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Bedenken vom Denkmalamt

Im Rittergut in Seifersdorf soll eine Wohnanlage entstehen. Jetzt gibt es noch offene Fragen.

© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel

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Seifersdorf. Für seine Pläne hat Frank Nieder viel Zustimmung bekommen. Er will das Rittergut in Seifersdorf zu einer Wohnanlage umgestalten und dabei alle historischen Gebäude erhalten. Doch nach Angaben des Wachauer Bürgermeisters Veit Künzelmann (CDU) gibt es bei den Vorbereitungen noch Klärungsbedarf zwischen dem Investor und dem Landesdenkmalamt. „Nach meinen Informationen hat die Behörde noch offene Fragen. Es geht offenbar um einige Punkte im Zusammenhang mit der geplanten Tiefgarage.“

Noch haben die Bauarbeiten auf dem Gelände nicht begonnen.
Noch haben die Bauarbeiten auf dem Gelände nicht begonnen. © Thorsten Eckert

Frank Nieder bestätigt, dass es mit dem Denkmalamt noch Gespräche geben wird. Was genau geändert werden soll, sagte er nicht. Nur so viel: „Ich denke, dass wir die offenen Punkte klären können. Dann werden wir sie entsprechend in unsere Pläne einarbeiten.“ Die Zusammenarbeit mit den Denkmalschützern sei immer sehr gut verlaufen. Eine Aussage, wann die eigentlichen Bauarbeiten starten, will er im Hinblick auf die offenen Fragen nicht machen.

Mehrere Bäume werden gefällt

Zustimmung bekam der Eigentümer währenddessen im Wachauer Gemeinderat. Frank Nieder kann wie geplant noch in diesem Monat mit der Fällung mehrerer Bäume beginnen. Der Schritt dient dazu, das Areal für die Bauarbeiten vorzubereiten. Nach Angaben des Bürgermeisters handelt es sich bei den zu fällenden Bäumen ausschließlich um Wildwuchs. Der Investor wird allerdings aufgefordert, elf einheimische Laubbäume als Ausgleich zu pflanzen. Dabei drängt die Zeit. Wegen dem Beginn der Vegetationsperiode Anfang März müssen die Arbeiten bis dahin erledigt sein. Ansonsten könnten sie erst wieder Ende des Jahres starten. „Wären die Fällarbeiten untersagt worden, könnten Bauarbeiten in diesem Jahr nicht mehr stattfinden“, sagt der Eigentümer.

Noch steht die Zusage der Behörden aus, doch in groben Zügen sind die Pläne von Frank Nieder bekannt. Die historischen Gebäude werden vorrangig für Wohnzwecke umgestaltet. Die große Scheune (das sogenannte Südgebäude) und auch das Westgebäude werden wie bereits in den ersten Entwürfen vorgesehen, in Reihenhäuser in altem Gewand aufgeteilt. In der ehemaligen Scheune beispielsweise sind sie dreistöckig angelegt. Sieben Reihenhäuser finden hier Platz. Damit genügend Licht in die Wohnungen fällt, sollen die bestehenden Tore verglast werden, teilweise werden zusätzliche Fenster eingefügt. Sie richten sich in den Ausmaßen nach bestehenden Fenstern. Die neuen Öffnungen werden aufwendig in das dicke Mauerwerk gesägt.

Imposante Wohnungen geplant

Die Eingänge in die Wohnungen der Scheune liegen auf der nördlichen Seite, auf der südlichen die Gartengrundstücke. Die Wohnungen im ehemaligen Pferdestall werden voraussichtlich besonders imposant. Hier sollen die historischen Gewölbe erhalten werden, genauso der aufwendige Dachstuhl. Teilweise werden in die Dächer zusätzliche Gauben eingefügt, um mehr Licht in das Innere zu lassen. An das Westgebäude kommen zusätzlich Balkons.

Die wohl größte einheitliche Wohnfläche entsteht in der sogenannten Remise. Sie wird quasi zum Einfamilienhaus. In den bestehenden Gebäuden werden insgesamt 30 Wohnungen eingerichtet. Hinzu kommen zwei neue Reihenhäuser sowie neun Doppelhäuser. Ein großer Teil von ihnen wird jedoch erst in einem zweiten Bauabschnitt errichtet. Insgesamt sollen auf dem Gelände 65 Wohneinheiten entstehen.

Abweichend von einem früheren Entwurf ist auch eine Tiefgarage geplant. Sie wird vor dem Gutshaus in der Erde verschwinden und Platz für 32 Autos bieten. Oben begrünt, soll von ihr so wenig wie möglich zu sehen sein. Über ihre Gestaltung gibt es offenbar den angesprochenen Klärungsbedarf. Zahlreiche Bäume sind ebenfalls in den Plänen vorgesehen. Die Zufahrt erfolgt über das Tor an der Tina-von-Brühl-Straße. Dann wird ein Teil der Straße als Ringstraße ausgeführt und als Einbahnstraße ausgewiesen.