spielten die Bayern dabei zu null.

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"Wir hatten das Spiel unter Kontrolle, haben nur zu wenig Tore geschossen", betonte Lewandowski. "Ich freue mich sehr, dass ich getroffen habe und wir als Mannschaft gut gespielt haben." Trainer Niko Kovac ergänzte: "Ich glaube, dass wir sehr zufrieden sein können. Die Mannschaft ist sehr konzentriert zu Werke gegangen. Wir haben drei Tore geschossen. Das ist standesgemäß."

Den eindrucksvollen Statistiken zum Trotz: Gegen den defensiv eingestellten und offensiv weitgehend harmlosen serbischen Meister um Marko Marin konnten die Münchner mit Ausnahme von Coutinho nur selten überzeugen. Bis zum zweiten Gruppenspiel am 1. Oktober beim Champions-League-Finalisten Tottenham Hotspur, der beim 2:2 bei Olympiakos Piräus ein 2:0 verspielte, ist eine deutliche Steigerung erforderlich - erst recht, wenn sie ihre eigenen Erwartungen erfüllen wollen.

Der Rekordmeister lechzt nach dem wichtigsten Titel

Die Gruppenphase sehen die Bayern eher als lästige Pflicht an. Nach dem Achtelfinal-Aus gegen Champions-League-Gewinner FC Liverpool im März soll es jetzt "mindestens das Halbfinale" sein, erklärte Torhüter Manuel Neuer. Der Vereinsboss geht sogar noch einen Schritt weiter. "Dieser Klub lechzt nach der Champions League", meinte Karl-Heinz Rummenigge. "Das ist die Königsklasse, der wichtigste Titel. Davon hängt alles ab." Das gilt wohl auch für die Zukunft von Kovac in München.

Nach dem 1:1 am Sonnabend bei RB Leipzig hatte er seine erste Elf umgebaut. Beispielsweise begann Coutinho anstelle von Thomas Müller und war der auffälligste Münchner. "Er hat ein gutes Spiel gemacht. Mit seiner Fußballintelligenz bringt er schon eine andere Dimension", sagte Kovac. Allerdings agierten der Brasilianer und seine Mitspieler häufig auch zu schlampig, um die tief stehenden Serben in Verlegenheit zu bringen. Zu oft ging es quer, zu selten in die Tiefe. All das weckte Erinnerungen an die vergangene Saison, als den Bayern gegen defensivstarke Gegner häufig wenig einfiel.

Trotz deutlicher Überlegenheit der Münchner deutete sich daher auch der Führungstreffer nicht an. Schön herausgespielt aber war er allemal. Der ansonsten unauffällige Ivan Perisic flankte von links butterweich an den Fünfmeterraum, wo Coman den Ball per Kopf ins Tor hechtete.

Gegen die Gäste hätte von den Münchnern freilich mehr kommen müssen. Allzu selten durchbrachen sie das Bollwerk der Serben. Dazu kam ein bisschen Pech. Einen Treffer von Lewandowski verhinderte Abwehrspieler Milos Degenek auf der Linie (58.). Perisic traf mit einem Lupfer nur die Latte (65.). Es passte zu diesem Spiel, dass Lewandowskis Tor dank der unfreiwilligen Mithilfe von Belgrads Nemanja Milunovic fiel. Immerhin der raffinierte Freistoß zum 3:0 sorgte für einen späten Glanzpunkt.

Bayer Leverkusen patzt beim Comeback gleich mehrfach

Bayer Leverkusen legte bei der Rückkehr auf die höchste europäische Bühne gegen den vermeintlich leichtesten Gruppengegner einen krachenden Fehlstart hin. Nach 917-tägiger Abstinenz unterlag die Werkself dem russischen Vizemeister Lokomotive Moskau um Benedikt Höwedes nach einer vor allem im ersten Durchgang schwachen Leistung mit 1:2 (1:2) und kassierte in der Gruppe D gleich zum Start einen herben Rückschlag.

Grzegorz Krychowiak (16.) und Dmitri Barinow (37.) schossen den russischen Pokalsieger nach groben individuellen Fehlern von Bayer zum ersten Champions-League-Auswärtssieg seit 6.168 Tagen. Höwedes hatte per Eigentor den zwischenzeitlichen Ausgleich besorgt (25.). Die Rheinländer verpassten dadurch die Wiedergutmachung für das 0:4 am Sonnabend bei Borussia Dortmund. Das Achtelfinale und auch Rang drei rücken vor den Gastspielen bei Juventus Turin und Atletico Madrid schon in weite Ferne.

"Es tut weh", betonte Leverkusens Kapitän Lars Bender. "Das müssen wir erst mal verdauen. Fehler machen wir alle. Das ist menschlich. Entscheidend ist, dass du dich als Mannschaft dagegen stemmst, und das ist uns nicht gelungen." Höwedes erklärte: "Im Nachhinein kann ich über das Eigentor schmunzeln. Wir sind als krasser Außenseiter in die Gruppe gestartet. Dass wir drei Punkte entführen, war schon wichtig für uns." (sid)