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Beifall für den Kandidaten

Verwaltungsleiter Christian Walter will Bürgermeister in Bad Gottleuba-Berggießhübel werden. Die Linken freuen sich, die CDU wartet ab.

© Daniel Schäfer

Von Heike Sabel

Bad Gottleuba-Berggießhübel. So schnell geht es manchmal: Kaum war der Termin für die Bürgermeisterwahl in Gottleuba bekannt, gab es auch schon den ersten Kandidaten. Neun Monate vor der Wahl am 13. Januar hat Christian Walter damit den Wahlkampf eröffnet.

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Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 20. Januar 2021, in virtuellen Räumen statt.

Christian Walter ist 33, Verwaltungsfachwirt und seit 2014 in Gottleubas Rathaus.
Christian Walter ist 33, Verwaltungsfachwirt und seit 2014 in Gottleubas Rathaus. © Foto: privat

Genau so schnell gab es erste Reaktionen. Allererster war der Amtsinhaber Thomas Mutze (parteilos), mit dem sich Walter auch beraten hatte. Dann folgten viele Private, die Walter zu seiner Entscheidung gratulierten. Nun stellt sich öffentlich der Linken-Fraktionschef im Stadtrat, Lothar Seifert, hinter Walter. Seifert hat in seinen nunmehr 28 Stadtrats-Jahren schon viele Bürgermeister erlebt, erst in Berggießhübel dann in Bad Gottleuba-Berggießhübel.

Seifert ist erleichtert, sagt er und lobt väterlich den Kandidaten als fleißigen und kompetenten jungen Mann. Es klingt fast wie ein Arbeitszeugnis oder eine Rede zur Vereidigung des gewählten Bürgermeisters mit Rückblick auf dessen Zeit als Verwaltungsleiter. „Ihm waren die Belange des Ortes immer Herzenssache“, sagt Seifert. „In seiner Arbeit hatte die Lösung der Probleme unserer Stadt immer oberste Priorität, wobei er nie deren Finanzierung und damit Machbarkeit aus den Augen verlor.“ Er bringe als studierter Verwaltungsfachwirt auch die notwendigen theoretischen Fachkenntnisse und Kompetenzen mit. „Ich hatte immer das Gefühl, dass ihm die Menschen als Kollegen und Mitarbeiter sehr wichtig sind und nur ein gutes Miteinander die Grundlage des Erfolges ist.“

Kurzum: Die Linken unterstützen Walter und verzichten damit wie auch schon bei den vergangenen Wahlen auf einen eigenen Kandidaten. Auch hinter dem bisherigen Amtsinhaber Thomas Mutze (parteilos) standen sie. Walter geht als unabhängiger Kandidat ins Rennen. Deshalb muss er 60 Unterschriften sammeln, was jedoch kein Problem sein dürfte.

Walter ist zwar der erste Kandidat, aber auch der einzige? Mutze hatte bei der letzten Wahl keinen Gegenkandidaten. Nun ist nicht nur Seifert gespannt, wer sich noch um den Posten im Rathaus bewirbt. Vor allem wird dabei auf die CDU geschaut. Wann schicken sie wen ins Rennen? Gemunkelt wird da viel. Man lasse sich noch Zeit, stellt Fraktionsvorsitzender Jens Klotzsche klar.

Die CDU-Stadträte waren bis jetzt voll und ganz mit der Sacharbeit zur Haushaltsaufstellung beschäftigt, sagt Oliver Wehner. Er hat voriges Jahr die CDU-Räte von Liebstadt und Gottleuba zu einer Strategiegruppe zusammengeholt. Drängen lässt er sich nicht: „Obwohl uns natürlich immer wieder Bürger auffordern, einen Bürgermeisterkandidaten zu benennen, gehört es bei diesem Schritt dazu, inhaltliche Schwerpunkte und Visionen für die Gemeinde und deren Ortsteile zu erarbeiten.“ Und dabei sei man jetzt.

In Pirna war die CDU im Januar 2017 bei der Oberbürgermeister-Wahl mit ihrer Strategie baden gegangen. Die Unternehmerin Ina Hüttner brachte es auf beschämende knapp sieben Prozent der Stimmen.

Seifert weiß, worauf es in Bad Gottleuba-Berggießhübel ankommt: „Der zukünftige Bürgermeister sollte immer alle Ortsteile und Einwohnergruppen unserer Stadt bei seiner Arbeit im Auge behalten, und Lobbyismus – wie er in letzter Zeit leider auch bei uns im Rat aufgetreten ist – darf keine Rolle spielen.“