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Deutschland & Welt

Beirut: Immer noch Dutzende vermisst

Die Bilanz der Explosion im Beiruter Hafen ist verheerend: Mehr als 150 Tote, rund 5.000 Verletzte. Und von vielen fehlt noch immer jede Spur.

Rettungskräfte stehen in der Nähe des Hafens, an dem sich die schwere Explosion ereignete
Rettungskräfte stehen in der Nähe des Hafens, an dem sich die schwere Explosion ereignete © Thibault Camus/AP/dpa

Vier Tage nach der Explosionskatastrophe im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut werden noch immer rund 45 Menschen vermisst. Zudem seien 25 Leichen geborgen worden, deren Identität unklar sei, sagte am Samstag ein Sprecher des libanesischen Gesundheitsministeriums. Die Bergungsarbeiten gingen unterdessen weiter. Dabei sind auch Teams aus Deutschland im Einsatz.

Am Samstag sollen Opfer der Katastrophe begraben werden. Aktivisten haben zudem zu einer Trauer- und Protestkundgebung im Zentrum Beiruts aufgerufen. Das Motto lautet "Gerechtigkeit für die Opfer, Rache an der Regierung". Aktivisten werfen der politischen Führung des Libanon Fahrlässigkeit vor und machen sie für die Explosion verantwortlich.

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© Hussein Malla/AP/dpa (Archiv)

In Beirut wird am Samstag auch EU-Ratspräsident Charles Michel erwartet. Dort will er mit Präsident Michel Aoun, Regierungschef Hassan Diab und Parlamentspräsident Nabih Berri zusammentreffen.

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Bei der Explosion am Dienstag waren mehr als 150 Menschen getötet worden, rund 5.000 wurden verletzt. Große Teile des Beiruter Hafens sind vollständig zerstört und auch die umliegenden Wohngebiete stark beschädigt, bis zu 250.000 Menschen sind obdachlos. Die Explosion soll durch eine große Menge der hochexplosiven Chemikalie Ammoniumnitrat ausgelöst worden sein, die nach Regierungsangaben über Jahre ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen gelagert worden war. (dpa)

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