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Dresden

Bei dieser Familie dreht sich alles um Musik

Wenn Papa auf das Kommando der Tochter hört – dann ist Schlössernacht bei der „Forster Family“ aus Dresden. 

Probe im heimischen Garten? Für die „Forster Family“ kein Problem. Papa Kilian Forster am Kontrabass, Tochter Helena singt und Sohn Gabriel trommelt – ausnahmsweise auf einem Riesen-Spielball. © René Meinig

Manchmal muss Helena zur Vermittlerin werden. Dann setzt sie sich für Sängerinnen wie die berühmte Britin Adele ein. Denn Vater Kilian Forster liebt vor allem Jazz. „Mit Pop-Musik kenne ich mich eher aus“, sagt die 17-Jährige. Wenn in der familieneigenen Band „Forster Family“ auch Popiges à la Adele gespielt werden soll, sagt sie ihm dann einfach: „Papa, lass uns dieses Lied mal machen.“ Und Papa macht, zupft am Kontrabass oder sitzt am Klavier. Zu dritt steht die „Forster Family“ am Sonnabend bei der diesjährigen Dresdner Schlössernacht auf der Bühne.

Bei Forsters zu Hause geht es schon immer musikalisch zu. Kilian Forster hat als Solobassist im Gewandhausorchester Leipzig gespielt, danach zehn Jahre lang in der Dresdner Philharmonie. Heute ist er Intendant der Jazztage Dresden, in deren Organisation heute die ganze Familie eingespannt ist. Seine Frau Tanja ist klassische Pianistin und leitet eine Künstleragentur. Es verwundert also nicht, dass auch die Kinder schnell zur Musik fanden. Der 23-jährige Gabriel spielt Klavier, sitzt in der Band allerdings am Schlagzeug. Schwester Felicia spielt Saxofon. „Sie ist aber derzeit als Au-pair in London und deshalb momentan nicht bei Auftritten dabei“, sagt Kilian Forster. Tochter Helena steht deshalb allein am Mikrofon, sonst singt auch ihre Schwester mit. Doch die Rolle der Frontfrau liegt ihr. „Das macht mir Spaß, und aufgeregt bin ich nur bis zu dem Moment, wenn die ersten Töne gesungen sind.“ Danach wäre es nur noch wunderbar, mit der Familie Musik zu machen und das Publikum zu begeistern.

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Gespielt wird Jazz und Pop. Hauptsache, es groovt. Aus gängigen Stücken machen die Musiker ihre ganz eigenen Interpretationen. Einen strengen Probenplan gibt es bei Forsters nicht. „Die grundlegenden Dinge üben wir, auf der Bühne wird aber auch viel improvisiert“, sagt Gabriel. Auf wessen Kommando hören live dann alle? „Manchmal bin ich das“, sagt der Vater. „Meistens aber ich“, sagt Helena und lacht. Anfangs spielten sie nur für Freunde oder bei Familienfesten. Nicht immer waren das ausgelassene Auftritte. Gerade bei Beerdigungen in der Verwandtschaft ist es für alle immer schwer. „Da kann ich beim Singen niemandem in die Augen schauen, sonst muss ich weinen“, sagt die junge Frau, die schon bald eine Ausbildung zur Friseurin beginnen wird, im Salon von Brockmann und Knoedler. Das Friseur-Ehepaar unterstützt schon lange die Jazztage. Beim Festival stand die „Forster Family“ natürlich auch schon auf der Bühne im Kulturpalast. Kurz vorher war die Anspannung groß. „Zum Glück war unsere Mama da und hat uns beruhigt“, erinnert sich Helena. Die weiß schließlich als Pianistin selbst am besten, wie man Lampenfieber kleinkriegt.

In der Band macht sie allerdings nicht mit. Das überlässt sie lieber Mann und Kindern. „Sie spielt eher nach Noten, wir aus dem Bauch heraus“, sagt Kilian Forster. Das passe nicht so gut zusammen. Lieber kümmert sie sich im Hintergrund darum, dass die Auftritte ihrer Lieben reibungslos über die Bühne gehen.

In Zukunft sollen es mehr werden. Dann auch wieder mit Felicia, wenn sie aus London zurückkehrt. Doch erst einmal wollen die in Dresden verbliebenen drei am Sonnabend bei der Schlössernacht überzeugen. Dann heizen sie den Zuschauern im Heizhaus ein.