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Begrüßungspaket soll wieder auf die Tagesordnung

Neubürger mit einem herzlichen Willkommen und dem ein oder anderen Vorteil zu begrüßen, ist Gang und Gäbe. Nicht in Niesky.

© André Schulze

Von Thomas Staudt

Görlitz macht es, Löbau macht es, auch Weißwasser macht es und sogar Groß Düben macht etwas Vergleichbares. In diesen Orten gibt es Begrüßungspakete für Neubürger oder einen Zuschuss für Bauwillige. In Niesky gibt es weder das eine noch das andere, obwohl darüber durchaus schon nachgedacht wurde. Begrüßungspakete haben derzeit keine Priorität, sagte Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann in einem SZ-Gespräch im Frühjahr. „Aber wir sollten uns des Themas wieder annehmen.“

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Andernorts ist man über das Stadium des Nachdenkens längst hinaus. Weißwasser hat bereits vor Jahren ein Begrüßungspaket für Neubürger aufgelegt. Enthalten sind Gutscheine für den freien Eintritt in die Schwimmhalle, den Tierpark und das Glasmuseum. Neuankömmlinge sparen sich außerdem ein halbes Jahr die Nutzungsgebühren für die Stadtbibliothek. Die Vergünstigung und die Gutscheine gelten für alle Familienmitglieder. Für die Neubürger sind die Vorteile geschenkt. Die Stadt gibt nach einer älteren Hochrechnung rund 10 000 Euro jährlich dafür aus.

Ähnlich verfährt Löbau. Dort gibt es Vergünstigungen allerdings nur für ganz Neue, für Neugeborene und deren Eltern nämlich. Die Pakete enthalten Jahreskarten für das Löbauer Herrmannbad, die Stadtbibliothek, das Stadtmuseum, den Tierpark Zittau und den Tierpark Görlitz. 115 solcher Pakete im Gesamtwert von 29 000 Euro wurden im vergangenen Jahr verteilt. Seit der Einführung des Vorteils 2014 spendierte die Stadt 503 Gutscheinpakete.

Noch früher war Görlitz dran. Dort verschenkt nicht die Stadtverwaltung, sondern das Wohnungsunternehmen Kommwohnen die Pakete und das bereits seit 2012. Neuankömmlinge erhalten seit diesem Jahr auch einen 20-Euro-Gutschein für das Restaurant Vierradenmühle an der Neiße. Allerdings ist die Nutzung der Vorteile an einige Bedingungen geknüpft. Sie erhält, wer einen Mietvertrag mit einer Mindestlaufzeit von 18 Monaten abschließt und Stromkunde bei den Stadtwerken wird. Das schmeckt nicht jedem. 2015 wurde es 102-mal ausgereicht, 2016 nur noch 85- und 2017 sogar nur noch 63-mal.

Aber nicht nur Kommunen in Sachsen locken mit Begrüßungspaketen. Es gib sie auch im baden-württembergischen Karlsruhe, im nordrhein-westfälischen Kempen, beim Drogerie-Filialisten Rossmann, beim Neuköllner Kinder- und Jugendgesundheitsdienst für unterschiedliche Zielgruppen und Anlässe, für Studierende, Babys, Neubürger, Welpen oder oder oder.

In Niesky dagegen gibt es nur ein Willkommen – auf den Begrüßungsschildern. Je nach Ortseingang kann es „herzlich“ ausfallen, wie an der Seer Kreuzung, oder herzlich entfallen, wie an der Jänkendorfer Kreuzung. Am Ortseingang von der B 115 im Norden der Stadt gibt es kein Willkommen. Entsprechende Schilder fehlen ganz.

Auch mit Begrüßungspaketen tut sich Niesky schwer. Leichter haben es größere Städte, die von Partnern unterstützt werden, meint die Oberbürgermeisterin. Wie Görlitz. Aber könnte das nicht auch in Niesky funktionieren? Schon, aber das kostet. Die Ausgaben für Begrüßungspakete seien zwar einigermaßen überschaubar, aber dennoch eine Haushaltsgröße, so Beate Hoffmann. Sie bezweifelt auch, dass ein Begrüßungspaket tatsächlich einen Anreiz schaffen kann, mehr Kinder in die Welt zu setzen oder Zuzügler zu gewinnen. „Im Grunde ist es nur eine Geste.“ Nicht mehr und nicht weniger.