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Bedrohliche Situation

Beim VfB Stuttgart gehen Fans auf die Spieler los. Der Abstieg der Schwaben steht so gut wie fest.

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© dpa

Während beim VfB Stuttgart Untergangsstimmung herrscht, schöpft Eintracht Frankfurt wieder Hoffnung für den Überlebenskampf in der Fußball-Bundesliga. Das überraschende 1:0 gegen Borussia Dortmund war bereits der dritte Sieg der Hessen in Serie. Nach dem Schlusspfiff fielen sich die Spieler jubelnd in die Arme, als sei der Klassenerhalt bereits geschafft. Noch ist die Eintracht aber nicht durch. Allerdings hat sie vor dem letzten Spieltag die beste Ausgangsposition: Ein Unentschieden in Bremen würde reichen, um nicht direkt drin zu bleiben. Aber auch der direkte Abstieg ist theoretisch noch möglich (siehe Konstellation).

In Stuttgart dagegen herrschte schon am Tag nach dem chaotischen Platzsturm wieder triste Normalität. Knapp 50 Anhänger verfolgten das Auslaufen ihrer Mannschaft, die kurz vor dem Abstieg steht. Statt wütender Proteste gab es am Sonntag Wünsche nach Selfies und Autogrammen, niemand mochte sich mehr über den sportlichen Absturz aufregen. Die Szene spiegelte das Bild eines Klubs, in dem nur noch die größten Optimisten an den theoretisch möglichen Klassenverbleib glauben.

„Das ist alles nicht spurlos an uns vorbeigegangen“, beteuerte Sportvorstand Robin Dutt mit Blick auf die Szenen nach dem 1:3 gegen den FSV Mainz 05. Hunderte wütende Anhänger hatten sich auf dem Rasen versammelt und den Dialog mit der Mannschaft gefordert. VfB-Urgestein Christian Gentner und Kevin Großkreutz stellten sich mutig dem wütenden Mob. Der Kapitän und der erst im Winter verpflichtete Publikumsliebling versuchten die laut Vereinspräsident Bernd Wahler „teilweise bedrohliche Situation“ zu entschärfen.

Wie sehr der hautnahe Kontakt den beiden Profis an die Nieren ging, zeigten auch Großkreutz‘ Tränen. „Ich kann die Fans verstehen“, sagte der Verteidiger. „Wir sind dafür verantwortlich, es tut mir leid.“ Schon vor der Partie hatte Großkreutz dem VfB auch im Falle des Abstiegs die Treue versprochen. Er würde den Verein „niemals so verlassen, sondern es wieder ausbügeln. Ich brenne. Dafür habe ich zu viel Stolz“, schrieb er bei Instagram. Worte, die auch bei den Fans ankommen. „Bis auf Großkreutz könnt ihr alle gehen“, brüllten die aufgebrachten Anhänger nach der Mainz-Pleite immer wieder. (dpa, sid)