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Bei Boge läuft’s rund

Der Kompressorenhersteller aus Bielefeld hat sich mittlerweile in Großenhain etabliert. Und plant bereits seine Zukunft vor Ort.

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© Anne Hübschmann

Von Catharina Karlshaus

Großenhain. Die neueste Errungenschaft ist eine Kiste. Inmitten der Produktionshalle ragt sie hoch hinauf bis an die Decke. Im Inneren – gut sichtbar durch die eingebauten Fenster – werkelt es ganz gewaltig. Auf einer Metallkonstruktion werden einzelne Elemente geschickt von hier nach da befördert und gelangen schließlich über eine Öffnung nach draußen. „Das ist unser flexibles Fertigungssystem“, sagt Matthias Dues.

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Wie der Leiter des Großenhainer Boge-Werkes betont, stelle diese Entwicklung eine erhebliche Erleichterung für die Mitarbeiter und die immerhin sieben Tage die Woche laufende Produktion dar. Konstruiert zur automatischen Bestückung von Fräsmaschinen, versetze das System den Betrieb in die Lage, gewissermaßen rund um die Uhr zu arbeiten. Insgesamt neun Fachleute sorgten dafür, dass die „Kiste“ am Laufen gehalten werde. Die Kiste ist eine computergestützte Anlage. Sie enthält die Daten von Werkzeug- und Bauteilen sowie präzise Angaben von zu erstellenden Aufträgen. „Dass es uns gelungen ist, dieses komplexe System zu Jahresbeginn in Betrieb zu nehmen, ist wirklich eine ganz tolle Leistung aller Kollegen“, freut sich Matthias Dues.

Aggregate für Schneekanonen

Eine Gefühlsregung, zu der er auch allen Grund hat. Seit der Eröffnung des Werkes im Februar 2014 hat sich der neue deutsche Produktionsstandort des Kompressorenherstellers aus Bielefeld kontinuierlich weiterentwickelt. Durch den Standort im Großenhainer Industriegebiet wollte die Firma, die mit dem Slogan „die Luft zum Arbeiten“ für sich wirbt, noch näher an den Kunden in den östlichen Bundesländern und in ganz Osteuropa dran sein.

Und offenbar mit Erfolg: Die Produktvielfalt im sogenannten Kompetenzzentrum für Verdichterstufen sei in den vergangenen zwei Jahren weiter ausgebaut worden. Neben der Herstellung der Verdichterstufe BOGE effilence – dem Herzstück der Kompressoren – findet sich inzwischen auch eine Erprobungsstrecke für Prototypen in der Großenhainer Halle. Und: Hier in der Röderstadt werden auch jene Kolbenaggregate produziert, die ein anderes Unternehmen dann in Schneekanonen einbaut.

Tatsächlich ist mittlerweile fast jeder Quadratmeter der Fertigungshalle mit nunmehr sieben Bearbeitungsmaschinen ausgenutzt. Aus den anfänglich 14 Beschäftigten sind 44 geworden. Zerspannungs- und Industriemechaniker, Kaufleute, Ingenieure sowie Fachkräfte für Logistik. Das Team, zu dem darüber hinaus auch drei Auszubildende gehören, sei damit zunächst komplett. Zwar, so Matthias Dues, werde natürlich darüber nachgedacht, in welcher Weise das im Dezember 2013 zusätzlich erworbene Areal von 24 000 Quadratmeter genutzt werden kann. Konkrete Pläne, wann und wie viele Produktionshallen entstehen, gebe es aber noch keine.

Mehr als 750 Mitarbeiter

Immerhin: Auf Expansionskurs ist das traditionsreiche Familienunternehmen eigentlich immer. Boge, das weltweit in über 120 Ländern agiert, setzt dabei auf die stetige Weiterentwicklung seiner einzelnen Bauteile und Prozesse. Die bewusste Internationalisierung habe sich als entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg erwiesen: Das 1907 gegründete Familienunternehmen beschäftigt heute mehr als 750 Mitarbeiter.

All jene, die gegenwärtig am hiesigen Standort tätig sind, kommen laut Matthias Dues aus der Region. Großenhain, Elsterwerda, Riesa und manchmal auch aus Dresden. Die Wege seien teilweise lang. „Aber sie werden offensichtlich gern in Kauf genommen, denn wir sind als Mannschaft hier wirklich gut zusammengewachsen“. Natürlich gebe es wie in jeder Firma auch mal einen Wechsel. Nicht ungewöhnlich hoch, eher das Gegenteil sei der Fall. Die Luft zum Atmen wäre noch immer gut. Blau und voller Ideen.