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Bischofswerda

Bein-Schmerz mit dramatischen Folgen

Thrombose und Lungenembolie sind die Themen des letzten SZ-Gesundheitsforums 2019 in Bischofswerda. Dr. Wolf will für die Warnsignale sensibilisieren.

Dr. Sebastian Wolf ist Oberarzt in der Medzinischen Klinik des Krankenhauses Bischofswerda.
Dr. Sebastian Wolf ist Oberarzt in der Medzinischen Klinik des Krankenhauses Bischofswerda. © Steffen Unger

Bischofswerda. Urplötzlich zieht es im Bein. Der Schmerz ist unangenehm. Das Bein fühlt sich prall und schwer an, es ist angeschwollen und eventuell überwärmt. Symptome, die auf eine mögliche Thrombose hindeuten können. Allerdings sind die Anzeichen nicht immer so eindeutig. Tückischerweise fehlen sie manchmal auch ganz, vor allem zu Beginn einer Thrombose. Dieser Begriff bedeutet, dass sich in einer Beinvene ein Blutgerinnsel gebildet hat. Die betroffene Vene liegt meist nicht direkt unter der Haut, sondern weiter innen, also tiefer im Bein, eingebettet in die Muskulatur, sagt Dr. Sebastian Wolf, Oberarzt in der Medizinischen Klinik des Krankenhauses Bischofswerda. Gibt es diesen Verdacht, tut schnelles Handeln Not. Denn das Blutgerinnsel kann sich lösen, mit dem Blut in die Lunge gelangen und dort ein Gefäß verstopfen. Ist das der Fall, spricht man von einer Lungenembolie. Diese wiederum führt zu einer Überlastung des Herzens und kann einem lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Stillstand und sogar den Tod zur Folge haben. Anzeichen einer Lungenembolie sind plötzlich einsetzende Luftnot, Schmerzen beim Atmen bzw. im Brustkorb, plötzliches Schwindelgefühl oder Bewusstlosigkeit.

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Häufig tritt eine Beinvenenthrombose auf, wenn man sich längere Zeit nicht bewegt. Sitzt man zum Beispiel mehrere Stunden im Flugzeug oder liegt mit einem Gips oder einer Virusgrippe im Bett, erhöht sich das Risiko. Der Grund: Fällt die Muskelpumpe aus, fließt das Blut weniger schnell zum Herzen zurück. Das Blut staut sich im Bein, die Blutplättchen verklumpen. In Folge kann sich ein Gerinnsel bilden, das die Vene einengt und verstopft. Die Gefahr für einen Thrombus steigt auch, wenn man zu wenig trinkt, an einer Blutgerinnungsstörung leidet, raucht oder Hormonpräparate wie die Pille einnimmt, erläutert Dr. Sebastian Wolf. Auch eine Schwangerschaft kann ein zusätzlicher Risikofaktor sein.

Moderne Diagnostik hilft

Für Patienten, die im Krankenhaus operiert werden, gibt es zahlreiche Vorkehrungen, um dem Risiko einer Thrombose vorzubeugen. Die Ärzte von Medizinischer und Chirurgischer Klinik arbeiten eng zusammen. Zudem melden sich im Schnitt wöchentlich fünf bis zehn Patienten im Krankenhaus Bischofswerda wegen des Verdachtes eines solchen Gefäßverschlusses. Moderne Diagnostik hilft, diesen Verdacht zu bestätigen und die notwendige Therapie einzuleiten – oder auch, den Verdacht auszuschließen. Die Ärzte nutzen dafür den Ultraschall und die Gefäßcomputertomographie. Bestätigt sich der Verdacht einer Thrombose, bekommen die Patienten Medikamente, die die Blutgerinnung verzögern. In schwierigeren Fällen kann den Patienten auch durch eine Lysetherapie geholfen werden. Dabei werden hochwirksame Medikamente in die Blutbahn gespritzt, die das Gerinnsel auflösen.

In seinem Vortrag am kommenden Mittwoch wird Oberarzt Dr. Wolf über Symptome, Risiken und Behandlungsmöglichkeiten bei Thrombose und Lungenembolie sprechen, aber auch Tipps geben, wie man vorbeugen kann. Wichtig ist ihm vor allem die Botschaft, die Warnsignale ernst zu nehmen und bei deren Auftreten einen Arzt zu konsultieren. Damit ein kleiner Schmerz im Bein nicht wirklich lebensbedrohliche Ausmaße annimmt.

SZ-Gesundheitsforum am 27. November, 17 Uhr, im Krankenhaus Bischofswerda, Kamenzer Straße 55, Konferenzraum. Der Eintritt ist frei.

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