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Bautzen

Beim Pilgerhäusel herrscht Stillstand 

Um das Gebäude in Weißenberg zu retten, kaufte es die Stiftung Umgebindehaus. Weil Mittel fehlen, gab die Stadt Geld. Dennoch geht es derzeit nicht voran.

So einladend sieht die kleine Stube im Pilgerhäusel Weißenberg aus. Gäste können dort trotzdem nicht verweilen. Der Grund: Es fehlen noch ein paar bauliche Dinge.
So einladend sieht die kleine Stube im Pilgerhäusel Weißenberg aus. Gäste können dort trotzdem nicht verweilen. Der Grund: Es fehlen noch ein paar bauliche Dinge. © SZ/Uwe Soeder

Weißenberg. Die Idee, aus dem wahrscheinlich ältesten Umgebindehaus im Landkreis Bautzen ein Pilgerhäusel zu machen, wird schon lange verfolgt. Jetzt könnten beinahe die ersten Pilger hier übernachten. Doch das Haus ist leer. Es fehlen noch restliche Arbeiten, um es auch bewirtschaften zu können. Eine sichere Eingangstür, Elektroleitungen im Obergeschoss. Außerdem müssen Wasserleitungen ersetzt werden.

Das Haus war bis 2006 bewohnt, und beinahe wäre es abgerissen worden. Doch Arnd Matthes, Geschäftsstellenleiter der Stiftung Umgebindehaus, hatte entdeckt, dass es sich hier um ein Umgebindehaus handelt. Auf 1651 datiert er die Entstehung – und somit könnte es das älteste Umgebindehaus im Kreis Bautzen sein. Die Sanierung des Hauses begann 2009, nachdem die Stiftung in einer sonst nicht üblichen Art das Haus für einen symbolischen Euro selbst erwarb. Es sollte beispielhaft dargestellt werden, dass solch ein geschichtsträchtiges Gebäude auch für rund 100 000 Euro saniert werden kann.

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Schüler und Spender helfen

Gebaut wurde immer dann, wenn Geld vorhanden war. Mal war es die Sparkassenstiftung, mal waren es die Rotarierer, die Geld spendeten. Auch Betriebe aus der Gegend sowie Schüler der freien Mittelschule, die viele Jahre bei ihrer 48-Stunden-Aktion hier arbeiteten, halfen mit. Im Juni brachte der Weißenberger Bürgermeister Jürgen Arlt (parteilos) das Thema Pilgerhäusel mit in den Stadtrat. Er berichtete davon, dass nur noch wenige Arbeiten erledigt werden müssen, damit es endlich losgeht. Und er überzeugte den Stadtrat, dafür 5 000 Euro zur Verfügung zu stellen. 

Als sich die SZ jedoch einen Monat später im Pilgerhäusel umsah, war nichts passiert. Strom und Wasser waren abgestellt. Die provisorische Tür, die nach einem Einbruch angebracht worden war, ist immer noch nicht ausgetauscht worden. Dabei hat die Weißenbergerin, die das Häuschen als Übernachtungsstätte betreiben will, alles schon so nett eingerichtet. Es gibt eine kleine Küche mit Essecke, eine kleine Dusche mit WC und Waschbecken, die gemütliche Stube. Im Obergeschoss stehen dann insgesamt vier Schlafplätze zur Verfügung.

Die Zeit drängt

Erweiterbar wäre das Angebot auf dem Dachboden mit einem kleinen Matratzenlager. Die Betten sind bezogen – allerdings leicht berieselt von herabgefallener Farbe. Seit drei Jahren sieht es dort so aus, weil das Haus jedes Jahr zum Tag des Umgebindehauses aufgemacht und gezeigt wurde. Doch nun geht nichts voran, obwohl Jürgen Arlt in der Stadtratssitzung davon sprach, dass die Firmen in den Startlöchern stehen.

Arnd Matthes hat jedoch die Aufträge bereits vor seinem Urlaub ausgelöst. Dass es noch nicht losgegangen ist, liegt an der guten Auftragslage der Handwerker insgesamt. Doch nun ist der Geschäftsstellenleiter der Stiftung Umgebindehaus zuversichtlich. Noch diese Woche soll der Maurer den Außenputz anbringen, weil der Bruchsteinsockel nicht fest genug ist. Auch der Elektriker will Leitungen verlegen.

„Als Ziel haben wir uns spätestens Ende September gesetzt“, sagt Arnd Matthes. Denn er weiß, dass die Stadt da Besuch aus der Partnergemeinde bekommt und die Plätze braucht. Und die Betreiberin ist zuversichtlich, nicht nur Pilger begrüßen zu können. „Wir haben mit dem Museum Alte Pfefferküchlerei, der alten Kirchschule und der Natur ringsum einen so schönen Ort, für den wir nur werben müssen“, sagt sie.

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