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Deutschland & Welt

Beirut: Ausschreitungen bei Demonstration

Nach der verheerenden Explosion, die mindestens 150 Menschen tötete, staut sich die Wut bei der Bevölkerung auf. Proteste verlaufen nicht friedlich.

© Thibault Camus/AP/dpa

Aus Trauer wird Wut: Rund 5000 Menschen haben am Samstag in Beirut gegen die Regierung und ihren Umgang mit der schweren Explosion im Hafen der Stadt demonstriert – das Motto: „Gerechtigkeit für die Opfer, Rache an der Regierung“.

Sie versammelten sich am Samstag auf dem Märtyrer-Platz im Zentrum der libanesischen Hauptstadt. Dabei kam es zu Ausschreitungen und Gerangel zwischen Demonstrierenden und der Bereitschaftspolizei.

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Die Beamten setzten Tränengas gegen Demonstranten ein, die versuchten, eine Absperrung in Richtung Parlament zu durchbrechen. Aus der Kundgebung wurden auch Steine geworfen.

„Das Volk will den Sturz des Regimes" war in Sprechchören zu hören. „Verschwindet, ihr seid alle Mörder", stand auf Bannern. Und: „Wir wollen eine Zukunft in Würde, wir wollen, dass das Blut der Explosionsopfer nicht umsonst vergossen wurde", sagte Rose Sirour, eine der Demonstrantinnen.

Viele Menschen im Libanon machen die Regierung für die Explosion mit mehr als 150 Toten und rund 5000 Verletzten verantwortlich. „Der Aufstand und die Revolution gehen weiter“, sagte einer der Demonstranten dem libanesischen Sender MTV.

Bereits im vergangenen Oktober hatte es Massenproteste gegen die Regierung gegeben. Kritiker werfen der Führung in Beirut vor, das Land durch Vetternwirtschaft und Korruption in die Krise geführt zu haben.

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Auch US-Präsident Donald Trump kündigte seine Teilnahme an der Videokonferenz an, die Gelder für den Wiederaufbau von Beirut sammeln soll. Deutschland wird von Bundesaußenminister Heiko Maas vertreten. 

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