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Weißwasser

Bei Rotary Clubs braut sich was zusammen

Die Oberlausitzer Clubs arbeiten für ein Präventionsprojekt zusammen und wollen Schulen im Kreis unterstützen.

Vertreter der regionalen Rotary Clubs brauten Bier für den guten Zweck. © Foto: Rotary Club

Landkreis. Laut einer Umfrage haben 79 Prozent der Elft- und Zwölftklässler im vergangenen Monat Bier oder Wein getrunken, 62 Prozent Schnaps. Dazu häufen sich Mobbing und Prügeleien. Die Sozialämter der Landkreise Görlitz und Bautzen geben seit Jahren immer mehr Geld für die sogenannten Hilfen zur Erziehung aus, um überforderte Eltern und abgehängte Kinder zu unterstützen.

Entwicklungen, denen die Landkreise schon seit ein paar Jahren mit dem Projekt PiT Ostsachsen entgegentreten. PiT steht für „Prävention im Team“. Die Polizeidirektion Görlitz, die Landkreise Görlitz und Bautzen und die Sächsische Bildungsagentur in Bautzen arbeiten zusammen, um schon den Anfängen zu wehren. Kindern sollen schon ab der Kita Lebenskompetenzen vermittelt, Werte und Regeln erklärt und Hilfen für den Weg ins Erwachsenenleben angeboten werden.

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Die Unterstützung der Präventionsarbeit in Grundschulen haben sich die Mitglieder der Rotary Clubs auf die Fahnen geschrieben. Als eine große Besonderheit fanden sich sechs Rotary Clubs der Oberlausitz dafür Ende des vergangenen Jahres zusammen: Görlitz, Bautzen, Dreiländereck/Zittau, Kamenz, Hoyerswerda und Weißwasser. Gemeinsam wollen sie PiT sowohl finanziell als auch personell unterstützen. Nicht nur im laufenden rotarischen Jahr, auch in kommenden.

Einen Höhepunkt in der neuen Zusammenarbeit gab es am letzten Märzwochenende. Die Präsidenten sowie die Präsidenten elect (also die den Vorsitz im kommenden rotarischen Jahr ab 1. Juli 2019 übernehmen) aller sechs Clubs trafen sich in der Landskron-Braumanufaktur in Görlitz für die Aktion „Bierbrauen für den Präsidentenwechsel“. Rund acht Stunden lang wurde gemeinsam gearbeitet. Meistbietend soll die kleine Produktion dann an die Clubmitglieder gebracht werden. Das Geld fließt in die Arbeit für PiT Ostsachsen. „Wir wollen etwas Gemeinsames und Nachhaltiges für die Heimat tun“, sagt Katrin Bartsch, Präsidentin elect des RC Görlitz. „Die Clubs haben sich daher auf den Weg gemacht, sinnvolle Möglichkeiten zu finden, welche Kinder und Jugendliche unterstützen, ihren Lebensweg erfolgreich und glücklich zu meistern.“ Ganz konkret geht es beim Einsatz der Rotary Clubs um ein Brettspiel, das an Grundschulen verteilt werden soll. Mit diesem gibt es bereits erste gute Erfahrungen, wie Polizeihauptkomissar Berko Thomas von der Polizeidirektion Görlitz, bei dem die PiT-Fäden zusammenlaufen, den Rotariern bei einer Informationsveranstaltung im November erklärte. Die Kinder begeistern sich dafür, den richtigen Umgang miteinander und mit Herausforderungen des Alltags spielerisch zu trainieren, erklärte Thomas. Die Anschaffung dieses Spiels „Klasse Klasse“ ist recht teuer. Auch weil die Lehrer für den Einsatz geschult werden müssen. Dafür braucht es Trainer, die teilnehmende Schulen besuchen und die dortigen Lehrkräfte einweisen. Wegen des großen Aufwands sind für das kommende Schuljahr 2019/2020 im Landkreis Görlitz drei, in Bautzen vier Grundschulen ausgewählt worden, die nun sozusagen die Vorreiter sind. (red)