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Politik

Bedrohliches Klima im Brexit-Streit

Britische Anti-Brexit-Aktivisten und EU-Sympathisanten werden zunehmend bedroht. Für eine Geschäftsfrau sind Beschimpfungen noch die geringere Sorge.

Gina Miller, Geschäftsfrau und Aktivistin aus Großbritannien, erlebt zunehmend Beschimpfungen und Bedrohungen.
Gina Miller, Geschäftsfrau und Aktivistin aus Großbritannien, erlebt zunehmend Beschimpfungen und Bedrohungen. © Jonathan Brady/PA Wire/dpa

London (dpa) - In Großbritannien klagen Aktivisten und Politiker zunehmend über Drohungen im Zuge des Brexit-Streits. Häufiges Opfer ist nach eigenen Angaben die Geschäftsfrau Gina Miller, die mehrfach erfolgreich gegen die Regierung vor Gericht gezogen war, um die Rechte des Parlaments im Gezerre um den EU-Austritt zu sichern.

Als kürzlich das Oberste Gericht Großbritanniens die von Premierminister Boris Johnson verhängte Zwangspause des Parlament aufgehoben hatte, wurde Miller - die zu den Klägern zählte - nach eigenen Angaben am selben Tag in Gegenwart ihrer zwölfjährigen Tochter auf der Straße beschimpft. Über Drohungen, teils auch gegen ihre Kinder, hatten zuvor auch EU-freundliche Abgeordnete berichtet.

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"Leute haben ihre Autos angehalten, die Scheiben heruntergefahren, mich "Verräter" genannt und mir zugerufen "Da drüben ist ein Laternenpfahl"", sagte Miller der Zeitung "The Times" (Montag). Sie bekomme auch Briefe, in denen ihre Kinder als "Mischlinge" beschimpft würden. Die in Südamerika geborene Miller lebt seit ihrer Kindheit in Großbritannien. Sie hat außer ihrer zwölfjährigen Tochter noch einen 14-jährigen Sohn sowie eine erwachsene Tochter aus erster Ehe.

Miller hatte bereits 2017 mit einer Klage beim Obersten Gericht erreicht, dass das Parlament beim Brexit stärker einbezogen wird. Schon damals hatte sie Drohungen in sozialen Medien erhalten.

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