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Meißen

Beim Stadtbild ist guter Rat teuer

Peter Anderson über eine Gestaltungskommission für Meißen

Peter Anderson
Peter Anderson © Claudia Hübschmann/Montage: SZ-Bildstelle

Die Karten werden neu gemischt. Am 26. Mai wählt Meißen einen neuen Stadtrat. Schon jetzt lässt sich sagen, dass viele Neulinge in den Ratssaal einziehen dürften. Sie werden Zeit brauchen, um sich einzuarbeiten und schnell merken, dass es nicht möglich ist, auf allen Gebieten mitzureden und mitzuentscheiden.

Es ist deshalb ein richtiger Schritt, den Stadträten mit einer Gestaltungskommission einen Beirat zu stellen, in dem Fachverstand versammelt ist. Gerade bei Stadtbildfragen kann ein solcher Kreis helfen, Diskussionen zu versachlichen und transparenter zu machen. Hätte es eine solche Einrichtung bereits früher gegeben, wären möglicherweise Fehler wie der Aldi am Neumarkt vermieden worden. 

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Auf der anderen Seite sollte ein solcher Beirat nicht als ein Hort von architektonischem Konservatismus verstanden werden. Meißen darf nicht zu einem Disneyland für Touristen verkommen. Behutsame moderne Einsprengsel können durchaus sinnvoll sein, um Kontraste zu historischer Bausubstanz zu setzen. Die Weinerlebniswelt der Winzergenossenschaft liefert hierfür ein Beispiel.

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Die Gestaltungskommission auch zum Bewahren und Erschließen des Keramik- und Porzellanerbes zu verpflichten, macht dagegen keinen Sinn. Das gehört eindeutig in den Bereich von Tourismus- und Stadtmarketing. Dieses sollte sich den Hut aufsetzen und das Projekt mit vielen Partnern stemmen.

E-Mail an Peter Anderson