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Beim Gospel bebt die Kirche

© André Braun

Zum 14. Mal hat Hansjörg Oehmig zur Benefizgala geladen. Gespendet wird diesmal für Kinder und die Brandopfer.

Von Claudia Erbert

Leisnig. Intelligentes Spielzeug für integrationsgestörte Kinder soll diesmal von den Spenden gekauft werden, die aus Eintrittsgeldern und Kollekte nach der Benefizgala zusammenkommen. Einen Teil erhält auch die Leisniger Familie, deren Haus vor zwei Wochen in Flammen stand. Der stellvertretende Landrat Lothar Beier darf die Veranstaltung eröffnen: „Ich freue mich, dass mir diese Ehre zuteil wird. Wir alle erinnern uns noch an die schrecklichen Bilder, aber auch an die große Hilfsbereitschaft in den Tagen der Jahrhundertflut, die den Anstoß zu dieser Gala gegeben hat. Wir sollten immer daran denken, dass es Menschen gibt, die unsere Hilfe brauchen. Am Ausgang dürfen sie spenden und ich wünsche ihnen, wenn sie nach Hause gehen das zufriedene Gefühl, etwas Schönes erlebt und etwas Gutes getan zu haben.“

Impressionen von der Benefizgala in Leisnig

Moderator und Organisator Hansjörg Oehmig führte humorvoll durch das Programm.
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Alle Mitwirkenden verzichten auf ihre Gage und viele Unternehmen und Privatpersonen unterstützen die Veranstaltung mit Spenden, so dass sie nun schon zum 14.  Mal stattfinden kann. Neben bekannten Gesichtern wie Christopher und Sebastian Oehmig, Katharina Mann, Sonja Schauer und den Showbiss-Ladys steht in diesem Jahr zum ersten Mal das Bläserquartett der Musikschule Döbeln auf der Bühne. Es hat neben Telemann auch den „Kleinen grünen Kaktus“ mitgebracht.

Hansjörg Oehmig hat es Wilhelm Busch angetan, gleich mehrere Gedichte baut er in seine Moderationen ein. In neuer Konstellation, als A-cappella-Gruppe, stellt er die Harmonics um Christopher vor, die ihn mit ihren englischen Titeln immer wieder vor Herausforderungen stellen. In einem Medley bringen sie 30 Titel unter, das Publikum zählt mit und applaudiert begeistert.

Jedes Stück ist besonders

Dann wird auf der Bühne umgeräumt, mehr Mikrofone werden gebraucht „damit es den richtigen Dresdner Sound gibt“, erklärt der Schirmherr, der sich über alles freut „was hier auf der Bühne passiert, aber über diese Gäste ganz besonders.“ Die Gäste sind die Gospel Passengers aus Dresden, die die Art von Musik gut wie selten rüberbringen. Klatschen auf zwei und vier, entgegen dem typischen eins und drei bringt so manchen Gast ins Schwitzen, zum Glück sind die Sängerinnen und Sänger voll in ihrem Element und klatschen, schnipsen und tanzen auf der Bühne mit.

Mit grundverschiedenen Stimmen begeistern die Solisten, die immer wieder nach vorn kommen und jedes Stück zu etwas Besonderem machen. Die hör- und sichtbare Freude der Chormitglieder ist das Erfolgsgeheimnis der Gospel Passengers, die inzwischen schon mehr als 400 Konzerte gegeben und sechs CDs produziert haben.

Alle Stücke werden extra für den Chor arrangiert. Als der Leiter Markus Schurz ans Mikrofon tritt, wird klar, woher die Freude der Mitwirkenden kommt. Schon nach zwei Sätzen hat er das Publikum auf seiner Seite. „Gospelmusik ist immer auch etwas gemeinsames, Klatschen hab ich gehört, jetzt geht’s ums Singen, wer singen kann mal „mhm“ machen!“ Das Publikum summt, macht oooh und yeah und applaudiert. Das reicht nicht. „Schön, dass ihr klatscht, aber wir sehen das in den Bänken nicht. – Woher sollen wir wissen, in welchem Takt wir sind, wenn wir euch nicht sehen? Könnt ihr die Hände über die Brüstung heben?“ Sie können.

Nach der Pause gibt es noch einmal Musical-Melodien, Freddy Mercury in der Swingversion und noch mehr Gospel mit Klassikern wie „I will follow him“ und „Down by the river side“ in einer superschnellen Variante. Einmal in Übung wird mitgeklatscht und applaudiert, Zugabe gefordert und gejubelt.