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Begeisterter Bürgermeister

Dirk Hilbert empfängt Dresdens Olympia-Starter und erzählt von seinen Erlebnissen in Südkorea, nicht nur den kulinarischen.

© Lutz Hentschel

Von Tino Meyer

Frust ist schon noch da, auch knapp fünf Wochen nach den Olympischen Spielen, die nun mal das Allergrößte für die allermeisten Sportler sind. Shorttrackerin Anna Seidel, die in Pyeongchang bereits ihre zweiten Winterspiele erlebt hat, bestätigt am Dienstag beim Empfang des Oberbürgermeisters für Dresdens fünf Olympia-Starter sowohl das eine als auch das andere.

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Vier Jahre habe sie auf den Höhepunkt hingearbeitet. Und dann das: die Plätze 15 und 16 sowie die Disqualifikation in ihrer besten Disziplin, den 1 000 Metern. „Ich bin traurig, dass ich nicht ein einziges Mal zeigen konnte, was in mir steckt“, sagt die 19-Jährige. Und Axel Jungk schaut beim Blick zurück ebenfalls bedient, Platz sieben ist für den Skeletonfahrer nicht zufriedenstellend. Enttäuscht ist selbst Nico Walther. Dabei hat der Bobpilot die Silbermedaille vom Viererrennen um den Hals. „Damit bin ich auch absolut zufrieden. Aber der vierte Platz im Zweier schmerzt immer noch extrem“, gesteht Walther.

Befreit lachen können an diesem feierlichen Abend im Schloss Albrechtsberg offensichtlich nur Seidels Teamkollegin Bianca Walter, die – ganz olympisches Motto – schon die Teilnahme an den Winterspielen als Erfolg wertet, sowie der bobanschiebende Olympiasieger Martin Grothkopp – und natürlich der Oberbürgermeister.

Doch der hat nach seiner Olympia-Premiere leicht reden. „Es ist wirklich ein erhebendes Gefühl, bei Olympischen Spielen dabei zu sein, da kann ich die Sportler verstehen“, sagt Dirk Hilbert. Jede Menge Erfahrungen und Erinnerungen hat Dresdens Stadtoberhaupt vom Abstecher in die Heimat seiner Frau Su Yeon mitgebracht. Er erzählt von den Wettbewerben im Biathlon, Skispringen und Bob, die er besucht hat, und vom spontanen Treffen mit Jens Weißflog. Der habe ihn im kleinen Laden um die Ecke einfach mal mit „Sind Sie nicht Herr Hilbert?“ angesprochen.

Noch einprägsamer als die großen und kleinen Begegnungen ist jedoch das Essen. An „das riesige, riesige Zelt, wo es alles gab“ im olympischen Dorf erinnert sich Seidel, während Hilbert bei seinem Schwager eingeladen war. Heimvorteil sozusagen, und auf die koreanische Küche lässt er sowieso nichts kommen. Mit einer Ausnahme, wie Hilbert findet: „Was die alles aus dem Meer rausholen, kann man essen, muss man aber nicht.“ Den einen Tipp hat er jedoch parat: „Wenigstens mal probieren.“

Auf den Geschmack gekommen sind schließlich auch die Sportler, vor allem die ohne Medaille gebliebenen. „Sie sind so jung, und die nächsten Olympischen Spiele kommen“, meint Hilbert. Einer wie Seidel muss er das nicht sagen. Sie hat den Frust schon in Motivation umgewandelt und will 2022 in Peking neu angreifen. Dann gibt’s also chinesisch, idealerweise süß-sauer.