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„Bei mir lacht auch die Jugend“

Am Samstag zündet Possenreißer Fips Asmussen ein Feuerwerk an Witzen. Mit fast 80 Jahren hat er seinen Humor nicht verloren. Die SZ sprach vorab mit ihm.

© Daniel Spittel

Herr Asmussen, Sie werben damit, drei Stunden lang ein Pointen-Dauerfeuer im 30-Sekunden-Takt zu zünden. Wo nehmen Sie so viel Humor her?

Rauf auf den Sattel

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Aus dem Alltag. Da gibt es so viel zu Lachen. Ich mache keine langen Geschichten, bei mir muss es einfach lustig zugehen. Und mein Kopf ist noch in Ordnung. Ich habe mein festes Programm, 60 DIN A 4-Seiten, das ist da drin. Ich tausche es nur gegen Neues aus, wenn ich sehe, dass mein Publikum es will. Das ist mein Erfolg, damit habe ich in all den Jahren über sieben Millionen CD verkauft.

Sie sind nicht nur Komiker, sondern auch Sänger.

Ja, ich hatte eine Gesangsausbildung. Noch heute mag ich klassische Musik, vor allem den Tenor Luciano Pavarotti. Den höre ich am liebsten ganz allein unter Kopfhörern. Aber auf der Bühne wollen mich die Leute lieber als Komiker sehen. Was geht und was nicht, teste ich immer auf der Bühne.

Sie sind Hamburger, waren aber auch in der DDR bekannt. Ist Ihr Publikum mit Ihnen in die Jahre gekommen?

Das würde ich nicht sagen. Mich liebt auch die Jugend, so zwischen 25 bis 45 Jahren. Die nehmen ja bewusst am Leben teil, und ich nehme meine Sachen aus dem Leben. Die Jungen und die Älteren, alle warten bei mir, wo der Gag ist. Da bleibt keine Zeile leer. Das ist meine ganz spezielle Art. Ich mache genau meinen Stil, aber ich mache mich auch über mich selbst lustig.

In vielen Veröffentlichungen wird die Qualität der heutigen Komiker kritisiert. Die hätten keinen Humor mehr, so wie Sie oder Otto. Alles wäre nur noch politisch, überheblich, belehrend und viel zu moralisch. Was sagen Sie dazu? Sind die Fernsehspaßmacher heute nicht mehr lustig?

Nein, das sind sie oft nicht mehr. Es geht nur noch ums Geld, da sträuben sich mir die Haare. Ich mache auch bisschen Politik in meinen Programmen, haue Politiker in die Pfanne. Aber ich nehme das auf die leichte Schulter und mache mir nicht so viele Gedanken darüber. Da hört sonst wirklich der Spaß auf.

Sie wohnen jetzt in Querfurt, in Sachsen-Anhalt. Neben Auftritten in großen Hallen im Westen sind sie auch im Osten in kleinen Club zu erleben. Ist der Humor der Ostdeutschen anders?

Da mache ich mir wenig Gedanken. Ich kontrolliere den ostdeutschen Humor nicht. Ich mache einfach mein Ding. Und das lieben die Leute hüben wie drüben. So habe ich noch ganz schön zu tun, war im Januar zum Beispiel sechs Mal unterwegs. In Querfurt lebe ich seit 20 Jahren, hab ein schönes Grundstück. Außerdem kamen Kurt Tucholsky und Erich Kästner auch aus dem Osten. Selbst von denen hab ich etwas in meinem Programm.

Gespräch: Kathrin Krüger-Mlaouhia.

17. Februar, 20 Uhr Kulturschloss, Karten Telefon 03522 505555.